• Gian Kämpf, CEO beim SC Langenthal, Stadtpräsident Reto Müller und Stefan Costa, VR-Präsident der Kunsteisbahn AG wollen künftig wieder gemeinsam in Richtung «neue Eissportinfrastruktur in Langenthal» gehen. · Bild: Leroy Ryser

21.12.2018
Langenthal

Der nächste Schritt folgt wieder gemeinsam

Die Stadt, die Kunsteisbahn AG und der SC Langenthal haben gemeinsam vor den Medien die nächsten Schritte im Prozess zum Bau einer neuen Eissportinfrastruktur erläutert. Sie streben eine Volksabstimmung an, die einen Grundsatzentscheid hervorbringen soll: Wollen die Langenthaler ihren Nationalliga-Verein behalten oder nicht?

Nachdem sich der SC Langenthal und die Stadt Langenthal im Herbst zerstritten haben, gehen sie nun wieder gemeinsam vorwärts. Eine Mediation, geführt von einer externen Person, habe dazu beigetragen, dass die beiden Parteien rasch wieder aufeinander zugingen. Am Donnerstag nun sind Gian Kämpf, SCL CEO, und Stadtpräsident Reto Müller gemeinsam mit Stefan Costa, VR-Präsident der Kunsteisbahn AG, vor die Medien getreten und haben das weitere Vorgehen erläutert. Dabei wird der seit langem vom SCL geforderte Grundsatzentscheid möglichst rasch angestrebt. Bereits im nächsten November soll, wenn alles nach Plan läuft, die Bevölkerung in einer Volksabstimmung bestimmen, ob weiterhin Nationalliga-Eishockey in Langenthal betrieben wird oder nicht.

Fünf bis acht Jahre
In dieser Volksabstimmung soll die Bevölkerung einerseits die Mittel sprechen, um eine Testplanungsphase im Hard zu finanzieren, andererseits soll die Infrastruktur des Schorens bis zum Umzug ins Hard SwissLeague-tauglich gehalten werden. «Wir wollen ermöglichen, dass wir die nächsten fünf bis acht Jahre im Schoren spielen können. Mit den aktuellen Mitteln der Kunsteisbahn AG ist dies aber nicht möglich. Dafür braucht es eine letzte Investition von der Stadt als Haupteignerin», erklärte Stefan Costa. Die Testplanungsphase, deren Finanzierung in der gleichen Volksabstimmung ermöglicht werden soll, wird derweil zeigen, was im Gebiet Hard möglich ist und zugleich die planungsrechtlichen Grundlagen schaffen, um einen Stadionbau in diesem Gebiet zu ermöglichen. Spricht sich das Volk für diese beiden Investitionen aus, stärkt es auch dem SCL den Rücken. Dass auch Gegenteiliges passieren könnte, waren sich die Anwesenden derweil bewusst. «Wir müssen diese Abstimmung gewinnen, das ist klar», sagte Stadtpräsident Reto Müller deutlich. «Scheibchenweise» die Meinung der Bevölkerung zu testen sei aber kein Thema gewesen. «Wir wollen sehen, ob das Volk den SCL und seine Nachwuchsbewegung grundsätzlich will. Deshalb packen wir alles zusammen.» Die Anwesenden zeigten sich zuversichtlich, dass mit entsprechender Lobbying-Arbeit ein positives Resultat angestrebt werden kann.
Wie hoch dieser Rahmenkredit sein wird, ist indes noch nicht klar. In einem nächsten Schritt wird die Kunsteisbahn gemeinsam mit dem SCL den Infrastrukturbedarf definieren, der zeigen wird, wie hoch die letzte Investition in den Schoren sein muss. Klar ist, dass mit diesen Massnahmen ein Spielbetrieb in der National League nicht möglich sein wird. Es ist laut Gian Kämpf davon auszugehen, dass der SCL deshalb in den nächsten Saisons sein Aufstiegsbegehren – wie zuletzt jeweils Ajoie – nicht mehr stellen wird. Der Verein konzentriere sich jetzt voll und ganz aufs Überleben in der Swiss League.

«Dieser Club hat Zukunft»
Allgemein zeigten sich die Verantwortlichen froh, dass dieser Grundsatzentscheid bald gefällt werden kann. «Jetzt ist ein Ausblick vorhanden und damit sind wir überzeugt, dass dieser Club eine Zukunft hat», erklärte Gian Kämpf. Ganz allgemein sei man überzeugt vom guten Gelingen, auch weil dieses gemeinsam angestrebt wird, so Reto Müller. Wichtig sei, dass die Stadt und seine Bevölkerung nun dazu stehe, eine Sportstadt zu sein.
Eine Neidkultur bringe niemanden vorwärts, vielmehr solle der Stolz für diese nationale Plattform für Langenthal in den Vordergrund gerückt werden. Immerhin kann Langenthal hier ein weiteres Leuchtturmprojekt realisieren, welches je nach Ergebnis der Testplanungsphase sogar mehr bieten wird, als nur Eissport. Auch deshalb seien letztlich alle Beteiligten – SCL, Stadt und Gewerbe – gefordert, dieses Projekt zu pushen, waren sich Reto Müller, Stefan Costa und Gian Kämpf einig. Damit scheint ein Ja für den SCL und die Region Oberaargau durchaus möglich.

Von Leroy Ryser

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