• «Rockiger» Auftritt mit «The Halleys» und Daniel Christen (Zweiter von links).

  • Der langjährige Musiklehrer Daniel Christen glänzte auch mit Soli. · Bilder: Barbara Heiniger

06.04.2018
Emmental

«Alle für einen – einer für alle»

Während 30 Jahren hat Daniel Christen die Konzerte der Schülerbands der «Sek I Rüegsauschachen» geleitet. Sein Schaffen über all die Jahre wurde am letzten der drei diesjährigen Konzerte in der Aula gewürdigt. Mit drei «Spezial-Auftritten» gaben ehemalige Schülerinnen und Schüler von Daniel Christen eine grandiose Hörprobe von dem, was sie bei ihrem Lehrer gelernt hatten. Schon fast legendär war der Auftritt der ehemaligen Tanzband «The Halley’s», wo auch Daniel Christen spontan auf der Bühne mitrockte.

 

Rüegsauschachen · «Man kann es weit bringen, wenn man bei Daniel Christen im Musikunterricht war» – diese Feststellung war am Konzertabend mehrmals zu hören. Dass dem so ist, zeigte sich bei der aktuellen Auflage des Konzertes und auch im Rückblick. Zu Ehren von Daniel Christen war sogar eine «Hall of fame» erstellt worden. Stets standen bei ihm die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Ihnen gehörte an den Konzerten immer der erste und der letzte Ton.

Von «Ausklaar» bis zu «Iron»
Unter dem Titel «Forever young!» standen die Konzerte 2018. Insgesamt 18 Songs wurden von fünf Schülerbands interpretiert. Auf der Bühne standen abwechselnd über 40 Jugendliche. Insgesamt waren an den Konzerten rund 60 Schülerinnen und Schüler beteiligt, als Musizierende und ebenso als Helfende. Das Repertoire reichte von Patent Ochsner «Ausklaar», über «Rock Me Amadeus» (Falco), «Paradise City» (Guns N’ Roses), «Son Of A Preacherman» (Dusty Springfield), «Rollin’ In The Deep» (Adele), bis zu «Whatever It Takes» (Imagine Dragons) sowie der Zugabe «Iron» (Within Temptation).
Die musikalische Leitung hatten nebst Daniel Christen auch Christoph Käser und Marius Sterchi. Tontechniker waren Franziska Baumgartner und Manuel Hari. Als Lightcrew fungierten Simon Schmid, Alexander Visarius, Sina Iseli und Naima Rahal. Das Bühnenbild entstand im Bildnerischen Gestalten der Klassen 9s/9r (Stefan Maertens, Christine Widmer).
Alle Lehrkräfte trugen dazu bei, dass die Konzerte jeweils reibungsfrei vorbereitet und durchgeführt werden konnten.
 
Von der Musik geprägt
Das Bühnenbild zeigte unzählige «30»- Zahlen. Diese waren gross, klein, dick, dünn, rund, eckig, gewellt und geschwungen. Dazu auch in allen Farben, eine richtig bunte Schar. Genauso wie die verschiedenen Zahlen waren während diesen 30 Konzerten wohl auch die Schülerinnen und Schüler von Daniel Christen. Dies wurde speziell deutlich in der Jubiläumsansprache von Franziska Baumgartner. Sie verfasste diese in Versform und Mundart; dazu gab es Bilder aus vergangenen Tagen. Unter anderem sagte Franziska Baumgartner: «Um jedes Sörgeli hesch du di bemüeht, aus Gschänk hets e Blueme­struus gä wo blüeit». Oder «Du hesch die Jugendliche prägt wie keine, Bewiise gits zuhauf, weisch was i meine», oder auch «Het mau öpper nid chönne cho, hesch du si Part ou übernoo. Unzähligi Songs hesch arrangiert u mit Liideschaft u Chueglogge dirigiert. Dänu, was du da hesch chönne erreiche, das zügt vo Grössi u setzt Zeiche». Diese Zeichen wurden auf der Bühne sichtbar.

Über alle Grenzen verbunden
In drei Special (vor 30, vor 20 und vor 10 Jahren) -Blöcken traten ehemalige Schülerinnen und Schüler von Daniel Christen auf. So erwachten die legendären «Halley’s» wieder, Paul Sommer, Herbert Sempach, Beat Röthlisberger, Ueli Gerber und Marcel Wyss rockten wie in guten alten Tagen.
Da gab es für Daniel Christen kein Halten mehr, und er machte auf der Bühne fleissig mit. «Nach der Schuel isch es guet worde», stellten die Musiker fest und erinnerten sich an die Songs, die Daniel Christen für sie geschrieben hat. Marco Scherrer, einst Schüler in Rüegsauschachen und nun Moderator bei Radio Bern, kam mit einer Band aus seinem Umfeld und der Umgebung. «Üs gits eigentlich no nid. Me isch hüt nume wägem Chrischte cho», stellte Sängerin Monika Buser dazu fest. Der Aufforderung, beim Blues mit der Gitarre mitzuspielen, folgte Daniel Christen gerne und unterstützte die Ad-hoc-Band mit Soli. Martina Hofer, Björn Hebeisen, Marina Feller, Florian Stalder, Oliver Schalit, Marc Brechbühl und Nico Neuweiler haben vor rund zehn Jahren die Schule abgeschlossen. Sie würdigten Daniel Christen in der damals originalen Bandbesetzung. Sie wussten noch genau, wie «Pink Floyd» ihren ehemaligen Lehrer begeistern kann. Allerdings beschäftigte sie auch die Frage: «Het är die Chuehglogge ächt no?»

Im Unterricht von der Musik gepackt
Am Konzert zeigte sich, dass Menschen mit Musik über alle Grenzen verbunden sind. Es gibt wohl für einen «Schulmeister» keine grössere Anerkennung und Auszeichnung, als diejenige, wenn sich seine ehemalige Schuljugend zum gemeinsamen Musizieren zusammenfindet. Bei seinen Dankesworten spürte das Publikum, wie sehr Daniel Christen in all den Jahren für die Konzerte viel Engagement eingesetzt hatte.
Der Musiklehrer schloss aber in den Dank alle ein, die an seiner Seite mitgeholfen haben, allen voran seine Ehefrau Franziska. «Du hast es für die Jugendlichen gemacht», sagte Schulleiter Ulrich Hofer und dankte Daniel Christen ebenfalls herzlich.
Das letzte Wort und der letzte Ton gehörten, wie es Daniel Christen immer machte, auch den Schülerinnen und Schülern. So wurde nach der Zugabe und dem Konzertende, nachdem alle Gäste verschwunden waren und die Beteiligten sich nochmals in der Aula zusammenfanden, für eine Schülerin «Happy Birthday» gesungen.
Gerne hat sich Daniel Christen über alle die Jahre hinweg auf die Wünsche der Jugendlichen eingelassen und ab und an sehr schwierige, gewagte Songs arrangiert. Das bedingte oft auch Zusatzproben. Mit besonderer Sorgfalt hat er die Instrumente und das technische Material unterhalten und gepflegt. Ein spezielles Feedback bekam auch der «Unter-Emmentaler». Leonie und Rahel spielten beide am Konzert in einer Band mit und waren vom Musikunterricht in der Sek I begeistert. «Es hat immer Spass gemacht, und wir erlebten wirklich schöne, unvergessliche Stunden. Es hat uns im Unterricht gepackt, und Daniel Christen hat einfach immer eine super Leitung gemacht», waren sich die beiden Band-Frauen einig.

Von Barbara Heiniger

 

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