• So soll die Ausstellung in der Langenthaler Markthalle aussehen. Gezeigt werden Resultate der unterschiedlichen Studien. · Bild: zvg

09.01.2017
Langenthal

Die Zukunft der Stadt wird ausgestellt

Die Berner Fachhochschule für Architektur in Burgdorf stellt ihre Arbeiten zum Thema Langenthal vom 12. bis 15. Januar in der Markthalle aus. Dabei soll die Langenthaler Bevölkerung und deren Politiker von den Ideen inspiriert werden. Letztlich geht es darum, die Entwicklung der Stadt weiter voranzutreiben.

Begonnen hat alles mit der Revision des Raumplanungsgesetzes des Kantons Bern. Daraus ging hervor, dass eine Stadt nur noch nach innen vergrössert werden darf. Auch für die Stadt Langenthal war damit das Siedlungsgebiet gegeben und seither gilt es, daraus das Beste herauszuholen. Langenthal hat dann in der Folge einen Siedlungsrichtplan erarbeitet. Ein sogenanntes Strategiepapier, welches vor mittlerweile drei Jahren mit unterschiedlichen Mitwirkungsverfahren begann. Drei Jahre später ist nun ein überraschendes Resultat daraus hervorgegangen. Die Berner Fachhochschule für Architektur in Burgdorf hat sich nämlich in diversen Projekten und Diplomarbeiten mit der Entwicklung in Langenthal befasst und Vorschläge und Ideen ausgearbeitet. Einzelne Resultate können vom 12. bis am 15. Januar in der Langenthaler Markthalle in einer Ausstellung betrachtet werden.

Keine Fachmesse

Die Frage, welche dabei grundsätzlich im Zentrum steht, ist «wie entwickelt sich Langenthal». Eine Frage, die sich auch die Bevölkerung stellt und die mit dieser Ausstellung einen Einblick erhält. «Wir haben überall steigende Bedürfnisse. Wir brauchen mehr Wohn- und Arbeitsraum, mehr Mobilität und eine gute Erschliessung», erklärt Reto Müller im Vorfeld der Ausstellung. Diese soll nun zeigen, wo es hingehen könnte. Die Siedlungsentwicklung nach innen ist gesetzlich als Aufgabe der Stadt vorgegeben und dafür hat der Gemeinderat bereits jetzt fünf Leitsätze verabschiedet. Langenthal will eine Stadt zum Wohnen und Arbeiten sein, sie will kurze Wege haben, Grünflächen bieten, sie will nachhaltig sein und eine Identität durch den Gebrauch der Angebote erhalten. Darin wird die Ausstellung nun einen weiteren Ideenanstoss bieten, so sind neben den Langenthaler Politikerinnen und Politikern auch die Bevölkerung von Langenthal eingeladen, sich die Ideen anzuschauen. «Das ist keine Fachmesse», betont deshalb auch Stadtbaumeister Enrico Slongo.


Denkanstösse bieten

Dass zuletzt tatsächlich solche Gebäude entstehen werden, wie sie von der bfh vorgeschlagen werden, ist unwahrscheinlich. Das hat weniger mit der Machbarkeit als mit den finanziellen und städtebaulichen Grundlagen zu tun. Und dennoch ist es möglich. «Es ermöglicht eine Diskussion», erklärt Slongo weiter. Es gibt Denkan-stösse und öffnet somit den Horizont mit Visionen. «Manchmal ist es zudem gut, einen ganz neutralen Blick auf etwas zu erhalten. Das bieten die Arbeiten der unbeschwerten Studentinnen und Studenten mit ihren Arbeiten», so Stadtpräsident Reto Müller. Die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule sei deshalb ideal gewesen, zumal dafür keine Kosten entstanden.

Ausgestellt werden insgesamt 32 solche Projekte von aktiven Studierenden. Den Besuchern werden dabei fertige Visualisierungen, unterschiedliche Projektfortschritte und Ideen auf Plakaten gezeigt. Daneben erhalten weitere Projekte, Ideen und Arbeiten sowie die Stadt Langenthal Ausstellungsflächen, sodass insgesamt über 80 unterschiedliche Plakate in der Markthalle ausgestellt sein werden. Der Eintritt in die Ausstellung ist gratis, eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 12. Januar, um 19 Uhr mit einer Vernissage. Danach ist die Ausstellung bis um 22 Uhr geöffnet. Am Freitag (16 bis 22 Uhr), Samstag (10 bis 15 Uhr) und Sonntag (11 bis 16 Uhr) ist die Ausstellung ebenso geöffnet, zudem finden einzelne Führungen und öffentliche Diskussionen statt. «Vielleicht gibt sie Anstoss für eine politische Motion», sagt Reto Müller hoffnungsvoll. «Vor allem aber ist es eine Chance, die Politik und die Bevölkerung mit der Entwicklung der Stadt zu konfrontieren.» Letztlich braucht es in der geheizten Markthalle nur noch ein breitgefächertes Publikum, das sich mit einem möglichen Langenthal der Zukunft auseinandersetzt.


Von Leroy Ryser