• Gemeindepräsident Dietmar Frei (links) und die neuen Bürger von Grossdietwil, Veronika und Siegmund Barazutti. · Bild: Hilda Rösch

11.12.2017
Luzerner Hinterland

Allen traktandierten Geschäften zugestimmt

Der Voranschlag 2018, die Abrechnung über einen Sonderkredit sowie der Antrag für einen Zusatzkredit wurden an der Gemeindeversammlung bewilligt. Ebenso erfolgte die Beschlussfassung über die Teilrevision der Gemeindeordnung von Grossdietwil.

 

Grossdietwil · 49 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Gemeindeversammlung teil, der Dietmar Frei als Gemeindepräsident vorstand. Er stellte auch das Jahresprogramm 2018 vor, das unter anderem die Erarbeitung der Gemeindestrategie vorsieht sowie weiterhin die aktive Mitarbeit am Kooperationsprojekt Region Willisau.
Auch informierte er über die Teilrevision der Gemeindeordnung. Bedingt durch das vom Kantonsparlament verabschiedete neue Finanzhaushaltgesetzt für Gemeinden (FHGG) muss die Einführung des neuen Rechnungsmodells HRM2 umgesetzt werden, was eine Anpassung der Gemeindeordnung erfordert.
Ergänzend zu dieser Anpassung wird in der Gemeindeordnung von Grossdietwil eine leicht erhöhte Finanzkompetenz des Gemeinderates aufgeführt, womit Alltagsgeschäfte effizienter behandelt werden können.
Eine weitere Änderung in der Gemeindeordnung betrifft das Volksschulbildungsgesetz. Die Revision dieses Gesetzes verlangt die Abschaffung der Schulpflege, die neu als Bildungskommission agieren wird. Ebenso wird in der Gemeindeordnung festgehalten, dass die Rechnungskommission künftig die Aufgaben des Strategischen Controllings wahrnimmt. Dem Antrag des Gemeinderates, diese Teilrevision zu beschliessen, entsprachen die Anwesenden ohne jegliche Rückfragen.
Als Mitglied des Vereins «Pro Region Willisau-Wiggertal» führt die Gemeinde Grossdietwil ebenfalls das neu geschaffene Kurtaxen- und Beherbergungsreglement ein. In kurzen Zügen stellte Dietmar Frei dieses Reglement vor, das von der Bürgerschaft mit einer Gegenstimme an der Versammlung beschlossen wurde und somit auf den 1. Januar 2018 in Kraft tritt.

Finanzkennzahlen vermitteln ein positives Bild
Bei gleichbleibendem Steuerfuss von 2,30 Einheiten sieht der Voranschlag 2018 ein Defizit von knapp 147 000 Franken vor, wobei mit einem Aufwand von 4,725 Millionen Franken gerechnet wird. Der Mehraufwand resultiert hauptsächlich aus einem tiefer ausfallenden Finanzausgleich als Folge der guten Rechnungsabschlüsse der letzten Jahre wie auch aus höheren Beiträgen an die Ergänzungsleistungen, da sich der Kanton, befristet auf voraussichtlich zwei Jahre, nicht mehr mit 30 % an diesen Ausgaben beteiligt. Daher muss die Gemeinde zu 100 % diese Zahlungen übernehmen. Die Investitionsrechnung verzeichnet Ausgaben von 10 000 Franken gegenüber Einnahmen von 40 000 Franken. Dies entspricht einem Investitionsüberschuss von 30 000 Franken. Gemeindeamman Josef Müller erläuterte die beiden Voranschläge sehr präzise, so dass sie ohne Gegenstimmen genehmigt wurden, während die Anwesenden vom Finanz-und Aufgabenplan 2018 bis 2022 in bejahendem Sinne Kenntnis nahmen.
Ein sehr positives Bild vermitteln die Finanzkennzahlen, die sich ausser dem Selbstfinanzierungsanteil durchgehend im grünen Bereich bewegen. Zu erwähnen ist besonders die Kennzahl der Pro Kopf-Verschuldung, die mit 232 Franken einen hervorragenden Wert aufweist.

Sonderkredit abgerechnet
Auf der Traktandenliste stand auch die Abrechnung über einen Sonderkredit in der Höhe von 65 000 Franken, der im Jahre 2014 für die Erstellung der Wasserleitung Erschliessung Sandgrube bewilligt wurde. Die Gesamtkosten für diese Arbeiten beliefen sich auf rund 50 000 Franken. Somit konnte der gesprochene Kredit um 15 000 Franken unterschritten werden. Die Genehmigung dieser Abrechnung war daher unbestritten. Im Zusammenhang mit dieser Erschliessung informierte Josef Müller dahingehend, dass sich die Gebäudeversicherung an den Kosten für die Rohrleitungen und die Hydranten mit 16 612 Franken beteiligt hätte. Daher wäre für die Trink- / Löschwassererschliessung Sandgrube letztendlich ein Nettoaufwand von 33 382 Franken entstanden.

Zusatzkredit gesprochen
Ein weiterer Sonderkredit in der Höhe von 100 000 Franken wurde im Jahre 2010 an der Gemeindeversammlung für die Gründung der Unterhaltsgenossenschaft (UHG) gesprochen. Wie Josef Müller ausführte, war dieser Betrag damals eine reine Annahme, lagen doch keine Erarbeitungsgrundlagen vor. Ihm gemäss gestalteten sich aus unterschiedlichen Gründen die Projektarbeiten jedoch sehr aufwendig, so dass sich die Gründungskosten nun auf zirka 170 000 Franken belaufen. Dem vom Gemeinderat anlässlich dieser Gemeindeversammlung gestellten Antrag, einen Zusatzkredit von 70 000 Franken für dieses Vorhaben zu bewilligen, wurde entsprochen.

Neue Gemeindeschreiberin
Mit Josef Bucher ergriff der Ehrenbürger der Gemeinde das Wort, indem er darauf hinwies, dass im Jahre 2019 die Weiler Erpolingen/Eppenwil ihre 200-jährige Zugehörigkeit zur Gemeinde Grossdietwil feiern können. Dieses Ereignis verdiene es, gebührend gefeiert zu werden. Der Vorschlag des Ehrenbürgers wurde sowohl vom Gemeinderat wie auch von den Versammlungsteilnehmern mit Wohlwollen aufgenommen und er wird auch umgesetzt. Unter dem letzten Traktandum musste Dietmar Frei bekanntgeben, dass Marie-Louise Arnet auf Mitte des nächsten Jahres infolge Erreichens der Altersgrenze ihre Arbeit als versierte Gemeindeschreiberin aufgeben wird. Eine Nachfolgerin für die Scheidende konnte in der Person von Claudia Richli aus Rothenburg gefunden werden.

Gemeindebürgerrecht zugesichert
Eingangs der Versammlung erfolgte die Beschlussfassung über die Erteilung des Gemeindebürgerrechtes an die deutschen Staatsangehörigen Siegmund Barazzuti und Veronika Barazutti-Gross. Dieses wurde den beiden Einbürgerungswilligen einstimmig zugesichert und sie wurden mit einem warmen Applaus in die Gemeinschaft der Bürgerschaft von Grossdietwil aufgenommen. 

Von Hilda Rösch

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