• Durch den geplanten Neubau des Werk- und Entsorgungshofes geht der Aussen-Springplatz bei der Reithalle in Grünen verloren. · Bild: uss

17.08.2018
Emmental

Bevölkerung zeigt grosses Interesse am neuen Werk- und Entsorgungshof

90 Personen liessen sich in der Sumiswalder Schulhaus-Aula über den geplanten Neubau eines Werk- und Entsorgungshofes informieren. Als Standort ist das gemeindeeigene Areal «Eisplatz» bei der Brücke in Grünen vorgesehen. Zum Projekt gab es auch kritische Wortmeldungen.

Sumiswald · Gemeindepräsident Fritz Kohler kon­n­te am Dienstagabend in der Hof­acker-Aula 90 Personen zur Info-Veranstaltung bezüglich Neubau Werk- und Entsorgungshof begrüssen. Der Vorsitzende freute sich an der grossen Resonanz, welche das Gesamt-Projekt seit der Bekanntmachung in der Bevölkerung ausgelöst habe. Am jetzigen Standort im «Stettlerhaus» und in diversen externen Magazinen sei ein rationelles Arbeiten nach heutigen Standards und Bedürfnissen rein unmöglich, erklärte Fritz Kobel, Leiter Bau und Betriebe. Seit einem halben Jahrhundert sind – ausser einer Dachsanierung – am schützenswerten Gebäude keine Investitionen getätigt worden. Nun liegt ein Kaufangebot eines einheimischen Interessenten vor, welcher die Liegenschaft an der Marktgasse 18 erwerben und ausbauen möchte. Für den Werkhof und die dortige Entsorgungsstelle musste daher ein neuer Standort gefunden werden. Bei der Evaluation aller fraglichen Grundstücke in Gemeindebesitz fiel die Wahl auf den «Eisplatz» bei der Brücke in Grünen.
Die Flächen und Kubaturen des von Architekt Roland Bürki geplanten Neubaus entsprechen den vorhandenen Fahrzeugen und Gerätschaften, es sind keine Raumreserven eingerechnet. Die Einrichtungen und Umschlagplätze sind auf den heutigen Stand der Technik und Gesetzgebung ausgerichtet. Die Konstruktion ist umweltfreundlich und ökologisch geplant, es sollen grösstenteils einheimische Unternehmungen und Lieferanten berücksichtigt werden, versicherten die Projekt-Verantwortlichen.
Gemeinderat Fritz Lehmann erinnerte an die markant gestiegenen Anforderungen an die Abfallentsorgung: «Die Einwohnerinnen und Einwohner wollen heute die Abfälle  häufiger entsorgen als früher. Der Umweltgedanke verlangt ausserdem nach einem möglichst breiten Sammelangebot. Grüngut wird allerdings nicht angenommen, da in der Nähe gut funktionierende Alternativen bestehen», erklärte Lehmann. Auf dem Sumiswalder Dorfplatz soll zudem eine moderne, emissionsarme Entsorgungsstation gebaut werden. Diejenige auf dem Bahnhofplatz in Grünen wird geschlossen. Der Entsorgungshof wird wöchentlich an zwei Halbtagen mit Bedienung geöffnet sein.

Urnenabstimmung im Februar
Über den erforderlichen Bruttokredit in der Höhe von 2,4 Millionen Franken wird es im kommenden Februar eine Urnenabstimmung geben. Bis dahin muss mit dem neuen «Stettlerhaus»-Besitzer ein rechtlich verbindlicher Vorverkaufsvertrag abgeschlossen sein, denn der Erlös von schätzungsweise 730  000 Franken ist in der Kalkulation ebenso enthalten wie die Entnahme von 470 000 Franken aus der Spezialfinanzierung  Abfallentsorgung.
Aus der Versammlung wurde die «Geheimniskrämerei» bezüglich des anonymen Kaufinteressenten mehrfach bemängelt. Ebenfalls sei unklar, ob und wieviel Bauland von der «Kreuz-Matte» mit dem Gebäude die Hand wechseln würde. Gemeindepräsident Fritz Kohler bedauerte, momentan keine näheren Angaben machen zu können: «Wir haben für die laufende Phase der Verkaufsverhandlungen Stillschweigen vereinbart. Aber in der Abstimmungsbroschüre werdet ihr garantiert alle relevanten Sachverhalte finden. Der Neubau steht ganz klar in Abhängigkeit zum Verkauf der ehemaligen Käsehandlung», beschwichtigte  der Vorsitzende. Dies war für den Vertreter des Reitvereins Sumiswald ein schwacher Trost. Für seinen Verein als Besitzer der angrenzenden Reithalle ist der Neubau schlicht am falschen Ort, auch wenn die zugesicherten Parkplätze nicht tangiert seien.

Von Ulrich Steiner

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