• Der «Alpentainer» Marc A. Trauffer hat in Langenthal mit seinen Mundart-Songs über alle Massen hinaus begeistert. · Bild: Leroy Ryser

13.03.2018
Langenthal

«Dä mit de Chüeh» begeistert seine Fans

Riesen-Party mit Marc Trauffer im Parkhotel: Am vergangenen Wochenende hat der selbsternannte «Alpentainer» in Langenthal mit zwei Konzerten seine neue Tour zum gleichnamigen Album «Schnupf, Schnaps + Edelwyss» lanciert. Über 5000 Besucher waren begeistert.

Edelweiss-Hemden und Dirndl im Publikum, Schweizer- und Berner-Fahnen auf der Bühne und Schweizerdeutscher Alpenrock: Marc A. Trauffer hat in Langenthal seinen Tourstart mit ganz viel Folklore zelebriert. Von Beginn weg war bei den Konzerten klar, was er dem Publikum bieten wird. Fätzige Musik zum Mitsingen, mitgröhlen und mitwippen, dazu einzelne ruhigere Schmuse-Songs und vor allem eingängige Texte, die mit Jodeljuchzer umrandet werden.
Bereits früh schmetterte Trauffer mit «Frölein Marti» einen seiner grossen Hits. Dabei fordert er eine Dame auf, mit ihm «Party» zu machen, denn darauf wartet er schon ewig lang. Während er singt, wird klar, dass der Mundart-Sänger gerade auf seine Tour-Party gewartet hat. Immer wieder liess er sich vom textgewandten Publikum begeistern, das selbst neue Songs ohne Wenn und Aber auswendig mitgrölen konnte. Trauffer nimmts mit Humor und kommentiert: «Schon gestern habe ich bemerkt, dass meine Fans die Texte besser können als ich selbst.»

Ruhig und rockig
In Langenthal hat der Berner Oberländer gleich zwei Konzerte zum Tourstart abgehalten. Während am Freitag 2500 Zuschauer anwesend waren, war das Konzert am Samstag mit 2700 Besuchern ausverkauft. Dabei hatte Trauffer überhaupt keine Mühe, das Publikum für sich zu gewinnen. Ganz im Gegenteil: er zog es, je länger die Show dauerte, immer mehr in seinen Bann. Zwischenzeitlich dankte er allen Alltagsheldinnen, die dafür sorgen, dass immer alles läuft, lädt ein Pärchen auf die Bühne ein, bei welchem der Mann offenbar hin und wieder den Geburtstag vergisst und bittet mit einer Klavier-Ballade freundlichst um Entschuldigung. Beim Publikumshit «Heiterefahne» singt er dann von seiner Heimat, die er nie verlassen will, während Frauen im Publikum mit beiden Händen Herzen formen und in die Höhe halten. Wenig später soll es dann mit «Bier und Cervelat» wieder rockiger werden, dazu bittet er einen etwa 10-Jährigen Knaben namens Nik auf die Bühne, leiht ihm eine Lederjacke und schenkt ihm eine Gitarre zum Üben, um Rockstar zu werden. «Damit kannst du nun deine Eltern ärgern», sagt er dem Jungen und entlässt ihn daraufhin wieder ins Publikum.

Publikum nutzt Wunschkonzert
Dass aber auch Trauffer textgewandt ist, beweist er dann im vorletzten Teil des Konzertes, als er das Publikum kurzerhand vier Songs von seinem neuen Album aussuchen lässt. Der Mann mit Hosenträgern und sympathischer, einfacher Art, spielt prompt auf Wunsch «Zickenkrieg», «Obsi oder Nizi» sowie den auf ihn angepassten «Schacher Seppeli». Dass seine Party nachher von der Plattenfirma gecrasht wird, die ihm nach nur sechs Wochen mit dem neuen Album «Schnupf, Schnaps + Edelwyss» zu Platin gratuliert, überrascht vor allem seine Fans nicht. Trauffer aber scheint tatsächlich gerührt, nicht zuletzt auch, weil er mit seinem ersten, weiterhin erfolgreichen Album vor kurzem auch noch Dreifach-Platin gewann und somit gleich mehrere Schallplatten überreicht erhält. Ein langgezogenes, jugendliches «Shit» ist sein Kommentar, «das isch ja grossartig» hängt der 38-Jährige an. Ein nächstes Highlight soll am 23.11. stattfinden, wo Trauffer im Hallenstadion den Städtern mit seinen Fans zeigen will, was eine richtige «Alpenparty» ist.

Mit 14 Frauen im Dirndl geschnupft
Sein fätziges, begeisterndes Konzert geht daraufhin in den letzten Teil über, wo er mit «Müeh mit de Chüeh» seinen wohl grössten Hit performt. Noch bevor der Song fertig ist, läuft er mitten durchs Publikum – «der machet mer jo scho nüt, oder?» – und fordert in der Mitte des Saales jene ganz hinten auf, auch mitzusingen. Beim Rückweg hält er prompt an um mit 14 Frauen im Dirndl zu schnupfen, ehe er für den vorletzten Song auf die Bühne zurückkehrt. «Geissepeter» reisst dann noch einmal alle mit, ehe er mit dem ruhigen Lied «So schön isch die Alpzyt gsi» ein begeisterndes Konzert abschliesst. «Langethau, der sit Bombe. I 45 Minute chumi zu euch u de machemer aui zäme Selfies» sagt Trauffer, weshalb sich auch nach dem Konzert das Parkhotel nicht wirklich leert. «Der Tourstart war unglaublich emotional. Unglaublich geil», wird Trauffer später gegenüber dem «Unter-Emmentaler» sagen. Er geniesse das zurzeit alles sehr. «Die Fans, die Platten, die Hitparade – ich bin dankbar das alles zu erleben.»
Im Alpentainer-Dorf im hinteren Teil des Parkhotels wird mit passender Ski-Hütten-Musik derweil gefeiert, bis Trauffer sein Versprechen erfüllt, Autogramme unterzeichnet und Selfies macht. Die Langenthaler sind damit endgültig begeistert.
Zweifellos ist es gut möglich, dass es für mehrere Anwesende nicht die letzte Trauffer-Party gewesen ist.

Von Leroy Ryser


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