• Die Absolventinnen des Bildungsjahres am Inforama Waldhof freuen sich über ihren Erfolg und ihre guten beruflichen Perspektiven. · Bild: Barbara Heiniger

20.07.2018
Langenthal

«Den eigenen Haushalt gekonnt führen»

Die gefüllte «Schatztruhe» stand im Mittelpunkt an der fröhlichen Abschlussfeier des 11. Bildungsjahres Hauswirtschaft BJHW. Alle 23 Absolventinnen erhielten ihr verdientes Zeugnis. Rita Gfeller (Präsidentin Verband bernischer Landfrauenvereine – VBL), Vertreterin der Trägerschaft, Urs Nufer (Schulrat), Kaspar Grünig (Inforama) und Christine Gerber (Berner Bauern Verband),

 

Barbara Thörnblad Gross (Ressortleiterin HBB Hauswirtschaft & Weiterbildung, Inforama) begrüsste die Absolventinnen, Eltern, Ausbildnerinnen, Lehrpersonen und weitere Gäste herzlich. Therese Wüthrich (Teamleiterin am Inforama Waldhof) musste sich  entschuldigen lassen. «Jede eigene Erfahrung, die wir sammeln, ist ein Unikat in der Schatztruhe unseres Lebens», mit diesem Zitat erinnerte Thörnblad  an den Beginn des Bildungsjahres 2017/18 am 16. August letzten Jahres, als dieses als Motto gewählt wurde. 

Erfolgreiche Berufswahl
Die Hauswirtschaftsschule und Aula am Inforama Waldhof waren mit Blumen geschmückt. In schönster Festkleidung kamen die fröhlichen Frauen zum letzten Mal an ihren Schulort. Mit einem gemeinsamen Lied, gesungen von den Absolventinnen, wurde die Abschlussfeier eröffnet.
Barbara Thörnblad Gross hielt einen Rückblick auf das vergangene Schuljahr. Aus dem ganzen Kanton Bern sowie den Kantonen Luzern, Freiburg, Schwyz und Zürch hatten 23 junge Frauen am Mittwoch die Schule in Langenthal besucht. Sie wurden in den Fächern Kochen, Ernährung, Produktion und Verwertung, Hauspflege, Allgemeinbildung (Schwergewicht Deutsch und Mathematik), Persönlichkeitsbildung und Gesundheitsvorsorge unterrichtet. Dazu gab es drei Spezialtage. «Die Klasse machte viel Freude, war lebendig und zeichnete sich durch Sprachgewandtheit aus. Die jungen Frauen gewannen im letzten Jahr viel an Sicherheit und Selbständigkeit. Sie trauen sich nun zu, einen eigenen Haushalt zu führen», sagte Barbara Thörnblad Gross fest. Sie übergab, mit Martha Gabi und Rita Gfeller, die Zeugnisse und dankte den Lernenden für ihren Einsatz. Die lernfreudigen Frauen stellten sich den Anwesenden vor und erklärten, wie ihre Lebenswege und beruflichen Ausrichtungen der nächsten Jahre aussehen werden.

Offen sein für Neues
Alle 23 Frauen haben eine Lehrstelle gefunden und damit eine gute Anschlusslösung nach ihrem Zwischenjahr. Von der Landwirtin und Detailhandelskauffrau, über Bäcker-Konditorin, bis zur Fachfrau Hauswirtschaft oder Gesundheit reicht die Palette. Dazu gibt es auch eine Malerin und   eine Köchin. Nebst der Schule erhielten die Frauen an vier Tagen in professionellen Landwirtschafts- und Familien-Haushaltungen die Ausbildung zu einer effizienten Haushaltführung sowie Einblick in das Familienleben. Als Trägerschaft ist der Verband bernischer Landfrauenvereine (VBL) für das Bildungsjahr Hauswirtschaft (BJHW)zuständig. Kaspar Grünig (Leiter Fachbereich Höhere Berufsbildung und Mitglied der Geschäftsleitung Inforama) gratulierte ebenfalls. Er dankte den Frauen für das Engagement und sagte, dass er die Blogs der jungen Frauen auf www.landfrauen-be.ch gelesen habe. Fach- und Sachkompetenz hätten sich die Frauen angeeignet und dazu viel Kreativität, erkannte er. «Ihr habt euch auch emotionale Intelligenz angeeignet, diese bringt euch im Leben weiter, seid motiviert Neues zu lernen, ich wünsche euch viel Freude im weiteren Berufsfeld», so Kaspar Grünig.
Mit der Feststellung «Ihr könnt unter vielem anderen Rüebli rüsten und wisst, dass es Salatköpfe gibt. Etwas Sinnvolleres als das Bildungsjahr Hauswirtschaft gibt es kaum», gratulierte Urs Nufer, Mitglied im Schulrat für die landwirtschaftliche und bäuerlich-hauswirtschaftliche Bildung und Beratung sowie Vizepräsident OGG.

«Wertvolle Arbeit im Haushalt»
Christine Gerber (Vizepräsidentin Berner Bauernverband) erinnerte daran, dass jedes Ende auch ein neuer Anfang ist. «Die Landwirtschaft steht vor grossen Herausforderungen. Es ist wichtig die Konsumenten aufzuklären, was es heisst, Nahrungsmittel in der Schweiz zu produzieren, was Tierwohl und Sozialverträglichkeit bedeuten. Ebenso muss aufgezeigt werden, wie wertvoll die Arbeit im Haushalt ist», betonte Christine Gerber. Sie gab den jungen Frauen die Erkenntnis mit auf den Weg: «Kleine Kinder fallen um und stehen auf, kümmern sich nicht darum, sondern haben ein Ziel, neue Herausforderungen anzupacken.» Im Namen der Trägerschaft überbrachte Rita Gfeller (Präsidentin VBL) die besten Wünsche. «Als ihr das Bildungsjahr Hauswirtschaft gewählt habt, habt ihr euch nicht für die bequemste Art von einem Zwischenjahr entschieden. Diese Erfahrungen kann euch aber niemand mehr nehmen. Heute ist ein Tag zum Feiern, alle dreiundzwanzig Frauen haben das ganze Jahr durchgehalten und verfügen über Anschlusslösungen», hielt Rita Gfeller fest. Sie bedankte sich speziell bei den Ausbildnerinnen und Eltern, die einen wertvollen Hintergrund leisten. Ein ganz besonderer Dank erhielt die Klassenverantwortliche Therese Wüthrich. Den ­Absolventinnen des 11. Kurses überreichte Rita Gfeller mit den VBL- Vorstandsfrauen Christine Brügger, Ruth Salzmann und Barbara Kunz, als Erinnerung das Kochbuch «Schweizer Landfrauen Küche». Im August 2018 startet bereits das 12. Bildungsjahr Hauswirtschaft.
Mit der Gesangseinlage einer Absolventin, einigen Anekdoten aus der «Schatztruhe» der Schülerinnen und einem feinen Imbiss fand die Abschlussfeier bei gemütlichem Beisammensein ihren Abschluss. 

Von Barbara Heiniger

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