• Was für ein Frust: Seit Mittwoch ist offen, ob Dominique Aegerter zur Moto2-WM 2018 antreten kann. · Bild: Keystone

22.12.2017
Sport

Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos

Dominique Aegerter, Moto2-Töffpilot aus Rohrbach – Grosse Sorgen zum Weihnachtsfest beim Oberaargauer Töffpilot Dominique Aegerter: Der Brite David Pickworth, der das deutsche Team Kiefer hätte kaufen sollen, liess den Deal platzen. Nun muss der 27-Jährige die Saison 2018 selber finanzieren, wenn er weiterhin in der Moto2-Klasse mitfahren will.

 

Motorsport · Noch am vergangenen Wochenende war die Töffwelt von Dominique Aegerter völlig in Ordnung. Der Rohrbacher war auf der Töffranch von Valentino Rossi Gast. Für Aegerter war es die Premiere beim sogenannten «La 100 km dei Campioni», zu dem Valentino Rossi jeden Winter viele Rennfahrerkollegen für ein Wochenende in seine Heimat einlädt. Aegerters Debüt bei diesem Event in Tavullia in der Nähe von Rimini kam allerdings mit Verspätung zustande, da wegen Schlechtwetter die für Mitte Januar geplante diesjährige Ausgabe in den Dezember verschoben werden musste. Das 100 Kilometer lange Motocross-Rennen wurde als Teamwettbewerb ausgetragen. Dominique Aegerter bildete mit dem Italiener Michael Rinaldi ein Gespann von insgesamt 20 Zweierteams. Der 8. Rang resultierte. «Es hat unbeschreiblich viel Spass gemacht. Auf der anderen Seite ist es natürlich eine grosse Ehre für mich, von Valentino persönlich zu dieser Veranstaltung eingeladen zu werden», bilanziert Aegerter.

Deal geplatzt
Die Freude über diesen Einsatz fernab der gewohnten Rennstrecken wich am Mittwoch jäh. «Es traf mich aus heiterem Himmel», meint der 27-jährige Rohrbacher konsterniert. Der Brite David Pickworth, der das deutsche Team Kiefer hätte kaufen sollen, liess Mitte Woche den Deal platzen. Pickworth hat gegenüber dem Motorradwerk KTM die geforderte Bankgarantie für den Kauf nicht vorgelegt. Darauf annullierte KTM den Vertrag. «Es ist eine Katastrophe», sagt der betroffene Pilot. «Wir sind nun an Plan B. Diesen zu verwirklichen gestaltet sich in der Weihnachtszeit nicht ganz so einfach.»
Konkret: Der Rohrbacher muss innert kurzer Frist das Geld – mindestens eine halbe Million Franken – für eine Teilnahme an der Moto2-WM 2018 selber aufbringen. Die Zeit drängt, denn die ersten Tests stehen bereits Anfang Februar auf dem Programm. «Gespräche mit KTM laufen, um gleichwohl ein Chassis zu bekommen», informiert Aegerter. Diesbezüglich sieht es gut aus. KTM hat bereits signalisiert, einen Töff zur Verfügung zu stellen, wenn das Budget steht. Und betreffend der Finanzierung hat der Oberaargauer klare Vorstellungen: «Alle Sponsoren müssten mitziehen. Ausserdem würde ich selber investieren und ohne Lohn fahren. Mein Manager Robert Siegrist würde auf Provisionen verzichten.»

Fortsetzung der Karriere gefährdet
Dominique Aegerter und sein Umfeld sind gefordert. Bis zum 8. Januar muss alles unter Dach und Fach sein. Ansonsten droht eine WM-Saison 2018 ohne den Rohrbacher. «Ich kann mir nichts anderes vorstellen, als 2018 mit Kiefer Racing auf KTM an den Start zu gehen», zeigt sich Aegerter gewohnt kämpferisch. Sein Lebensmotto «Vollgas» kommt auch jetzt zum Tragen. Nach einer turbulenten Saison 2017 kommt der Oberaargauer auch an Weihnachten nicht zur Ruhe. Die Fortsetzung der bereits elfjährigen WM-Karriere steht auf dem Spiel respektive liegt unter dem Tannenbaum … 

Von Stefan Leuenberger

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