• Mit grosser Motivation und Konzentration inszenierten die Kinder des Heilsarmee-Musical-Lagers die Geschichte «vom Saulus zum Paulus» auf der Bühne im Hotel Kleiner Prinz. Bild: Anita Schneider

19.04.2018
Huttwil

Begeisternder Schlusspunkt der Lager-Woche

Knisternde Spannung und freudige Erwartung lagen in der Luft, als die 57 Kinder des Musical-Lagers der Heilsarmee Huttwil die grosse Bühne im Hotel Kleiner Prinz betraten. Endlich war es soweit und sie konnten einem grossen Publikum zeigen, was sie während der ganzen Woche gelernt und eingeübt hatten.

Es war bereits das 23. Musical-Tageslager in Serie, das in den Frühlingsferien für Kinder zwischen 10 und 17 Jahren angeboten wurde. Dieses Jahr handelte die Geschichte von den Abenteuern der biblischen Gestalt des Saulus, der nach einer speziellen Begegnung mit Jesus vom Christenverfolger Saulus zum Apostel Paulus wurde. Eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten, galt es doch, in nur 5 Tagen 20 Theaterszenen, 3 Tänze und 20 Lieder, davon 12 Solis, 6 Duette und einen Rap einzustudieren. Viel Einsatz und Disziplin der Kinder, aber auch Geduld und Einfühlungsvermögen des 18-köpfigen Leiterteams waren dazu nötig. «Diesmal hatten wir wirklich topmotivierte Kinder», waren sich alle einig. «Sie sind voll präsent, konzentriert und geben sich sehr viel Mühe.»

Eine spannende Lagerwoche

Ungefähr ein Drittel der Kids waren zum ersten Mal dabei, andere wiederum waren bereits kleine Profis mit Erfahrung aus einem oder mehreren der früheren Lager. Aber ob Neuling oder Routinier, alle machten in dieser Woche des intensiven Lernens freudig mit. So auch der 14-jährige Raphael, der zum dritten Mal dabei war und die Rolle des Pfarrers mit sehr viel Enthusiasmus und Professionalität spielte. Ihm gefielen vor allem die Proben mit Theater, Tanz und Chor. «Es ist nicht ein Lager, bei dem man einfach so zusammen ist, sondern es geht auch um tiefgründige, biblische Themen und das hat mich angesprochen», sagte er mit Überzeugung. In verschiedenen Kleingruppen hatten die Kinder Gelegenheit, sich näher mit der Thematik des Musicals zu befassen, aber auch allgemeine Themen zu diskutieren. Das gefiel besonders der jungen Noa. «Ich finde es cool, dass man immer wieder die Möglichkeit hat, von sich selbst etwas zu erzählen und über das zu reden, was einen beschäftigt.» 

Für einige war es das letzte Lager, so für Eliana, die es jetzt noch so richtig geniessen will. Zusammen mit ihrer Tanzgruppe hat sie diesmal die Choreographie zum Tanz selbst inszeniert und einstudiert. «Wir machten es so, wie wir den Text fühlten.» Zum letzten Mal dabei war auch Noemi, die den Saulus spielte. Sie hatte viel Text zu lernen, was ihr jedoch nicht besonders schwer fiel. «Wir übten viel und haben so mega coole Leiter, die uns immer wieder zum Lachen bringen.» Zwei dieser Leiter sind Jonas und Katrin, die seit Beginn der Musical-Lager dabei waren und nun die Hauptleitung abgeben. Ihnen allen werden die Gemeinschaft, das Lagerleben und die vielen gemeinsamen Erlebnisse fehlen, aber für immer tief in ihrer Erinnerung bleiben. 

Doch zuerst galt es jetzt, sich auf den Höhepunkt des Lagers, die 2 Musical-Aufführungen, zu konzentrieren. 

Die Kinder wurden in diesem Lager zwar gefordert, aber nie überfordert, denn zwischen den Proben gab es immer wieder Gelegenheit, sich in verschiedenen Workshops bei Sport, Spiel und Spass zu erholen und auszutoben. Auch das gemeinsame, vom Küchenteam liebevoll zubereitete Essen und die verschiedenen «Ämtli» förderten die gute Kameradschaft und trugen viel zur guten Lageratmosphäre bei. 

Plausch-Nachmittag

Am Mittwoch gab es sogar einen ganzen Plausch-Nachmittag, an dem sich die Kinder in verschiedenen Spielen auspowern durften. Die Teenies kamen an diesem Nachmittag in den Genuss von verschiedenen, speziellen Workshops und wurden am Abend von zwei Leuten von «Open Doors» (Hilfe für verfolgte Christen weltweit) besucht, die über ihre Arbeit und das Thema Verfolgung berichteten. 

Und schon rückte der grosse Moment der Aufführung in greifbare Nähe. In der Hauptprobe wurden noch letzte Details geschliffen. 

Endspurt

«Haltet das Mikrofon ruhig und gerade vor den Mund und sprecht deutlich. Die Endungen müssen betont werden, damit man versteht, was ihr singt und was ihr sagt», waren einige der wichtigsten Tipps. Und dass sie diese wertvollen Ratschläge auch umsetzten, konnte das begeisterte Publikum nun hören. Auch das lange Stillsein während der Aufführungen war kein Thema mehr. Diszipliert und fröhlich gingen diese anspruchsvollen Darbietungen unter dem grossen Applaus des Publikums zu Ende. Und genauso, wie sie das gleichnamige Lied aus voller Kehle sangen, war auch ihre Überzeugung dazu, nämlich: «es isch super, supermegalässig gsi.»

Von Anita Schneider

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