• Die Bernerland Bank hat sich 2016 sehr gut behauptet. Verwaltungsratspräsident Mark Hess konnte an der GV sehr gute Zahlen vorweisen. · Bilder: Liselotte Jost-Zürcher

22.05.2017
Emmental

Bernerland Bank mit steigenden Zahlen

Bankleitung und Verwaltungsrat der Bernerland Bank konnten der 15. ordentlichen Generalversammlung ein sehr gutes Ergebnis 2016 mit Zuwachs in allen Bereichen präsentieren. Entsprechend speditiv verlief die GV; aus der Versammlung gab es keine Wortmeldungen. Als Gastreferentin sprach Jeannine Pilloud, Leiterin SBB Personenverkehr.

Langnau · Die Kundenausleihungen der Bernerland Bank (blb) haben um 30 Millionen Franken (2,5 %) zugenommen; die Kunden- und Depotgelder haben um 25 Millionen Franken (1,9 %) zugenommen; die Bilanzsumme ist um 4,3 % gewachsen, und der Geschäftserfolg konnte um 5 %, der Jahresgewinn um 3 % gesteigert werden.
«Dank dem guten Ergebnis und den soliden Kennzahlen sind wir in der Lage, die im letzten Jahr um 1 Prozent erhöhte Dividente unverändert auszurichten und laufend in die Zukunft der Bank zu investieren», konnte Verwaltungsratspräsident Mark Hess an der GV in der Ilfishalle verkünden.

Zinstief fordert heraus
Angesichts des Umfelds, dem die Bank heute und auch künftig ausgesetzt sei, sei es unabdingbar, mit vorhandenen Mitteln in die Zukunft und in die Weiterentwicklung des Bankinstituts investieren zu können.
Das anhaltend tiefe Zinsniveau stelle auch die blb vor enorme Herausforderungen. So sei der Anteil der Festhypotheken seit 2010 von 75 auf 90 % gestiegen. «Dieser Trend verursacht bei den Banken hohe Absicherungskosten und führt trotz Volumenausweitung zu einer deutlich rückläufigen Zinsmarge. Die umfangreichen regulatorischen Anforderungen sind zusätzliche Kostentreiber.»
In diesem Umfeld werde deshalb bei den Banken der Fokus auf Effizienzsteigerung, Kostensenkung zum Beispiel durch Optimierung des Filialnetzes, der Abwicklungsprozesse sowie der Auslagerung von Abwicklungsarbeiten etc. gerichtet.
Mark Hess erwähnte dabei auch die veränderten Angewohnheiten der Bankkundschaft, die rasant zunehmende Digitalisierung. «Um die Profitabilität der Bank langfristig zu sichern, sind grundlegende Anpassungen der Wertschöpfungskette und die Nutzung des Potenzials der Digitalisierung notwendig.»

Auf das Kerngeschäft fokussieren
Auf Beratung und Schnelligkeit der Informationsbeschaffung basierende Kundenbeziehungen würden immer wichtiger. Die blb  fokussiere sich deshalb auf den Kern des Bankgeschäfts und lagere alle übrigen Funktionen konsequent an spezialisierte Unternehmen aus.
Seine Worte wurden von Geschäftsführer Peter Ritter unterstrichen. Die geschäftliche Herausforderung sei es, festzulegen wie sich die Bank bewegen wolle. Kundennähe aber sei ihr Credo; Kundennähe oder Dienstleistungsverhalten zeichne sich nicht alleine durch physische Nähe, sondern vielmehr durch gegenseitigs Vertrauen und Vorwärtsgehen mit Veränderungen aus. «Für mich, für uns ist eines klar: Gerade im Dienstleistungsbereich, der geprägt ist von Menschen, geht nichts ohne dass sich die Menschen verändern.» Die digitalen Veränderungen würden schrittweise verlaufen; sie seien keine Revolution, sondern eine Evolution.
Digitalisierung heisse auch, dass die Kunden digitaler würden, denen sich die Bank anpassen müsse.
Im letzten Jahr habe die blb diverse solche Schritte getan. Unter anderem würden Anmeldungen für Kundenanlässe wie auch für die aktuelle GV elektronisch erfolgen. Die Mobile Banking App sei weiterentwickelt worden; die Nutzung habe sich innert Jahresfrist vervierfacht. Die Maestro-Karten sind mit dem sogenannten NCF-Code für kontaktloses Bezahlen ausgerüstet worden, und im Lyssach-Zentrum wurde ein hochfrequentierter neuer Bankomat eröffnet. Peter Ritter erwähnte im Weiteren die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Zähringer Privatbank, die sich sehr erfreulich entwickle. Per Ende Jahr seien gemeinsam Verwaltungsmandate von 44 Millionen Franken betreut worden, 18 % mehr als anfangs Jahr. Zudem hätten günstige Pfandbriefdarlehen aufgenommen werden können.
Die 1986 anwesenden Aktionärinnen und Aktionäre genehmigten ohne Gegenstimmen und mit einigen ganz wenigen Stimmenthaltungen den Jahresbericht, die Jahresrechnung 2016 und die Verwendung des Bilanzgewinnes von 4,322 Millionen Franken (gerundet). Vom Gewinn sollen 2,3 Millionen Franken der allgemeinen gesetzlichen Reserve zugewiesen werden. Zudem wird eine Dividende von 21 % auf dem Aktienkapital, entsprechend 1,955 Millionen Franken ausgerichtet werden. Der Vortrag auf die neue Rechnung beträgt 66 519 Franken.
Jacqueline Scheuner und Walter Gerber wurden als Verwaltungsräte wiedergewählt; ebenso die aktienrechtliche Revisionsstelle PricewaterhouseCoopers AG.

Swisspass funktioniert
Nach der GV referierte Jeannine Pil-loud, Leiterin SBB Personenverkehr und «Herrin» über rund 13 000 Angestellte. Entgegen vieler negativer Medienmeldungen hielt sie daran fest, dass die Kundenzufriedenheit bei den SBB zwischen 2013 und 2016 um 1,9 % auf 75 % gestiegen sei.
Auch die Umstellung auf Swiss Pass habe einwandfrei funktioniert – dies trotz der grossen Herausforderung, dass er verschiedensten Transportunternehmungen gehöre. Nach wie vor würden sich das General- und das Halbtaxabonnement grosser Beliebtheit erfreuen. Für die Zukunft verhiess die Referentin, dass die SBB weitere Preiserhöhungen trotz hohen Investitionen nach Möglichkeit verhindern oder im besten Fall Preise senken wollen. Um den Billettverkauf an unbedienten Bahnhöfen zu erleichtern, werde im Moment ein Video-Kontakt getestet, mittels welchem sich Kundinnen und Kunden rund um die Uhr per Video beraten oder helfen lassen können. Ebenso solle ein mobiles GA geschaffen werden, welches für Teilstrecken benützt werden kann.

SBB wollen Kundenzufriedenheit weiter verbessern
Dabei halte die SBB im Fernverkehr an betreuten Zugsfahrten fest: «Wir wollen die Kundenzufriedenheit weiter verbessern», nannte sie das Ziel. 

Von Liselotte Jost-Zürcher

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