• Eva Jaisli, CEO PB Swiss Tools AG und SRF Redaktor Hansjürg Zumstein, der den Film «Unter Druck» gestaltete. · Bilder: Ernst Marti

15.03.2017
Emmental

Am gleichen Strick in die gleiche Richtung ziehen

Wie man trotz der heutigen schwierigen Wirtschaftslage erfolgreich sein kann, zeigt der Film «Unter Druck», der vom Schweizer Fernsehen heute Donnerstag ausgestrahlt wird. Darin sieht man neben zwei anderen Firmen, wie die einheimische PB Swiss Tools AG, Wasen i.E., den Frankenschock in einer offenen und einvernehmlichen Zusammenarbeit zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitenden meistert und gemeistert hat. Die Teilnehmer an der Hauptversammlung von Hoppla SumisWase kamen in den Genuss einer Film-Vorpremiere. Hans Haslebacher, Gründungsmitglied von «Hoppla SumisWase», wurde mit Applaus und einem Geschenk nach 16 Jahren Vorstandstätigkeit verabschiedet.

Wasen · Wer erinnert sich nicht an den 15. Januar 2015, als über Nacht die Schweizer Exportprodukte um 20 % teurer wurden. Der Nationalbank-Entscheid, den Franken-Mindestkurs aufzugeben, traf auch die in Wasen i.E. beheimatete PB Swiss Tools AG hart. «Wie für alle Exportbetriebe war das auch für unseren Betrieb ein Schock, und wir überlegten sofort, wie wir dem begegnen können», hielt Eva Jaisli, CEO der PB Swiss Tools AG, anlässlich der Hauptversammlung von «Hoppla SumisWase» fest. «Genau das hat das Schweizer Fernsehen bewogen, einzelne Firmen anzufragen, ob sie bereit wären, einer breiteren Öffentlichkeit darzulegen, wie sie mit dieser schwierigen Ausgangslage umgehen. Nach der Anfrage von SRF-Redaktor Hansjürg Zumstein haben wir uns sehr rasch dafür entschieden, an diesem Film mitzumachen», sagte Eva Jaisli. Ganze zwei Jahre kam die Equipe des Schweizer Fernsehens immer wieder ins Emmental, um den schwierigen Weg der Traditionsfirma zu begleiten. «Wir sind jedoch nicht während zwei Jahren mit einem grossen Tross hier gewesen. Nicht dass ihr etwa meint, dass wir die Konzessionsgebühren verschleudern, denn oft habe ich allein mit der Kamera gearbeitet», wollte Redaktor Hansjürg Zumstein unter dem Gelächter des Publikums festgehalten haben.

Gemeinsame Bewältigung des Frankenschocks
Nicht nur die Teilnehmenden der Hauptversammlung von «Hoppla SumisWase», sondern auch die ganze Belegschaft der PB Swiss Tools AG sahen dabei an der Vorpremiere zum ersten Mal den fertigen Film «Unter Druck». Interessant zu sehen, wie die drei im Film vorkommenden Firmen mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage umgegangen sind, resp. noch immer umgehen. Ohne jetzt lokalpatriotisch zu sein, am meisten beeindruckt hat das Verhalten und Vorgehen der Emmentaler Firma aus dem Wasen. Eva Jaisli war froh, dass damals alle am gleichen Strick und in die gleiche Richtung gezogen haben: «Gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden haben wir Lösungen gefunden, um diese schwierige Phase zu meistern. Ich bin froh, dass sie uns damals so stark unterstützt haben und während mehreren Monaten zum gleichen Lohn zwei Stunden mehr pro Woche gearbeitet haben.» Das wurde nicht etwa von oben verordnet, sondern im gemeinsamen Gespräch. «Wir sitzen alle im gleichen Boot», meinte ein Mitarbeiter, denn «wenn es der Firma schlecht geht, so geht es uns ebenfalls schlecht. Darum haben wir die Lösung mit den zwei Stunden Mehrarbeit auch unterstützt.» Und das hat sich sichtlich gelohnt, denn die PB Swiss Tools AG, überstand den Frankenschock ohne dass einem einzigen Mitarbeitenden gekündigt werden musste. SRF-Redaktor Hansjürg Zumstein war beeindruckt von der grossen Solidarität zwischen der Emmentaler Unternehmensleitung und ihren Mitarbeitenden. Der Film soll der Bevölkerung aufzeigen, wie hart die kleineren und mittleren Unternehmen in einer wirtschaftlich schwierigen Lage zu kämpfen haben und sich für ihre Arbeitsplätze einsetzen. Leider sei das nicht allen gelungen, das hätte sich bei
der Vorbereitung gezeigt, als er von einer ganzen Reihe von Firmen Absagen erhielt. «Umso mehr freut es mich, dass ich hier in Wasen eine so tolle
Unterstützung erhielt», lobte der
Filmemacher.

«Hoppla SumisWase» unterstützt KITA in Sumiswald
Die ordentlichen Geschäfte der HV von «Hoppla SumisWase» warfen unter der speditiven Leitung von Präsident Andreas Schneider keine grossen Wellen. Nicht verwunderlich, steht der Verein doch finanziell auf soliden Füssen. Vorgesehen ist, die Bestrebungen zur Schaffung einer KITA in Sumiswald zu unterstützen. Ein einmaliger Beitrag von 10 000 Franken soll sofort für die Vorbereitungsarbeiten eingesetzt werden. Kommt das Vorhaben zustande, werden die restlichen 20 000 Franken für die Einrichtung der KITA eingesetzt. «Wir wissen, dass eine KITA keine Goldgrube ist, doch viele KMU der Region, welche Arbeitskräfte suchen, können davon profitieren», betonte der Präsident.

Abschied von «Mister SumisWase»
Neu in den Vorstand gewählt wurden Corinne Loosli (Präsidentin des Gewerbevereins), Fritz Kohler (Gemeinderatspräsident) und Reto Reist (CEO der Moser-Baer AG). Mit einem donnernden Applaus nahm die Versammlung Abschied von «Mister SumisWase» Hans Haslebacher, der seit der Vereinsgründung im Jahr 2001 immer an vorderster Stelle dabei war und den Verein jahrelang geprägt hat.
Im Anschluss an die statutarischen Traktanden war von Marco Piani und Thomas Christen zu erfahren, dass auch dieses Jahr, nämlich am 25. und 26. August, im «Tiger»-Saal des Ilfisstadions die von der Junior Chamber International Emmental organisierte Lehrstellenbörse durchgeführt wird, an der über 50 Unternehmer aus der Region ihre freien Lehrstellen präsentieren werden.

Von Ernst Marti

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