• Die Führungsriege der «Sumiswalder»: Präsident Ueli Haldimann, Geschäftsführer Rolf Pfister und Gf-Stellvertreter Christoph Pfister (von links). · Bild: Ulrich Steiner

05.05.2017
Emmental

Die hohen Gesundheitskosten bereiten Sorgen

Trotz einer zehnprozentigen Prämienerhöhung hat der Mitgliederbestand der Sumiswalder Krankenkasse letztes Jahr um knapp 3000 Personen zugenommen. Damit zählt sie aktuell rund 26 000 Grundversicherte. Bei einem Prämienvolumen von 76,178 Millionen Franken resultierte ein Verlust von 1,726 Millionen Franken.

Sumiswald · Letzten Freitag fand im Restaurant zum Kreuz die 193. Hauptversammlung der Sumiswalder Krankenkasse statt. Präsident Ueli Haldimann (Heimisbach) kam in seinem Referat logischerweise auf die stetig wachsenden Gesundheitskosten zu sprechen. In den letzten 15 Jahren hätten sich die Gesundheitskosten und folglich auch die Krankenkassenprämien praktisch verdoppelt.
Der Vorsitzende sieht die Gründe primär in der Überalterung der Bevölkerung, einer Mengenausweitung im medizinischen Leistungskatalog und nicht zuletzt in den Begehrlichkeiten der Patienten.

Seit 80 Jahren Mitglied
«Das Sumiswalder-Geschäftsjahr 2016 war geprägt von einem unerwartet grossen Versichertenwachstum und von unentwegt steigenden Leistungskosten. Dank einer soliden finanziellen Grundlage können wir trotz einem Ausgabenüberschuss die gesetzlichen Anforderungen problemlos erfüllen. Wir unternehmen alles, dass unserer unabhängigen und selbständigen Krankenkasse kurz vor dem 200. Geburtstag nicht der Schnauf ausgeht», versicherte Ueli Haldimann den 224 Anwesenden glaubhaft.
Traditionsgemäss verlas der Vorsitzende die Liste mit den zehn ältesten Mitgliedern. Die 1921 geborene Frieda Schüpbach – seit 80 Jahren bei der «Sumiswalder» versichert – führt die Ehrenliste an.

203 000 Belege abgerechnet
Auch Geschäftsführer Rolf Pfister orientierte in seinem Jahresbericht bezüglich der Versicherten- und Kostenentwicklung: «Das Herbstgeschäft mit den vielen Offert-Anfragen war happig und ein derart grosser Mitgliederzuwachs nicht beabsichtigt. Spitzenreiter waren die Kantone Solothurn und Basel-Land mit weit über eintausend Neumitgliedern. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren sind die Kosten 2016 überdurchschnittlich angestiegen. Die grössten Kostentreiber waren wie immer die Spital- und Arztkosten. Unser Personal hat letztes Jahr 203 000 Belege abgerechnet. Ab sofort besteht die Möglichkeit, vollkommen papierlos online zu korrespondieren.»
Zum 20-Jahr-Dienstjubiläum (davon acht Jahre als Geschäftsführer) wurde ihm ein Geschenk überreicht.
Die Finanz-Verantwortliche Erika Pfister erläuterte die mit einem Fehlbetrag von 1,726 Millionen Franken ab-schliessende Jahresrechnung.

Trotz Defizit im grünen Bereich
Bei Prämieneinnahmen von 76,1 Millionen Franken resultierte zu den erbrachten Leistungen bloss eine Differenz von 3,4 Millionen Franken. «Da braucht es keinen Taschenrechner, um festzustellen, dass die Rückstellungen, der Risikoausgleich und die Verwaltungskosten nicht mehr vollumfänglich gedeckt werden konnten. Beim provisorischen Solvenztest für 2017 befindet sich die Quote mit 121 Prozent allerdings immer noch im grünen Bereich», erklärte Erika Pfister klipp und klar.

Von Ulrich Steiner

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