• Wechsel an der Spitze des HEV Region Langenthal: Erich Giesser (rechts) gratuliert seinem Nachfolger Stefan Wälchli zur Wahl als neuer Präsident. · Bild: Walter Ryser

28.04.2017
Langenthal

Beim HEV löst Stefan Wälchli Erich Giesser ab

Der Hauseigentümerverband (HEV) Region Langenthal hat einen neuen Präsidenten. Der Madiswiler Stefan Wälchli löst Erich Giesser ab, der nach neun Jahren an der Spitze des Verbandes zurücktritt. Die aktuelle Lage im Immobilienmarkt, die rege Wohnbautätigkeit und die bevorstehende, kantonale Abstimmung zur Verkehrssanierung Aarwangen bildeten die weiteren Schwerpunkte der Hauptversammlung.

Grossandrang zur Hauptversammlung des HEV Region Langenthal im Hotel Bären in Langenthal. Über 150 Personen erschienen, um sich über die neuste Entwicklung des Regionalverbandes, aber vor allem über die Lage auf dem Wohnbau- und Immobilienmarkt informieren zu lassen. Präsident Erich Giesser blickte in seinem Jahresbericht auf die aktuelle Wirtschaftslage und hielt fest, dass sich die hiesige Wirtschaft langsam vom Frankenschock erholt habe. «Dennoch fallen die Erwartungen für 2017 fast überall verhalten aus, und man erwartet lediglich ein leichtes Wachstum», hielt Giesser weiter fest. Der Präsident sprach aber auch davon, dass auf dem Schweizer Immobilienmarkt eine Trendwende feststellbar sei. «Weil der Migrationssaldo rückläufig ist, jedoch immer noch eine rege Wohnbautätigkeit herrscht, ist die Leerwohnungsziffer auf dem höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren – aktuell zählt man in der Schweiz 56 000 leerstehende Wohnungen – und die Mietzinsen sind leicht gesunken. Dadurch ist die Vermietung von Wohnungen ausserhalb der grös-seren Zentren spürbar schwieriger geworden», hielt Giesser fest.

30 neue Mitglieder
Die Zurückhaltung der Banken bei der Vergabe von Hypotheken führe dazu, dass für viele Schweizer der Kauf eines Eigenheimes ausser Reichweite liege. Dennoch begrüsst Erich Giesser das Vorgehen der Banken, weil es seiner Meinung nach dafür gute Gründe gibt. Er glaubt, dass die Lockerung der Vergabe-Kriterien bei Hypotheken dazu führen könnte, dass die Preise auf dem Immobilienmarkt stark ansteigen würden. Giesser wies auch darauf hin, dass es bei den Hypothekarzinsen immer Schwankungen gegeben habe und erwähnte, dass beispielsweise seine Eltern über 7 Prozent Zins bezahlt hätten «und auch das ging irgendwie». Daneben konstatierte der Präsident, dass der HEV Region Langenthal auf ein erfolgreiches Verbandsjahr zurückblicken kann. Mit einem Mitgliederzuwachs von 30 Personen zählt der Verein neu 2358 Mitglieder.
Nicht ganz so erfolgreich präsentiert sich dagegen die Jahresrechnung, die mit einem Minus von rund 3400 Franken schliesst, was angesichts des Eigenkapitals von 142 564 Franken zu verschmerzen ist. Auch für  2017 ist ein Verlust von 14 600 Franken budgetiert, darin enthalten ist unter anderem die Modernisierung der Webseite.

Mit Denise Krieg-Wälchli eine weitere Frau in den Vorstand gewählt
Nach neun Jahren an der Spitze des HEV Region Langenthal übergab Erich Giesser das Präsidium an den bisherigen Vize-Präsidenten Stefan Wälchli. Der diplomierte Bankfachexperte aus Madiswil führt als stellvertretender Direktor den Marktbereich bei der Clientis Bank Oberaargau. In seiner Laudatio würdigte Wälchli die langjährigen Verdienste des scheidenden Präsidenten, insbesondere die Gewinnung von über 200 neuen Mitgliedern. Für eine weitere Amtsdauer von zwei Jahren wiedergewählt wurden die Vorstandsmitglieder Manuela Zimmermann, Markus Gfeller, Stefan Grossenbacher, Jürg Häusler, Stefan Costa und Beatrice Rau-Fischer (alle Langenthal). Für den scheidenden Erich Gies­ser wurde neu Denise Krieg-Wälchli (Alchenflüh, Leiterin Marketing/Kommunikation bei der Clientis Bank Oberaargau) in den Vorstand gewählt.

Verkehrssanierung Aarwangen
Im zweiten Teil der Veranstaltung stellte HEV-Vorstandsmitglied und FDP-Grossrat Stefan Costa die kant. Abstimmungsvorlage zur Verkehrssanierung Aarwangen vor, über die das Stimmvolk am 21. Mai befinden wird. Costa rief die Anwesenden zu einem entschiedenen Ja auf. Er nannte fünf Hauptargumente für ein Ja: mehr Sicherheit und Lebensqualität; eine Lösung für den ganzen Kanton Bern; eine durchdachte Verkehrslösung; Siedlungsentwicklung nach innen und nicht zuletzt, weil sich die betroffene Bevölkerung bei der öffentlichen Mitwirkung grossmehrheitlich für die Umfahrung aussprach. «Durch die Verkehrsentlastung ist eine Aufwertung des Ortskerns Aarwangen möglich, und der Wert der Liegenschaften dürfte besonders durch die bessere verkehrliche Erschliessung in der ganzen Region Langenthal steigen», nannte Costa weitere Argumente, die für die Vorlage sprechen würden.

Von Walter Ryser 

AUF facebook kommentieren