• Nebst Beruf und Familie findet André Aregger auch Zeit für sein Hobby, das Kegeln. · Bild: Leroy Ryser

15.06.2017
Luzerner Hinterland

«Die behördlichen Grenzen sind hart»

«Es macht Freude, zur Entwicklung der Gemeinde einen Beitrag zu leisten»: André Aregger ist Gemeindeschreiber von Ufhusen – seit fünfeinhalb Jahren, mit viel Herzblut und Engagement. «Ufhusen ist ein wunderschöner Ort; ich geniesse es jeden Tag, hier zu leben und zu arbeiten.» Den «Unter-Emmentaler» schätzt er, weil darin zu vernehmen ist, was bei den «Berner Nachbarn» läuft.

Ufhusen · André Aregger arbeitet seit 24 Jahren in der Verwaltung, hat in diesem Bereich auch die Lehre gemacht. Gemeindeschreiber zu werden war kein ursprüngliches Ziel, eher ein sehr kurzfristiges.
In Buttisholz aufgewachsen, lebte er mit seiner Familie in Ruswil, als sich die Frage stellte, «ob wir noch umziehen wollen oder dann wirklich hier bleiben, bis die Kinder die Volksschule abgeschlossen haben.»
Dann wurde die Stelle als Gemeindeschreiber in Ufhusen frei; im Luzerner Hinterländer Dorf, welches die Familie Aregger damals überhaupt nicht kannte. «Für uns hörte das Hinterland beim Kreisel von Gettnau auf», lacht André Aregger im Gespräch mit dem «Unter-Emmentaler». Aber die Sonnenstube abseits vom Durchgangsverkehr gefiel ihm und seiner Frau auf Anhieb. Sie staunten, wie zentral die Gemeinde liegt, wie schnell man in Huttwil und in den grösseren Ortschaften des Hinterlands und des Wiggertals ist.
André Aregger begann umzusetzen, was ursprünglich «nicht das Ziel war»: Er bewarb sich als Gemeindeschreiber in Ufhusen. Berufsbegleitend absolvierte er den Lehrgang Verwaltungsmanagement und hatte damals seit kurzem das luzernische Gemeindeschreiberpatent in der Tasche. «Heute bin ich froh darüber.»

Zusammenhalt in der Gemeinde
Seit fünfeinhalb Jahren ist er im Amt. Die kleine Verwaltung gefällt ihm ausgezeichnet, weil er hier als «Generalist» in allen Bereichen arbeiten könne. «Von der Geburt bis zum Todesfall, Soziales, Raumplanung, Finanzielles – alles kommt hier zusammen.»
Vor viereinhalb Jahren zog er mit seiner Familie ins neue Heim in Ufhusen. «Wir sind alle glücklich, hier zu sein und fühlen uns sehr wohl.» Seine Frau und er seien in der Gemeinde herzlich aufgenommen worden, die Töchter (6, 9 und 11 Jahre) seien sofort hier zuhause gewesen. Jeden Tag geniesse er die wunderbare Lage, den Blick auf die Alpen und den Berner Jura. «Seine» Gemeinde beschreibt André Aregger als offen «auf alle Seiten hin», schön, unkompliziert, mit einem aktiven Vereinsleben, Zusammenhalt, viel Lebensqualität und moderaten Mieten und Baulandpreisen. Eine kleinere Gemeinde aber auch, die, wie alle ihresgleichen, kämpfen und sich behaupten muss. Die Rahmenbedingungen werden enger, die finanziellen Mittel kleiner und die Forderung des Staats nach Professionalisierung grösser. Die KESB und die zentralisierten Zivilstandsämter seien Beispiele dafür. «Ob es besser ist, sei dahingestellt. Aber es schnürt zu; die ‹sozial tiefe Bürokratie› ist eine Utopie», stellt der Gemeindeschreiber fest.

Aktiv mit den Entwicklungen gehen
Es sei deshalb wichtig, mit dieser Entwicklung aktiv einher zu gehen, im Hinterland mehr zusammenzuarbeiten, zu «agieren anstatt zu reagieren». Auch über die Kantonsgrenze hinweg. Obwohl: «Die behördlichen Grenzen sind hart und die des Bildungssystems nicht weniger.» In dieser Hinsicht sei die Zusammenarbeit mit den angrenzenden bernischen Gemeinden schwierig. Doch in anderen Bereichen seien Synergien möglich, würden funktionieren und auch gut genutzt; beispielsweise in Sachen Bürgerbus, Schulbus ... Auch anderweitig sei Ufhusen daran, vermehrt mit Huttwil zusammenzuarbeiten, unter anderem im Mammut-Projekt: «Wenn es etwas Rechtes geben soll, ist es wichtig, beide Seiten zu gewinnen.»
Überhaupt interessiere es ihn, was «ennet der Grenze» geschehe. «Deshalb schätze ich den ‹Unter-Emmentaler›. Hier erfährt man aus erster Hand, was die angrenzenden Gemeinden im Emmental/Oberaargau bewegt, was läuft, wie sie sich behaupten und ihre Entwicklung angehen.»

Von Liselotte Jost-Zürcher


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