• Langenthals Stadtpräsident Reto Müller stellt dem FC Langenthal und den Mitgliedern des Vereins Arena Oberaargau die baldige Realisierung eines Kunstrasenfeldes in Aussicht. · Bild: Walter Ryser

10.07.2017
Langenthal

Die Stadt verhilft dem FCL zu einem Kunstrasenfeld

Das lange Warten hat für den FC Langenthal voraussichtlich in einem Jahr ein Ende. Stadtpräsident Reto Müller gab anlässlich der Hauptversammlung des Vereins Arena Oberaargau bekannt, dass im Investitionsplan 2018 der Stadt Langenthal ein Betrag von 1,5 Millionen Franken für die Realisierung eines Kunstrasenfeldes auf dem Fussballplatz Rankmatte enthalten ist.

Nur einen Tag nach Bekanntgabe der neusten Entwicklung in Sachen Eissportinfrastruktur in Langenthal (der «Unter-Emmentaler» berichtete) doppelte Stadtpräsident Reto Müller nach und sorgte im Anschluss an die Hauptversammlung des Vereins Arena Oberaargau auf dem Fussballplatz Rankmatte auch für eine erfreuliche Meldung in Richtung FC Langenthal, der seit Jahren auf die prekären Platzverhältnisse für den Trainings- und Spielbetrieb hinweist und deshalb immer wieder die Realisierung eines Kunstrasenfeldes fordert. Der Gemeinderat hatte ein solches im Zuge der Sanierung der Dreifachturnhalle Hard an der Weststrasse bereits geplant, das Projekt jedoch aus Kostengründen wieder sistiert und lediglich die Sanierung der Turnhalle als dringlich erklärt.

70-jähriger Naturrasen ist ein Sanierungsfall
Deshalb gelangten die Verantwortlichen des FC Langenthal letzten Herbst erneut an den Gemeinderat, mit der Anfrage um eine finanzielle Unterstützung bei der Realisierung eines Kunst-rasen-Fussballfeldes auf der Rankmatte, die sich vollumfänglich im Besitz des FCL befindet. Dabei wurde auf den sanierungswürdigen Zustand des mittlerweile 70-jährigen Naturrasens hingewiesen. Statt den Naturrasen zu sanieren, was ebenfalls Kosten von mehreren hunderttausend Franken generieren würde, fasste der Vorstand des FCL den Bau eines Kunstrasenfeldes ins Auge. «Der Gemeinderat ist im Grundsatz mit der Erstellung eines Kunstrasenfeldes in der Rankmatte als Zwischenlösung für den Ballsport bis zur Erstellung eines Projekts gemäss Siedlungsrichtplan einverstanden», überbrachte Stadtpräsident Reto Müller höchstpersönlich die Antwort auf die entsprechende Anfrage und fügte sogleich hinzu: «Der Gemeinderat hat hierfür 1,5 Millionen Franken in den Investitionsplan 2018 aufgenommen.» Gemäss Müller ist jedoch eine Bedingung an das finanzielle Engagement der Stadt geknüpft. «Zusammen mit dem FCL müssen wir noch die Mitbenutzung Dritter regeln», betonte Müller, der jedoch zuversichtlich ist, dass man hier einen Konsens finden werde.

Weinendes und lachendes Auge
Damit nahm der Stadtpräsident gleichzeitig Markus Meyer, Präsident des Vereins Arena Oberaargau, etwas Wind aus den Segeln, der zuvor in seinem Jahresbericht an der HV die Entwicklung im Bereich der Sportinfrastruktur in Langenthal kritisierte. «Nach drei Jahren, in denen unser Verein nun schon besteht, stelle ich mit einer gewissen Ernüchterung fest, dass sich betreffend Sport-Infrastruktur in Langenthal nur wenig bewegt hat», betonte der Roggwiler Jurist. Man hole zwar laufend Gutachten ein, bilde Kommissionen, wäge dies und jenes ab, schiebe aber Entscheide immer wieder hinaus. «Dabei gibt es wirklich gute Gründe, endlich einmal Entscheide zu treffen», richtete er einen Appell an Langenthals Polit-Elite. Meyer nahm jedoch erfreut zur Kenntnis, dass mit der Ankündigung des Langenthaler Gemeinderates, bis Ende Jahr einen Standortentscheid in Sachen Eissportarena zu fällen und mit dem geplanten Bau eines Kunstrasenfeldes auf der Rankmatte nun tatsächlich Bewegung in das Thema Sport-Infrastrukturen komme.

Auch kleine Gemeinden willkommen
Unspektakulär verlief zuvor die HV des Vereins Arena Oberaargau vor den 25 erschienenen Mitgliedern. Diese nahmen von einem positiven Rechnungsabschluss in der Höhe von 1764 Franken Kenntnis. Die neu geschaffene Mitgliederkategorie für kleinere Gemeinden, die statt 300 nur 100 Franken Mitgliederbeitrag bezahlen, habe bereits erste Erfolge in Form zweier Neumitglieder (Rumisberg und Rütschelen) gezeigt, betonte Kassier Oliver Müller. Der 14-köpfige Vorstand wurde für eine weitere Amtsdauer wiedergewählt. Nicht mehr im Vorstand vertreten ist der Langenthaler Thomas Rufener, der Ende letzten Jahres als Stadtpräsident von Langenthal zurücktrat und damit auch den Vorstand des Vereins Arena Oberaargau verliess.
Im neuen Vereinsjahr sind erneut diverse Aktivitäten geplant, beispielsweise der Besuch des Schweizer Eishockey-Cup-Spiels Olten–Langenthal am 19. September, mit vorgängiger Besichtigung des Eisstadions Kleinholz in Olten. Im Winter folgt dann die Besichtigung der Aquarena-Baustelle der Sport + Wellness AG in Herzogenbuchsee, mit anschliessendem Besuch eines NLA-Handballspiels der Frauen des Handballvereins Herzogenbuchsee. Und im kommenden Frühjahr werden die Mitglieder auch bei einem Spiel des NLB-Eishockeyklubs SC Langenthal oder bei einem 1.-Liga-Fussballspiel des FC Langenthal zu Besuch sein.

Von Walter Ryser


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