• Polizist Peter Jenk: «In unserem Beruf sind Teamarbeit, aber auch Eigenverantwortung gefragt.»

  • Der Workshop «Polizei» ist mit insgesamt 141 Interessierten auch dieses Jahr die Nummer 1 der «Hitparade» am Informationsanlass der Berufsfachschule Langenthal. · Bilder: Hans Mathys

24.01.2018
Langenthal

38 Workshops – Polizeiberuf als Renner

Der Informationsanlass der Berufsfachschule Langenthal zur tertiären Weiterbildung lockte 471 junge Frauen und Männer an. Die Lernenden erhielten in total 38 Workshops Überblicke bezüglich Weiterbildungsmöglichkeiten.

Seit 16 Jahren organisiert die Berufsfachschule Langenthal einen Informationsanlass, an dem die Berner Fachhochschule, die Fachhochschule Nordwestschweiz sowie weitere zwölf Bildungsanbieter der tertiären Stufe an der Berufsfachschule Langenthal über die Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Lehre orientieren. Der Grossanlass ist auch 2018 wieder sehr gut besucht. Die am weitesten nach Langenthal gereisten jungen Frauen und Männer kommen aus dem Seeland. Für die hiesigen Berufsmaturaklassen ist die Teilnahme obligatorisch, für Jugendliche des Bildungszentrums Emme, des Gymnasiums Oberaargau und von anderswo freiwillig.
Der rundum geschätzte Anlass wurde 2002 vom damaligen Rektor Hans Rudolf Wyss (Langenthal) ins Leben gerufen und bis 2005 von Rektor Thomas Zaugg (Niederbipp) organisiert. Seit 2006 ist Hans Rudolf Zöllig (Lotzwil) für die Organisation zuständig. Weil er bald pensioniert wird, steht auch bereits sein Nachfolger in den Startlöchern: Marco Schell (Biel), Prüfungsleiter Berufsmaturität.

Grosses Interesse an der Polizei
«Der eigentliche Renner ist wie schon im Vorjahr die Polizei», verrät der bald in den Ruhestand tretende Hans Rudolf Zöllig, stellvertretender Rektor und Abteilungsleiter Berufsmaturität an der Berufsschule Langenthal. Gleich 141 junge Frauen und Männer wollen am Workshop dieses «Schnittstellenanlasses» Einzelheiten über den Polizeiberuf erfahren. In der ersten Serie (13.30 bis 14.15 Uhr) sind 46 Interessierte dabei, in der zweiten (14.30 bis 15.15 Uhr) 43 und schliesslich in der dritten und letzten (15.30 bis 16.15 Uhr) deren 52.
Die Polizei ist mit Peter Jenk und Gabriele Tellenbach vor Ort. Der Polizeiberuf biete viel Abwechslung, betont Jenk. «Er erfordert Teamarbeit, aber auch Eigenverantwortung, ergänzt er und verweist auf die hohe Verantwortung und Flexibilität sowie die spontanen friedlichen und unfriedlichen Einsätze. «Die Polizei steht auch immer im Fokus der Öffentlichkeit», gibt er zu bedenken. Der Polizist und die Polizistin lassen auch die hohen Anforderungen der Polizeischule nicht unerwähnt.

38 Workshops
Die Workshops seien aufgrund von Schülerbefragungen im Herbst letzten Jahres aufgegleist worden, sagt Hans Rudolf Zöllig. Jeder Schüler habe dabei höchstens vier Wünsche äussern und dazu die Prioritätsstufe nennen können. Diese Wünsche seien nun bei der Zusammenstellung der insgesamt 38 Workshops soweit möglich berücksichtigt worden. Verschiedene Lernende hätten sich gleich für zwei oder maximal drei Workshops angemeldet. Dadurch hätten sich an diesem Nachmittag 1360 Workshop-Besuche ergeben. Nur wenige der angebotenen Workshops seien gestrichen worden, weil sich weniger als zehn Lernende dafür interessiert hätten. Zöllig erwähnt, dass man sich aber zuweilen flexibel gezeigt habe und zumindest in einem Fall Gnade vor Recht habe gelten lassen: «Für den Workshop Medizininformatik gab es nur neun Anmeldungen. Wir führen ihn trotzdem durch.»
Erstmals mit einem Workshop in Langenthal vertreten ist die «Swiss School of Tourism and Hospitality», eine Höhere Fachschule für Hotellerie und Gastronomie mit Sitz in Passugg: 17 Interessierte. Im Workshop «Business Administration + International Business Management FHNW» sorgt Lydia Chalita auf Baseldeutsch für Einblicke. Sie verweist auf die drei Campus in Olten, Brugg und Basel, die Vernetzung mit der Wirtschaft und nennt die Studiengebühren. Die Fachhochschule Nordwestschweiz (HSW) sei eine praxisnahe Hochschule und stehe im Ranking aus der Sicht der Schweizer Unternehmen weit oben – nämlich an sechster Stelle hinter der ETH Zürich, der Uni St. Gallen, der ETH Lausanne, den britischen Hochschulen und der Uni Zürich.

Faszination Luftfahrt
In einem anderen Schulzimmer zählt Maître de Cabine Diana Spanu von der Swiss diverse Argumente auf, die für eine Bewerbung als Cabin Crew sprechen. Ebenfalls einen Aviatik-Beruf stellt Pasqual Neuweiler vor. Jenen des Piloten, den er bei der Swiss ausübt. Er spricht von der hohen Verantwortung, von den Anstellungsbedingungen, von den Löhnen und auch von den diversen Vergünstigungen. Bei der Swiss erhalte man sogar bei unbezahltem Urlaub 20 Prozent des Lohnes – und man könne günstig fliegen. «Wenn wir zusammen fliegen, so fliegen wir weit», laute deshalb die Devise bei ihm und seiner Frau.

Bachelorstudium Hebamme
17 junge Frauen und zwei junge Männer lassen sich im Workshop «Hebamme und Pflege Berner Fachhochschule» von Renate Flückiger informieren, wer sich für diesen Beruf besonders gut eignet. Sie stellt die zwei Modelle des Bachelorstudiums Hebamme vor und zählt auf, was bei diesem Beruf speziell gefragt ist: «Interesse an Menschen und Kulturen, sehr gute Beobachtungsgabe, starkes Verantwortungsgefühl, kontaktfreudig, kommunikativ, kooperativ, sehr gute Kenntnisse in naturwissenschaftlichen Fächern, Ruhe in hektischen Situationen bewahren können, Werthaltungen, ethische Fragen, Englisch als Sprachkompetenz.»
Gegen Abend darf Hans Rudolf Zöllig erfreut feststellen, dass das Ziel des letztmals von ihm (vorzüglich) organisierten Info-Anlasses erreicht ist: «Aufzeigen, was am Ende der Berufsausbildung möglich ist – ob in den Sparten Gesundheit, Technik oder Wissenschaft.»

Von Hans Mathys

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