• Fatma Ozan Merdan (Wirtin Restaurant Stadthaus) und ihr Stammgast Martin Schär werden am Freitag, 30. November, in der SRF-Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» zu sehen sein. · Bild: Yanick Kurth

21.11.2018
Huttwil

Das «Stadthaus» im Rampenlicht

Das Restaurant Stadthaus in Huttwil ist am 30. November in der SRF-Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» zu sehen. Stammgast Martin Schär erlebte eine intensive Dreh-Woche und feine Menüs in fünf unterschiedlichen «Beizen».

Nicht nur das «Stadthaus»wird in der Sendung eine prominente Rolle einnehmen, sondern auch Martin Schär aus Huttwil, welcher als Stammgast aufritt. Wie das «Stadthaus» abgeschnitten hat, kann Wirtin Fatma Ozan Merdan nicht sagen: «Wir wissen nicht, wie wir bewertet wurden.» Bei der Punkteverteilung seien nur die Stammgäste dabei und diese dürften sich nicht in die Karten blicken lassen. Ein vierköpfiges Kamera-Team und die fünf Stammgäste reisten nach Huttwil. Von 13 Uhr bis um Mitternacht liefen die Kameras und hielten jede Bewegung fest. «Am eigenen Drehtag ist man zwölf Stunden auf den Beinen und beginnt immer wieder von neuem», sagt Martin Schär.
Daraus wird nun eine knapp 25-minütige Sendung zusammengeschnitten. Mit von der Partie sind «Beizen» aus den Kantonen Bern und Solothurn. Vorgängig mussten sie zwei Menüvorschläge einschicken – einer von diesen wurde im «Stadthaus» dann auch serviert und bewertet.

Intensive Dreh-Woche
«Entweder man nimmt eine Woche Ferien oder dann ist es einfach nur streng», sagt Stammgast Martin Schär, der an fünf Tagen hintereinander, wie er sagt, «an wunderschönen Orten» essen durfte. Die fünf «Testesser» verstehen sich laut Martin Schär hervorragend. «Es harmoniert und wir haben alle die ungefähr gleiche Wellenlänge.» «Mini Beiz, dini Beiz» ist sehr erfolgreich: Im ersten Halbjahr 2018 hatte die Sendung durchschnittlich 209 000 Zuschauer (Marktanteil von 27,4 Prozent). Jeden Tag stellt einer von fünf Stammgästen sein Lieblingsrestaurant vor. Am Schluss von jeder Folge bewerten die vier eingeladenen Gäste den gesamten Abend nach den drei Kriterien Ambiente, Essen und Preis-Leistungs-Verhältnis und vergeben Punkte. Am Ende der Woche gewinnt, wer die meisten Punkte erhalten hat.

Seit 45 Jahren Stammgast im «Stadthaus»
Im «Stadthaus» kommt der Fleischliebhaber voll auf seine Kosten: «Es ist nicht nur gut, sondern es wird auch eine grosse Auswahl an Gerichten angeboten», lobt Martin Schär und blättert durch die Menükarte, auf welcher auch seine Lieblingsmenüs, Piccata milanese und Cordon bleu mit Pommes frites, zu finden sind.
Seit 45 Jahren ist der gebürtige Huttwiler immer wieder im «Stadthaus» anzutreffen und hat also sämtliche Pächterwechsel miterlebt. Der 62-Jährige ist regionaler Verkaufsleiter bei der Graphax. Für die Vorabend-Sendung hat sich der Sportbegeisterte aber nicht selbst angemeldet. Das SRF hat ihn kontaktiert, war der TV-Sender doch auf der Suche nach einer «Beiz» und einem Stammgast aus dem Oberaargau. Martin Schär willigte nicht sofort ein, wollte er doch zuerst im «Stadthaus» nachfragen, ob sie überhaupt mitmachen wollen. Dort stiess er bei der Wirtin Fatma Ozan Merdan auf offene Ohren und einer Anmeldung stand nichts mehr im Weg.

Ein Ehepaar – zwei «Beizen»
Wirtin Fatma Ozan Merdan führt das beliebte Huttwiler Restaurant seit drei Jahren. Vorher hat ihre Schwester die Gaststätte acht Jahre lang erfolgreich geführt. «Wirten ist mehr als nur ein 100%-Job», sagt die Wirtin. Ihr Ehemann führt eine angesehene Pizzeria in Roggwil. «Die perfekte Lösung für uns, jeder führt sein eigenes Restaurant und kann seine Ideen umsetzen», hält Fatma Ozan Merdan fest. Die Wirtin war schnell begeistert, das TV ins «Stadthaus einzuladen». «Wir erlebten einen spannenden Drehtag, es war interessant für mich und mein Team, in die Fernsehwelt blicken zu können», sagt sie dem «Unter-Emmentaler» weiter. Der Restaurantbetrieb lief auch während den Filmaufnahmen wie gewohnt weiter.

Dem SRF gehen die «Beizen» aus
Seit 2014 flimmert jeweils von Montag bis Freitag um 18.15 Uhr «Mini Beiz, dini Beiz» über die Schweizer TV-Bildschirme. Anfang 2019 ist jedoch Schluss: SRF streicht die beliebte Sendung aus dem Programm, wie «Nau» berichtet. Der Grund ist, wie SRF-Sprecherin Lorena Sauter auf Anfrage von «Bluewin» bestätigt: «Nach über vier Jahren und rund 800 ‹Beizen› sind wir leider an den Punkt gekommen, an dem sich das ‹Beizen›-Potenzial in der Schweiz ausgeschöpft hat.» Es sei schlicht nicht mehr möglich, neue  Restaurants für «Mini Beiz, dini Beiz» zu finden. «Als Ersatz für die Vorabendsendung läuft ab Montag, 7. Januar, ebenfalls um 18.15 Uhr, die neue Doku-Serie «Mini Schwiiz, dini Schwiiz». In der Show präsentieren jeweils fünf Schweizer während einer Woche ihre Heimatregion.
Den Schlusspunkt von «Mini Beiz, dini Beiz» setzt am Samstag, 5. Januar 2019, ein Prominenten-Spezial.

Gut zu wissen
Die Sendung aus Huttwil von «Mini Beiz, dini Beiz» wird am Freitag, 30. November, um 18.15 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt.

Von Yanick Kurth

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