• Das «Melchnauerli» im Jahr 2007 in der Remise Melchnau, wohin es nun im kommenden Frühjahr wieder zurückkehren wird. · Bild: zvg

  • Öffnen das Tor der Remise Melchnau für die Rückkehr des «Melchnauerli»: Andreas Messerli (links) und Werner Stirnimann. · Bild: war

02.02.2017
Oberaargau

Der 100. Geburtstag wird zu Hause gefeiert

Strahlende Gesichter bei der Medienkonferenz beim ehemaligen Bahnhof in Melchnau. Mit Stolz verkündet Andreas Messerli, Präsident des 1997 gegründeten Vereins Freunde Schweizer Schmalspurbahnen (FSS), dass der historische Schmalspur-Triebwagen «Melchnauerli» exakt im Jahr seines 100. Geburtstages nach Hause zurückkehren wird, nachdem der Bahnwagen 2009 nach der Auflösung der damaligen Vertragsverhältnisse aus der Remise Melchnau entfernt werden musste.

Melchnau · Nach einem vierjährigen Gastspiel im luzernischen Rufswil bei Ufhusen kam das «Melchnauerli» vor drei Jahren nach Langenthal, wo es auf dem Gelände eines Industriegebietes stationiert ist. Diesen Abstellplatz muss der Bahnwagen im April dieses Jahres verlassen.
Diese Tatsache spornte den Verein FSS an, das «Melchnauerli» wieder zurück, nach Hause in die Remise Melchnau zu holen. Das bedeutet für den rund 70 Mitglieder zählenden Verein einen Sondereffort, der jedoch von einer speziellen Motivation begleitet wird, wie Präsident Andreas Messerli betont. «Gelingt uns dieses Vorhaben, dann geht für uns alle ein Traum in Erfüllung», erwähnt der 45-jährige Geschäftsführer eines Trambetriebes im deutschen Naunburg bei Leipzig.

Auf der Suche nach 40 000 Franken
Aber noch ist es nicht so weit, denn vorerst gilt es noch eine beträchtliche Hürde zu meistern. Das Areal des ehemaligen Bahnhofs Melchnau ging letztes Jahr in private Hände über (Andreas Stuker, Stuker Reisemobile GmbH). Der Verein FSS konnte sich anschliessend mit dem neuen Eigentümer auf einen Kauf der Remise inklusive etwas Umschwung einigen.
Der Kaufpreis dafür beträgt 40 000 Franken. Das Aufbringen dieser Summe stelle für den Verein eine grosse Herausforderung dar, betonte Andreas Messerli in der Remise Melchnau,
der alten und neuen Heimat des «Melchnauerli». Spenden- und Sponsoringgelder sind nötig. Der Verein ist jedoch zuversichtlich, den erforderlichen Betrag aufbringen zu können, nicht zuletzt, weil man spüre, dass der Bahnwagen in den Herzen vieler Leute weiterlebe, halten die Vereinsmitglieder fest. Bereits seien für rund 10 000 Franken Spenden und zinslose Darlehen zugesichert worden, konnte Messerli erfreut bekanntgeben. Und Andreas Stuker hat dem Verein zugesichert, dass man nach einer ersten Anzahlung das «Melchnauerli» in die Remise transportieren könne. Somit wird der Bahnwagen bereits im Frühling 2017 wieder nach Melchnau in die Remise zurückkehren.

Remise soll sanft renoviert werden
Gleichzeitig müsse die Remise sanft renoviert und erneuert werden, der Aufwand dafür halte sich aber in Grenzen, weil sich die Remise in einem erstaunlich guten Zustand befinde, gab Andreas Messerli zu verstehen. Weil vor anderthalb Jahren die Schienen zurückgebaut wurden, kann das «Melchnauerli» zum jetzigen Zeitpunkt lediglich in der Remise stationiert werden. Deshalb möchte der Verein zusätzlich auf einer Strecke von rund 50 Metern ausserhalb der Remise neue Schienen verlegen, damit künftig das «Melchnauerli» wieder aus der Remise hinausgerollt und Besuchern im Freien präsentiert werden kann.

Nutzungskonzept erarbeiten
Noch offen ist laut Werner Stirnimann, Mitglied des Vereins FSS, wie der Bahnwagen nach seiner Rückkehr interessierten Besuchern zur Verfügung stehen soll. Darüber müsse man sich noch einige Gedanken machen und wohl ein Nutzungs- und Eventkonzept erarbeiten.

«Melchnauerli» zur Hälfte saniert
Der Verein FSS hat 1999 den Triebwagen «Melchnauerli» von der Aare Seeland mobil (ASM) übernommen und hat in der Remise Melchnau umgehend mit Renovationsarbeiten begonnen. Bis 2009 haben die Vereinsmitglieder über 6000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit für das «Melchnauerli» geleistet und rund 70 000 Franken investiert. Momentan ist der Wagen ungefähr zur Hälfte saniert. Es fehlen noch die Seitenwände sowie die Inneneinrichtung. Der Verein FSS möchte die Arbeiten nach der Rückkehr in die Remise Melchnau weiterführen. 

Von Walter Ryser

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