• Der 38-jährige Andreas Iseli von der HG Schafhausen B holte sich am «Eidgenössischen» den Sieg in der Einzelschlägerwertung der siebten Stärkeklasse. · Bild: Christian Grossenbacher

22.08.2018
Sport

Der Familienmensch Andreas Iseli triumphiert

Andreas Iseli, HG Schafhausen, Sieger Einzelwertung 7. Stärkeklasse Eidgenössisches Hornussefest in Walkringen – Ein zweifacher Familienvater aus Affoltern sorgte am ersten Wochenende des Eidgenössischen Hornusserfestes in Walkringen für das regionale Highlight. Der 38-jährige Andreas Iseli von der HG Schafhausen B wurde Einzelschläger-Sieger der siebten Stärkeklasse.

 

Hornussen · «Es ist mitunter einer meiner grössten Erfolge als Hornusser. Die Glocke und vor allem der Goldkranz erhalten in unserer Stube einen Ehrenplatz», sagt ein glücklicher Andreas Iseli. «Mein grosses Ziel war, alle Streiche zu treffen. Dies ist mir gelungen.» Der Affolterer hat sich sein Geburtstagsgeschenk gleich selber gemacht, denn am Montag feierte er seinen 38. Geburtstag. Der Gewinn der Einzelschlägerwertung in der siebten Stärkeklasse basierte auf einer konstanten Leistung des Hornussers der B-Equipe von Schafhausen. «Ich war die ganze Saison über konstant, habe einen 19-er-Schnitt. Darum bin ich froh, dass es auch am wichtigsten Anlass geklappt hat», meint Iseli. Mit den Streichen 19, 20, 20, 20, 22 und 20 holte sich der Versicherungsfachmann den Sieg mit 121 Punkten. Statt der am «Eidgenössischen» üblichen acht kamen nur sechs Streiche in die Wertung, weil am Freitagnachmittag der Wettkampf wegen eines Gewitters abgebrochen werden musste. Die Streiche drei und vier kamen damit nicht in die Wertung. «Bei mir hätte es keine Rolle gespielt. Ich hatte die Streiche vor dem Gewitter bereits geschlagen und zweimal 20 Punkte erreicht», erklärt Iseli.

Vorne sind ehemalige Spitzenschläger
Auch in den untersten Ligen benötigt es Effortleistungen, um ganz vorne an der Ranglistenspitze zu stehen. So folgte mit André Pärli auf dem 2. Rang der siebten Stärkeklasse beispielsweise ein Hornusser, der in der letzten Saison noch mit Gerlafingen-Zielebach A in der NLA gehornusst hat. «Viele ehemalige Spitzenhornusser betreiben den Sport aus familiären oder beruflichen Gründen in den unteren Ligen», informiert Iseli. Auch er gehört dazu. Zehn Jahre lang hat er auf höchstem Niveau die Sportart ausgeübt. 2006 gewann er mit der HG Wäseli, für welche er damals hornusste, das Eidgenössische Hornusserfest in Thörigen und ausserdem in der Einzelwertung der ersten Stärkeklasse den Silberkranz. «Diese beiden Erfolge stelle ich über meinen jetzigen Sieg», meint Andreas Iseli. Der Langschläger konnte auch in der Meisterschaft Erfolge feiern. So erreichte er in der Einzelwertung der NLB einmal den 2. Rang und einmal den 3. Rang. Zu dieser Zeit hornusste Iseli für die A-Equipe von Schafhausen. Und mit dieser feierte er 2014 die schönsten Erfolge. Damals gewann Schafhausen A sowohl am «Emmentalischen» wie auch am «Interkantonalen» die zweite Stärkeklasse. Zudem belegte Andreas Iseli am «Interkantonalen» den 2. Rang in der Einzelwertung.

Dem Familienleben zuliebe
Auf die Frage, wieso ein so starker Hornusser nicht weiterhin in der Nationalliga spielt, hat Iseli eine klare Antwort: «Aus familiären und gesundheitlichen Gründen wechselte ich in die B-Equipe.» Sein älterer Sprössling spielt seit der Saison 2018 in der B-Equipe mit. «Wenn ich weiterhin in der A-Equipe gespielt hätte, wäre unser Familienleben am Wochenende massiv eingeschränkt worden, da die Spiele zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden. Dies wollte ich nicht.» Wie wichtig Iseli die Familie ist, zeigt ein Beispiel aus der abgelaufenen Meisterschaft. In allen Runden hat er das Maximum geholt und hätte so eigentlich die Einzelschlägerwertung der 4. Liga gewonnen. Es wurde dann aber «nur» der 22. Rang, weil er an einem Spiel fehlte. «Ich wurde an diesem Tag Götti», erklärt Andreas Iseli. Als Nachwuchsbetreuer der HG Schafhausen kann Andreas Iseli zudem bei der Integration der jungen Hornusser in die B-Equipe an vorderster Front mithelfen.

Nicht glücklich mit dem Modus
Nach seinem Triumph am «Eidgenössischen» wurde Andreas Iseli, der viel auf dem Vitaparcours sowie mit der Familie beim Radfahren anzutreffen ist, noch mit einem sportlichen Dessert belohnt. Als Stärkeklassensieger durfte er an der Qualifikation für den Königsstich teilnehmen. Einer der vier Sieger der fünften bis achten Stärkeklasse konnte sich in einem K.o.-System für den Königsstich vom kommenden Sonntag qualifizieren. Iseli traf die Nousse erneut wunschgemäss. Das Niveau war aber derart hoch, dass er mit zwei 21-er Streichen im Halbfinal trotzdem, wenn auch nur hauchdünn, ausschied. Adrian Christen (HG Ferenberg, Sieger der sechsten Stärkeklasse), der im Halbfinal einen Punkt mehr schlug als Iseli, setzte sich dann mit zwei 20-er Streichen auch im Final durch und wird am Sonntag am Königsstich im Konzert der Grossen mitmischen. «Der Modus ist nicht gut. Es sollte so sein wie früher: Der Sieger der höchsten Stärkeklasse ist – ohne zusätzlichen Königssstich – Schlägerkönig», bezieht Iseli klar Stellung. «Es bringt der ganzen Hornusserei überhaupt nichts, wenn nicht der Beste der höchsten Stärkeklasse siegt.» Eine klare Meinung hat Iseli auch, was den Festsieger anbelangt: «Wenn das Ries sauber bleibt, gewinnt Höchstetten A das Fest. Meine Sympathien gehören aber der HG Wäseli. Schlägerkönig wird hoffentlich Lukas Wälti von der HG Höchstetten. Er ist ein technisch vorzüglicher Hornusser.»

Von Stefan Leuenberger

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