• Das alte Feuerwehrmagazin hat wohl ausgedient. Der Gemeinderat bevorzugt einen Neubau anstelle der Totalsanierung. · Bild: Leroy Ryser

12.10.2018
Oberaargau

Brennende Fragen sind zu klären

In Lotzwil soll ein neues Feuerwehrmagazin gebaut werden. Der Gemeinderat bevorzugt diese Variante gegenüber der Totalsanierung des bestehenden Magazins. Der Neubau dürfte rund 1,25 Millionen Franken kosten.

Lotzwil · Das bestehende Feuerwehrmagazin in Lotzwil muss saniert oder ersetzt werden (der «Unter-Emmentaler» berichtete). Nach diversen Abklärungen und Kostenberechnungen hat sich der Gemeinderat entschieden, zur geplanten Totalsanierung als Alternative auch einen Neubau zu prüfen. Dazu hat der Gemeinderat als vorberatendes Gremium einen Ausschuss «Neubau Feuerwehrmagazin» eingesetzt, schreibt der Gemeinderat in einer Medienmitteilung. Dieses Gremium wurde beauftragt, die Arbeiten für die Planung eines neuen Feuerwehrmagazins unverzüglich in Angriff zu nehmen. Für die Ausarbeitung eines Vorprojekts wurde die Medici Architekten GmbH, Lotzwil, beauftragt. Inhaberin und Architektin Myriam Medici hat den Ausschuss begleitet und verschiedene Neubauvarianten geprüft und ausgearbeitet. Bei der Variante «Totalsanierung» müsste das Gebäude inwendig komplett isoliert und sämtliche Werkleitungen inklusive Heizung und Sanitäranlagen müssten erneuert, respektive installiert werden. Die Kosten dafür werden auf rund 600 000 Franken geschätzt. Zudem müsste die Liegenschaft an der Kirchgasse 22 käuflich erworben werden. Der Kaufpreis beträgt 975 000 Franken. Mit einer Sanierung würde jedoch der zusätzliche Raumbedarf für das Korpsmaterial nicht gelöst. Auch würde die Zu- und Wegfahrt zum Feuerwehrmagazin kritisch bleiben. Als Alternative wurden deshalb mehrere Neubauvarianten auf der gemeindeeigenen Parzelle in der Arbeitszone A1 neben dem Werkhof geprüft. Erste Wunschvarianten wurden redimensioniert. Der Ausschuss ist jedoch überzeugt, mit einem Neubau genügend Raumreserven schaffen zu können, welcher der Feuerwehr langfristig dienen wird. Der Gemeinderat wird deshalb der Gemeindeversammlung einen Kreditantrag von 1,25 Millionen Franken für den Neubau eines Feuerwehrmagazins unterbreiten. Die Folgekosten betragen jährlich 48 150 Franken und werden über die Miete an die Nutzer weiterverrechnet. Nutzer sind die Feuerwehr Lotzwil/Rütschelen (jährliche Mietkosten 24 850 Franken) sowie der Werkhof (8000 Franken) für die Lagerung des Elektroschrottes. Zu diesem Thema findet am 18. Oktober noch eine Infoveranstaltung statt (19.30 Uhr beim Feuerwehrmagazin).

Budget bereitet Kopfzerbrechen
Kopfzerbrechen bereitete dem Gemeinderat von Lotzwil auch die Erstellung des Budgets für das Jahr 2019. Die erste Fassung führte deshalb zu einer intensiven Überprüfung aller Ausgaben. Vor allem der allgemeine, steuerfinanzierte Haushalt präsentierte sich laut Mitteilung des Gemeinderates unerfreulich. Nach diversen Änderungen einigte sich der Gemeinderat, der Gemeindeversammlung ein Budget mit einem Defizit im allgemeinen Haushalt von 335 980 Franken vorzulegen. Feuerwehr- und Abfallrechnung dagegen sehen positive Abschlüsse vor. Somit weist der Gesamthaushalt ein Defizit von 321 120 Franken auf. Nach einigen Jahren mit positiven Abschlüssen ist der Bilanzüberschuss der Gemeinde Lotzwil auf über 3,7 Millionen Franken angewachsen. Der Gemeinderat ist daher der Meinung, dass das vorgesehene Defizit im Steuerhaushalt ohne Anpassung der Steueranlage (1,7) zu verkraften sei.

Lagerweg muss saniert werden
Die Sanierung des Lagerwegs mit den Werkleitungen Wasser, Abwasser, Breitbandkommunikation, Elektrizität, Strassenbeleuchtung, Strassenbelag und Strassenentwässerung drängt sich auf. Der Betriebsrat Gemeindebetriebe stellt deshalb den Antrag, der Gemeindeversammlung vom 26. November einen Rahmenkredit in der Höhe von 830 000 Franken zur Abstimmung zu unterbreiten. Der Beschluss der Gemeindeversammlung unterliegt dem fakultativen Referendum. Mit der Sanierung des Lagerweges soll im März 2019 begonnen werden.
Das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern (AWA) informierte die Gemeinde, dass die Schiessanlage Witeli bezüglich Altlasten bis zum 1. November untersucht werden muss. Für die Durchführung der altlastenspezifischen Voruntersuchung hat der Gemeinderat einen Nachkredit über 10  000 Franken zulasten der Erfolgsrechnung bewilligt und das Ingenieurbüro Kellerhals+Haefeli AG in Bern mit der Ausführung beauftragt. Aufgrund des Untersuchungsberichts wird das AWA den Zeitplan für eine allfällige Sanierung festlegen. Der Kugelfang ist als überwachungsbedürftig eingestuft und muss unter Umständen innert drei Jahren saniert werden.

Von Walter Ryser

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