• Übersicht über die Überbauung Gerbematte (Stand Ende April 2017). Das Modell von 2014 nimmt Gestalt an. · Bilder: zvg

  • Übersicht über die Überbauung Gerbematte (Stand Ende April 2017). Das Modell von 2014 nimmt Gestalt an. · Bilder: zvg

19.05.2017
Emmental

Auf der Gerbematte läuft etwas – Ende 2017 können erste Wohnungen bezogen werden

In der Gerbematte-Grossüberbauung in Rüegsauschachen können gegen Ende 2017 bereits die ersten Wohnungen bezogen werden. Die Bauarbeiten laufen programmgemäss, und zur Freude des einheimischen Baugewerbes können viele Arbeiten durch Betriebe aus der Region ausgeführt werden.

Rüegsauschachen · «Ich freue mich, dass heute Abend so viele Leute schauen wollen, was hier entsteht, nämlich rund 70 familien- und altersgerechte Wohnungen.» Wer das sagte, war nicht irgendjemand, sondern der Rüegsauer Unternehmer Peter Blaser, welcher in den letzten Jahren die Planung und Überbauung der Gerbematte in Rüegsauschachen beharrlich vorangetrieben hatte. Über 140 Leute folgten nämlich der Einladung des Gewerbevereins Hasle-Rüegsau und der beiden Gemeinden Hasle und Rüegsau zum 13. Wirtschafts- und Behördenanlass, der dieses Jahr auf der derzeitigen Grossbaustelle im Zentrum von Rüegsauschachen stattfand.

Elfjährige Vorgeschichte mit positivem Abschluss
Was heute baulich schon recht weit gediehen ist, hat eine lange und für viele Leute teilweise auch schmerzhafte Vorgeschichte. Bereits vor elf Jahren genehmigten nämlich die Rüegsauer Stimmberechtigten eine erste Überbauungsordnung (ÜeO) für die im Dorfzentrum gelegene Gerbematte. Realisiert wurde jedoch bloss die Altersheimerweiterung, denn wegen dem Konkurs der Genossenschaft Wohnen im Alter (WIMA) erlitt der Rest einen Stillstand. «Unter den vielen Leuten, die beim Konkurs des WIMA Verluste erlitten, befanden sich auch Pensionierte unseres Betriebes, die sich bei mir über ihr Schicksal beklagten. Bis dahin hatte ich eigentlich wenig Ahnung, was da gelaufen war, doch plötzlich sah ich die Chancen und Möglichkeiten, etwas gut zu machen», erklärte der Überbauungsinitiant Peter Blaser, Verwaltungsratspräsident der ortsansässigen Blaser Swisslube AG.
Als tatkräftiger Unternehmer machte er gleich Nägel mit Köpfen, zusammen mit der Stiftung Alters- und Pflegeheim Hasle-Rüegsau und dem Gemeinderat Rüegsau wurde durch das Zürcher Büro Stadler Vogel Architekten AG für das ganze Areal eine neue ÜeO erarbeitet, welche am 19. März 2014 durch die Rüegsauer Stimmberechtigten genehmigt wurde. Ein Jahr später, nämlich am 10. April 2015, erhielt die inzwischen gegründete Gerbematte AG endlich die langersehnte Baubewilligung. Obschon Peter Blaser betonte, dass die Zusammenarbeit mit den Behörden recht gut war, konnte seinen Worten entnommen werden, dass die lange Behandlungszeit und die komplexen amtlichen Verfahren dem entscheidungsfreudigen Unternehmer oft doch etwas Mühe bereiteten.

Einzug erster Mieter im November
Was nun seit dem ersten Spatenstich vom 29. Februar 2016 auf der Gerbematte geschah, ist enorm. Nachdem die umfangreichen Aushubarbeiten beendet waren, sieht man trotz Wirrwarr aus Gerüststangen, Balken und Latten, wie die Überbauung immer mehr Gestalt annimmt. Die vom Modell her bekannten Baukörper werden immer sichtbarer und lassen erahnen, wie das Ganze dereinst aussehen wird. Wegen internen Umnutzungen werden nicht wie ursprünglich vorgesehen 61, sondern 70 Wohnungen entstehen. Neben einigen Studios sind von der Zweizimmer- bis zur Fünfeinhalbzimmer-Wohnung alle Grössen zu – wie es dem Schreibenden scheint – recht vernünftigen Preisen zu mieten. Von Tanja Egli, von der Gümliger Verwaltungsfirma Privera AG, war zu erfahren, dass das Interesse am Wohnen in der Gerbematte recht gross ist, sind doch schon gegen 40 der 70 Wohnungen reserviert.
Bei einer Besichtigung stellten die Teilnehmenden des Wirtschafts- und Behördenanlasses zwar fest, dass die Arbeiten an den zwei grossen Häusern A und B schon recht weit fortgeschritten sind, bis zum vorgesehenen Bezug der ersten Wohnungen im November 2017 ist jedoch noch recht viel zu tun. Architekt Jürg Vogel ist nach den bisherigen positiven Erfahrungen mit den am Bau beschäftigten Unternehmen jedoch zuversichtlich, dass dieser Termin eingehalten werden kann. Bis Ende 2018 sollen dann auch die beiden Häuser C und D an der Alpenstras­se bezugsbereit sein. Und wenn mal alles fertig gebaut und begrünt ist, wird das Zentrum von Rüegsauschachen ein ganz anderes, neues und modernes Gesicht haben. 

Von Ernst Marti

AUF facebook kommentieren