• Die Musikgesellschaft Rütschelen brillierte am Musiktag in Rumisberg mit dem hervorragenden zweiten Rang in der Parademusik und konnte nun in Langenthal unbeschwert zur «Kür» schreiten. · Bild: Hans Mathys

27.06.2017
Langenthal

30 Vereine boten 150-minütiges Musikspektakel

Die Marschmusikparade in der Marktgasse Langenthal ist der grösste Anlass dieser Art im Kanton Bern. 30 Vereine verwöhnten am Mittwochabend das ob der tollen Darbietungen bestens gelaunte, applausfreudige Publikum mit Aug und Ohr. Dies bei Prachtswetter.

«Es ist der längste Tag des Jahres – und wohl auch der heisseste.» So begrüsste der jeweils Interessantes zu den Musikvereinen verratende Speaker des Oberaargauischen Musikverbandes Alt und Jung zur 26. Marschmusikparade, wünschte gute Unterhaltung und dankte den Sponsoren.
Für einen gelungenen, stimmungsvollen Auftakt sorgte der Tambourenverein Langenthal in den am 20. Mai  eingeweihten historischen Uniformen. Auffallend war, dass gleich mehrere Musikgesellschaften (MG) bei ihrer «Wanderschaft» durch die Marktgasse den Bundesrat-Gnägi-Marsch spielten. Ebenfalls fiel auf, dass bei der Marschmusikparade auch mal die Vizedirigenten zum Zug kamen. Dies wohl als Wertschätzung – und weil es an diesem Anlass keine Bewertungen gab. Entsprechend unbeschwert traten die Vereine in Langenthal auf.
Tage zuvor in Rumisberg, an den Oberaargauischen Musiktagen, war dies anders. Dort wars ein Wettbewerb, wo eine vierköpfige Jury die  21 Vereine bewertete.
Die 1864 gegründete MG Rohrbach gefiel mit dem Marsch «Schwyzer Soldat». Gleich zweimal mit einer Musikgesellschaft unterwegs in der Marktgasse war Dirigent Bernhard Steiger – soeben mit der MG Bannwil, später auch noch mit der MG Bützberg. Viel Applaus ernteten die zusammen marschierenden MG Lotzwil und MG Niederbipp, wobei die flankierenden, hübschen Ehrendamen gewiss einen Teil des Beifalls für sich beanspruchen durften.
Als Gast vertrat die MG Strengelbach den Aargauischen Musikverband. Herzerfrischend das (geschätzt) vierjähriges Mädchen im leichten Sommerröckli, das die Tafel mit der Aufschrift «MG Strengelbach AG» trug. Mehrmals wurde das stolz die Tafel tragende Mädchen von der Mutter darauf aufmerksam gemacht, dass es doch in der Strassenmitte und nicht am Strassenrand gehen soll. Das Publikum war entzückt – lachte.
Nun war die MG Madiswil mit dem Marsch «Diavolezza» an der Reihe – gefolgt vom Posaunenchor Ochlenberg mit seinem schon seit 1988 tätigen Dirigenten Fritz Graber. Die 1852 gegründete MG Melchnau unter der Leitung von Wolfgang Nussbaumer lieferte den Beweis, wie hoch im Kurs auch bei ihr der Bundesrat-Gnägi-Marsch steht. Die MG Obersteckholz marschierte zu den Klängen des Rumisberger Marsches durch die Marktgasse. Wer glaubte, die wenig später auftretende MG Rumisberg werde dafür den Obersteckholzer Marsch spielen, wurde enttäuscht. Logisch, einen solchen gibt’s nicht.
Sympathiepunkte heimste die MG Rütschelen bereits damit ein, dass neun Kinder – inklusive Tafelträger – voranschritten. Nun deklarierte der Speaker die MG Wynau – Gründungsjahr 1824 – als zweiälteste Musikgesellschaft im Kanton Bern und dankte den Vereinen für deren Disziplin. Alle waren jeweils rechtzeitig beim Start, weshalb der Fahrplan eingehalten wurde.

Mit Evolutionen brilliert
Nach den MG Thörigen, Wyssachen und Ursenbach sowie dem Posaunenchor Walterswil-Oeschenbach waren drei MG am Start, die das Publikum mit Evolutionen entzückten.
Die Bleienbacher erhielten für ein publikumswirksames Spektakel den Applaus des Abends.
Als Gast aus dem Kanton Luzern bereitete sich nun als 28. von 30 Vereinen die MG St. Urban auf ihren Auftritt vor. Sie war für einen weiteren Höhepunkt besorgt.
Die MG Roggwil und die MG Bätterkinden (Letztere gehörte wie die zuvor aufgetretene MG Jegenstorf dem Amtsmusikverband Fraubrunnen und Umgebung an) beschlossen den überall Freude bereitenden, beeindruckenden Anlass. Für viele bot jetzt die schöne, lauwarme Sommernacht Gelegenheit, auf die  gelungenen Darbietungen sowie das Wetterglück anzustossen – und in der Markthalle lieferte die MG Melchnau mit flotten Weisen den Grund fürs gesellige Verweilen und für eine weiterhin gute Stimmung.

Von Hans Mathys


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