• Von links: Der neue Gemeindepräsident Alois Huber, der verabschiedete alte Gemeindepräsident Beat Burri, die zurückgetretene Sozialvorsteherin Annemarie Struchen und ihre Nachfolgerin Lisbeth Peter. · Bild: Heini Erbini

16.12.2016
Luzerner Hinterland

Beitrag an den Käsereiumbau und den Neubau

Die Gemeindeversammlung Luthern mit 124 Anwesenden stimmte der laufenden Rechnung, die mit einem Mehraufwand von 59 000 Franken abschloss, zu und beschloss ausserdem einen Gemeindebeitrag an den Käsereiumbau und den Neubau des Käsekellers der Käsereigenossenschaft Napf AG.

Luthern · Der neue Gemeindepräsident Alois Huber konnte am Mittwochabend im vollen Gemeindesaal die stattliche Zahl von 124 Bürgerinnen und Bürgern begrüssen, die sich zur ordentlichen Gemeindeversammlung eingefunden hatten.
Gemeindeammann Hans Peter meinte beim Vorstellen des Finanz und Aufgabenplanes, dass auch in den kommenden Jahren die Zahlen der Gemeinde eher im grünen Bereich bleiben. Die Kennzahlen konnten alle eingehalten werden. Vorausgesetzt sei natürlich auch, dass der Kanton ein verlässlicher Partner bleibe.
Beim Jahresprogramm steht der Ausbau der Kanalisation ins Flühlental, Güterstrassensanierungen sowie die Förderung der Gemeindeentwicklung und der Schuldenabbau im Vordergrund. Ebenfalls wird auch an einer Strategie zum Bevölkerungsschutz und der Revision des Bau- und  Zonenreglements gearbeitet.
Zugestimmt wurde der laufenden Rechnung, die mit einem Mehraufwand von 59 800 Franken abschloss, ebenfalls der Investitionsrechnung, die eine Zunahme von Nettoinvesti-tionen von 1,96 Millionen Franken aufweist. Der Steuerfuss wird weiterhin bei 2,4 Einheiten belassen.
Die Auswirkungen des kantonalen Konsolidierungspakets 2017 wurden bei der Budgetierung berücksichtigt. Stark ins Gewicht fallen würde für die Gemeinde Luthern bei einer Annahme durch den Kantonsrat die geplante Streichung des Gemeindeanteils aus den Verkehrssteuern von 105 441 Franken und Kürzungen bei den Ergänzungsleistungen im Betrag von 97 276 Franken. Ohne Diskussion wurde beschlossen, den Umbau der Käserei und den Neubau des Käsekellers Hofstatt mit einem Gemeindebeitrag von 125 000 Franken zu unterstützen.
Die am 30. August erfolgte Zusammenlegung der beiden Käsereien Gyrstock, wo auch weiter Emmentaler produziert wird, und der Käserei Luthern Dorf, die auf Spezialitäten ausgerichtet ist, zur Käsereigenossenschaft Napf AG, ist nicht nur ein Meilenstein, sondern ermöglicht es auch, dass die Milchproduktion der 60 Milchlieferanten in Luthern verarbeitet werden kann. So werden sicher noch weitere Arbeitsplätze entstehen, und die gesamte Wertschöpfung kann im Tal gehalten werden.
Auch der Teilrevision der Gemeindeordnung wurde zugestimmt. So kann nun der Gemeinderat allein entscheiden über die Ergreifung des Gemeindereferendums, mit dem auch Druck auf den Kanton ausgeübt werden kann. Denn die Frist von 60 Tagen ab der amtlichen Veröffentlichung ist sehr kurz. Bereits 15 weitere Gemeinden haben dem Gemeinderat schon diese Kompetenz eingeräumt, und weitere sollen noch folgen.

Neuer Jugendtreff
Weil der Hof neben dem Dorfschulhaus bald abgerissen wird, um Platz für ein neues Feuerwehrmagazin und ein Mehrfamilienhaus zu machen, musste auch für den darin untergebrachten Jugendtreff ein neues Lokal gesucht werden. Im Spycher beim Begegnungszentrum wurde man fündig.
Sozialvorsteherin Lisbeth Peter stellte die neuen Räumlichkeiten vor. Eine kleine Küche und eine WC-Anlage wurden eingebaut. Der ganze Umbau, der von den Handwerkern in kurzer Frist erfolgte, kam auf 37 000 Franken zu stehen. Sie führte auch aus, dass gegenwärtig fünf Familien aus Afghanistan, Syrien und Eritrea in der Gemeinde Aufnahme gefunden haben. Fleissig würden sie auch den angebotenen Deutschkurs besuchen.
Gemeinderat Heini Walthert erklärte, dass die Baubewilligung des Projekts Hof noch aussteht, aber nachdem die letzten Fragen geklärt werden konnten sicher nächstens eintreffen werde. Auch die Behebung der Hochwasserschäden sei auf gutem Weg und nach dem Bau der Brücken nun bald abgeschlossen. Doch die Gelder von Kanton und Bund würden noch ausstehen. Wenn das Wetter mitspiele, werde auch schon im kommenden Januar mit dem Bau der ARA ins Flühlental begonnen.
In Luthern Bad, wo nun alle Häuser an die ARA angeschlossen sind, stehen noch die Asphaltarbeiten an. Man möchte diese Gelegenheit nun ergreifen, um auch die Plätze aufzuwerten und den Verkehr zu beruhigen.

Neuer Zivilschutzchef
Christian Birrer übernahm von Pirmin Christen das Amt des Zivilschutzchefs der Gemeinde Luthern.
Gemeinderat Lukas Lustenberger orientierte auch über die Arbeiten, die vom Zivilschutz im Verlaufe des Jahres geleistet wurden. Er verabschiedete Beat Burri, der von seinem Amt als Gemeindepräsident nach acht Jahren zurückgetreten war. Er erinnerte unter anderem auch an dessen grossen Einsatz für die Schule, sei es sein erfolgreichen Kampf, um die Beibehaltung der Oberstufe in Luthern oder seine tatkräftige Mitarbeit und seinen Einsatz beim Bau des neuen Spielplatzes.
Hans Peter verabschiedete Annemarie Struchen, die acht Jahre als Sozialvorsteherin wirkte.
Er erinnerte an ihre grossen Verdienste beim Begegnungszentrum, wo ein Ausbau realisiert wurde, sowie bei der Zusammenlegung der Spitex und beim Aufbau der Knospe. Dank ihrem grossen Einsatz konnte auch der neue Jugendtreff realisiert werden.
Kantonsrat Urs Kunz sprach über seine Arbeit in Luzern und erläuterte auch die nicht einfache Finanzsitua-tion des Kantons. Seiner Meinung nach ist die Steuererhöhung notwendig, damit der Kanton seine Aufgaben erledigen könne.
Martin Beutler orientierte über das Mitfahrsystem Taxito, das erfolgreich gestartet sei. Der Versuch in Luthern und im Hinterland werde noch ein weiteres Jahr laufen. Taxito sei keine Konkurrenz des öffentlichen Verkehrs, sondern eine Ergänzung, die nicht nur der Bevölkerung diene, sondern auch für die Touristen und Wanderer im Napfgebiet Vorteile bringe.
Mit Dank an alle schloss Gemeindepräsident Alois Huber die speditiv verlaufene Versammlung.

Von Heini Erbini


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