• Der Männerchor Affoltern zeigte sich unter dem Taktstock von Fritz Sommer von seiner klangvollen Seite.

  • Die Line-Dancer luden das Publikum des Männerchorabends erfolgreich zum Mittanzen ein. · Bilder: Hans Minder

06.03.2017
Emmental

Chormusik und Line-Dance: das passte!

Gute Männerchormusik und rhythmisch reifer Line-Dance, das war am vergangenen Samstag die Überraschung, die im Mehrzweckraum der Schule Affoltern für Furore sorgte. Das alles gab es und gibt es in der dreiteiligen Konzertreihe des Männerchors Affoltern noch zwei Mal zu erleben.

Affoltern · Der Männerchor Affoltern hat seine dreiteilige Jahreskonzertreihe 2017 am Samstag erfolgreich gestartet. Im Mehrzweckraum der Schulanlage Affoltern wurden dem Publikum nicht nur feine Pastetli serviert. Im Angebot standen nebst aufgeräumter Stimmung auch gute Chormusik und – als Surprise – rhythmisch reifer Line-Dance aus Langenthal. Die Premiere der Affolterer Sänger ist von der ersten Minute bis zum grossen Höhepunkt, den Gesamtchorvorträgen und der finalen Tanzaufforderung des Ländlertrios «Has gib Gas», absolut gelungen.

Suche nach neuen Formen
Die Schliessung des «Sonnen»-Saals war für den Männerchor Affoltern eine Herausforderung. Wie weiter? Das war  die  Frage. Auf der Suche nach neuen Formen des Jahresanlasses hat der Männerchor heuer als Novum drei Konzertabende ins Programm aufgenommen. Anstelle eines Theaters haben die Organisatoren heuer Gastmännerchöre eingeladen und sie würzten das Konzert mit Line-Dance aus Langenthal.
Das Publikum honorierte diese Art eines Jahreskonzerts auf die entsprechende Frage hin mit grossem Applaus. Ob die Form auch für den Männerchor stimmig ist, das wird das Erfolgsbarometer und das Abwägen von Zahlen und Fakten weisen.

Kosakenritt und Westernmedley
Mit den beiden Chorwerken «Kosaken-Patrouille» von Otto Groll und dem Medley «Golden Western Songs» hat der Männerchor Affoltern die Hitparade des Konzertabends angeführt. In diesen beiden Gesangsstücken verkörperten die Männer Steppenritt, Weite, Leidenschaft und Sehnsucht und liessen diese stimmungsvollen  Funken auf das Publikum überspringen. Die Affolterer Gesangsblöcke wurden von einem Profi aus den eigenen Reihen moderiert – von Urs Ryser, der  in jeder Situation schlagfertig und mit Witz zu erheitern wusste.

Mit jungem Blut aufgefrischt
Der Männerchor Affoltern konnte sich in den vergangenen Jahren mit jungem Blut auffrischen. Im Gegensatz zum Schicksal vieler klassischer Chöre wirkt sich das auf die Lebendigkeit des Singens aus. Unter der  musikalischen Leitung von Fritz Sommer manifestierte sich auf der Bühne ein Männerchor, der das Zeug hat, mit klanglichen Höhenflügen zu punkten.
Neben den vorerwähnten Hits trugen die «Affolterer» das Volkslied «Bella Bimba» von Luigi Picarelli, den rockigen «Louenesee» von Span, Hermann Arsmanns «Mein Herz der Heimat», das Lied «Heimkehr» von Johannes Gelbke und die Affolterer Version eines Bernbietliedes vor.

Wildwestspirit und Rhythmus
Schützenhilfe erhielt der Männerchor von der Line-Dance-Gruppe aus Langenthal. Sieben «Cowgirls» und ein «Cowboy», angeleitet von der choreografischen Leiterin Regina Rast, brachten eine Mischung aus Wildwestro-mantik, Rhythmus und Freude am Bewegen ins Spiel. Die taktmässig reichen und ausgefeilten Tanzküren der Line Dancer passten sich gut in den vielseitigen Männerchorabend ein. Die rhythmische Abwechslung von Chormusik und Tanz wurde vom Publikum geschätzt und mit viel Applaus gewürdigt. Moderiert wurde der Tanzblock von der Tanzleiterin Regina Rast, die bei der Zugabe das Publikum zum Mitmachen animierte und die Tanzschritte vormachte.

Freude am Leben schwang obenauf
Als Gast des ersten Konzertabends brachte der Männerchor Dürrenroth klingende Geschenke nach Affoltern. Die Dirigentin Susanne Hofer-Seiler hat ihre Männer fest «an der Kandarre». Zu Hören waren «Das Leben bringt gross Freud», «Aennchen von Tharau», «Wohin mit der Freud», alle von Friedrich Silcher, «Vieni sulla Barchetta», Männerchorsatz von Walter Schmid, «Waldkönig» von Carl Attenhofer, «My Heimat» von Hans Ackermann. Im Reigen dieser schönen Lieder gingen den «Dürrenrothern» die Herzen und der Dirigentin die Gleichung voll auf, nämlich in Otto Grolls «Freude am Leben». Die Moderation des Dürrenrother Blockes hat Susanne Hofer-Seiler mit augenzwinkerischen Fakten liebenswürdig ausgefüllt. Auch in den weiteren Konzerten dürfen die Affolterer Sänger mit Schützenhilfe von Kameraden rechnen.
Am kommenden  Freitag, 11. März, wird der Männerchor Ersigen und am Samstag, 12. März, der Männerchor Heimiswil mit von der Partie sein.

Von Hans Minder

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