• Chef de Service Romy Aregger und Küchenchef Matthias Graber freuen sich, Familien mit Kindern wie Jugendliche und Erwachsene in gemütlicher Atmosphäre mit besten Sachen aus der Küche bedienen zu dürfen. · Bild: Rolf Bleisch

13.04.2018
Luzerner Hinterland

Das Dorf hat wieder eine eigene «Sonne»

Der Ruf und der Wunsch nach einer Wiedereröffnung der «Sonne» in Zell wurde erhört. Die Türen des traditionsreichen

Gasthauses sind seit kurzem wieder offen.

Zell · Ganz verwaist stand die Zeller «Sonne» während gut einem halben Jahr am Kreisel eingangs Dorf. Dieses dörfliche Erbgut mit einer langjährigen Betreuung und Bewirtschaftung durch das Wirtepaar Rosmarie und Hansruedi Meinen wartete nur darauf, seine Funktion als Treffpunkt wieder aufnehmen zu können. Doch im Zeitalter wirtschaftlicher Restrukturierungen – die auch vor den Gasthöfen nicht Halt machen – und in welchem individuelle Interessen oft vor das gemeinschaftliche Wohlergehen gestellt werden, war es nicht einfach, die «Sonne» in Zell wieder aufgehen zu lassen. 

Das Gasthaus als dörfliches Begegnungszentrum mit starkem kulturellem Hintergrund weiter zu führen, war denn auch ein grosses Anliegen von Unternehmern aus dem Dorf und der Region. So baute sich eine neue Besitzergemeinschaft auf, die den ehrwürdigen Bau auf Vordermann brachte und über eine sanfte Renovierung zu neuem Glanz verhalf, ohne die bestehenden Qualitäten zu vernachlässigen, in denen das Wohlsein gepflegt wurde und weiter angeboten werden soll. Dafür sorgen nun die Service-Team-Chefin Romy Aregger und der Koch und Küchenchef Matthias Graber zusammen mit seiner Gemahlin.

Braucht Zell die Sonne?

Das war die Frage des «Unter Emmentaler» an die Geschäftsführenden Romy Aregger und Matthias Graber sowie an einige Gäste beim Eröffnungs-Znüni in der «Sonne». Ja, unbedingt, war die schnelle Antwort von Aregger, denn das Gasthaus soll wieder ein Zeller Treffpunkt werden, denn die heimelige Gaststube, wie der für grössere Anlässe einladende Saal und speziell auch das schmucke «Zeller Sääli», das mit seinen gut 100-jährigen Fotos einen Blick in die Vergangenheit des Dorfes preisgibt, waren schon immer Orte der Begegnung und sollen es weiter sein. Erweitert wurde nun das Angebot durch die neu gestaltete Gartenwirtschaft mit dem angefügten Kinderspielplatz. Wir wollen, so erklärte Romy Aregger, Gastgeber für jung, jungebliebene und ältere Gäste sein. Nicht zu vergessen sei auch die Bedeutung der «Sonne» für die Dorfvereine, deren Mitglieder auf die Neueröffnung nur gewartet hätten. Gemeinsames Interesse zu Gunsten der «Sonnen»-Gäste und des Gasthauses soll aus der Zusammenarbeit zwischen Romy Aregger und Matthias Graber sowie mit den weiteren Mitarbeitern im Betrieb hervorgehen. Dazu soll man sich nach Graber die Ziele, wie Qualität, Schnelligkeit, guter Service und eine grosse Auswahl an Menus immer vor Augen haben. Die Küche bietet traditionelle, wie trendige Gerichte mit und ohne Fleisch zu vernünftigen Preisen an. Ein Anliegen für den Küchenchef ist auch, Frauen nach ihren speziellen Wünschen zu bedienen, denn so sagt er, soll die «Sonne» auch noch vermehrt als Gaststube für Frauen gefördert werden.
Dass es begrüssenswert ist, die «Sonne» in Zell scheinen zu lassen, bestätigte auch Toni Graber aus Willisau, denn das markante Gasthaus gehöre einfach ins Zeller Dorfbild. Seine Frau Käthi unterstrich dies mit Überzeugung. Die «Sonne» brauchen wir, erklärte der Zeller Bert Glanzmann, weil es einen Treffpunkt im Dorf brauche, der von Einheimischen geführt werde. Gut für das Dorfleben sei die «Sonne», sagte auch René Häfliger aus Zell, der auch die Bedeutung des Gasthofs für die Vereine hervorhob. Dass auch die Berner gerne nach Zell zum Kaffee kommen, bemerkte mit starken Worten auch der Eriswiler Gast Jakob Loosli. Auf alle Fälle brauche Zell die Sonne am Himmel und die «Sonne» als Gasthaus sagte Grossvater Ernst Nyffenegger, der die Wiedereröffnung der «Sonne» mit seiner Tochter Daniela Riedweg und seinen drei Grosskindern Andreas, Julian und Seline feierte.  

Von Rolf Bleisch

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