• Übungsleiter Markus Siegenthaler, Kdt. Christian Bärtschi, Vizekdt. Daniel Loosli (v. l.).

  • Der Einsatzzug Huttwil durfte sich an der Übungsbesprechnung gute Noten abholen. · Bilder: Barbara Heiniger

07.11.2018
Huttwil

Dichter Rauch im Wollparadies

Beim Arche Hof (Spycher Handwerk) der Familie Grädel in der Bäch, Schwarzenbach, fand die Hauptübung des Einsatzzuges Huttwil der Feuerwehr Region Huttwil statt. Ein Brandausbruch in der grossen Scheune des Wollparadieses verursachte dichten Rauch. Personenrettungen durch den Atemschutz, Sicherung der anderen Gebäude mit Wasser der Autodrehleiter, Einsatz des TLF sowie der Wassertransport standen im Vordergrund der Übung.

Es sah unheimlich aus, als am letzten Samstagnachmittag aus jeder Ritze des grossen Daches Rauch drang. Dieser stieg zwischendurch stark in die Höhe, so dass der «Brand» weit herum sichtbar war. Alle Beteiligten, vor allem auch die Kundinnen und Kunden des Spycher Handwerks, waren froh, dass dies alles nur für Übungszwecke inszeniert war. Diese Situation aber fast echt zu gestalten, das gelang den Verantwortlichen bestens. Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten mit Interesse das spannende Geschehen rund um die Übung. 

Atemschutz im Einsatz

Einige Figuranten waren auf der kleinen Zwischenbühne in der Scheune versteckt. Diese zu bergen erforderte vom Atemschutztrupp viel Sachkenntnis. Sogar eine Leiter musste eingesetzt werden, um die «Verletzten» zu retten. Ohne Atemschutzgeräte wäre es kaum möglich gewesen, so früh in die Scheune einzudringen und die rasche Hilfe zu leisten. Die Figuranten setzten sich gekonnt in Szene und spielten die «Verwirrten» täuschend echt. Als Übungsleiter standen Martin Jordi und Markus Siegenthaler im Einsatz. Rudolf Bärtschi wirkte als Einsatzleiter und gab die nötigen Befehle. Zum Einsatz kamen der ganze Einsatzzug Huttwil. Dieser rückte mit dem Tanklöschfahrzeug und der Autodrehleiter aus. Ruhig und überlegt wurden die nötigen Befehle erteilt, die Angehörigen der Feuerwehr führten die Arbeiten mit Sachkenntnis und der nötigen Vorsicht aus. Nach der Vorgabe «Sichern, Retten, Halten, Schützen, Bewältigen» konnte das «Schadenereignis» erfolgreich bewältigt werden. Dies bestätigte auch Kreisfeuerwehrinspektor Andreas Hofer, welcher die Übung sehr genau verfolgte. Er dankte den AdF (Angehörigen der Feuerwehr) für ihren Einsatz und ihr überlegtes und motiviertes Handeln. 

Nach der Einsatzübung fand die Hauptversammlung des Feuerwehrvereins Huttwil statt. Präsident Beat Zürcher begrüsste dazu alle in der alten Turnhalle. Die Rechnung schliesst mit einem Verlust, der aber begründet wurde. 

«Feuerlöscher» der besonderen Art

Die Feuerwehr Region Huttwil hat einige Flaschen Bier mit eigener, wunderschöner Etikette angeschafft, auf welcher nebst Gerstenähren auch das Logo der Organisation deutlich sichtbar ist. Der «Feuerlöscher» wird nun in nächster Zeit verkauft und so wird sich die zukünftige Rechnung wieder bestens präsentieren. 

Einsätze und aktive Feuerwehrleute

Der ganze Feuerwehrverein-Vorstand wurde wiedergewählt: Beat Zürcher, Beat Gurtner, Hansueli Sommer, Martin Scheidegger, Hanspeter Loosli, Thomas Meier und Rudolf Morgenthaler. In einem Rückblick schaute Christian Bärtschi auf die Ereignisse im Feuerwehrjahr 2018 zurück. Die Feuerwehr Region Huttwil musste vom 1. Januar bis 30. Oktober wegen 58 Einsätzen ausrücken und diese generierten 766,5 Soldstunden. «Es gab in diesem Jahr zwölf Herznotfälle», hielt Christian Bärtschi fest. Ein grösseres Ereignis gab es infolge Sturm und Unwetter in der ganzen Feuerwehr Region bereits am 2. Januar. Während 154,5 Soldstunden standen die Angehörigen der Feuerwehr im Einsatz. Von einem Baum, der über der Strasse lag, bis zum Wasserleitungsbruch und einem Stoppelfeldbrand waren verschiedenste Schadenfälle zu verzeichnen. Kommandant Bärtschi erklärte ebenfalls, was es bedeutet, wenn Wasser im Schacht ist und wie sich die Hilfeleistung bei der Polizei gestalten kann. Diverse Ölspuren mussten ebenfalls beseitigt werden. 

Voller Freude konnten auch Beförderungen vorgenommen werden. Christine Jordi Bärtschi wurde zum Wachtmeister und zum Gruppenführer wurden Beat Gurtner, Andreas Nyffeler, Matthias Uhlmann und Thomas Meier befördert. 

Die Region Huttwil mit den sechs Zügen Auswil, Gondiswil, Huttwil, Rohrbach, Rohrbachgraben und Wyss-achen verzeichnet rund 200 AdF. Auf Ende Jahr werden elf von ihnen ihren Dienst quittieren. Aus dem Einsatzzug Huttwil treten Philipp Leuenberger (1 Jahr), Jonas Schär (13 Jahre) und Simon Staub (8 Jahre) aus. Die drei Männer haben während vielen Jahren in dankenswerter Art ihren Dienst für die Allgemeinheit geleistet und verlassen die Feuerwehr infolge Wegzug. 

Neu in der Feuerwehr Region Huttwil, Einsatzzug Huttwil, sind Elena Bärt-schi und Larissa Ruch von der Jugendfeuerwehr. 2018 wurden neu aufgenommen: Philipp Leuenberger, Sarah Radelfinger, Daniel Schneeberger, Marc Schadt und Marco Ammon. 

Professionelle Einsatzkräfte

Im Ausblick auf 2019 standen bereits zwei Ereignisse im Mittelpunkt. Am 16. Februar findet in Rohrbach die Delegiertenversammlung des Feuerwehrverbandes Oberaargau statt. Durch das 150-Jahr-Jubiläum des Schweizerischen Feuerwehrverbandes finden in der Schweiz und in Liechtenstein verschiedene Anlässe statt. Beim «Tag/Nacht der offenen Tore» geht es darum, dass die Feuerwehren gleichzeitig, schweizweit und im «Sinn der Sache Feuerwehr» auftreten. Alexander Grädel (Huttwiler Gemeinderat und Ressortverantwortlicher Öffentliche Sicherheit) dankte allen Angehörigen der Feuerwehr für die Einsatzbereitschaft. Speziell auch dem Kader für die gute Zusammenarbeit. «Ich konnte mich schon im Ernstfall und nicht nur an der heutigen Übung von der Professionalität der Einsatzkräfte überzeugen. Es ist beeindruckend, mit welchem Engagement die Arbeit geleistet wird», sagte Alexander Grädel.

Im zweiten Teil des Tages, nach Übung und Versammlung,wurde bei der Feuerwehr Region Huttwil im Einsatzzug Huttwil die Kameradschaft gepflegt.

Von Barbara Heiniger 

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