• Vor schöner Zuschauerkulisse fanden die Elitefahrer nach dem Hagel im Vorjahr traumhafte Rennbedingungen vor. · Bild: Marcel Bieri

12.11.2018
Sport

Diesmal bei perfekten Bedingungen

7. Flückiger Cross in Madiswil – Nach den Wetterkapriolen im Vorjahr herrschten in Madiswil in diesem Jahr perfekte Bedingungen. Der Regen am frühen Morgen weichte die Strecke zwar ein wenig auf und entschleunigte insbesondere die langen Wiesenpartien. Je länger der Renntag jedoch dauerte, umso mehr trocknete die Strecke ab und liess schnelle und spannende Rennen zu. Der Deutsche Sascha Weber feierte seinen dritten Madiswiler Elitesieg.

Radsport · Nach 2015 und 2016 feierte der zweimalige deutsche Radquer-Landesmeister Sascha Weber beim siebten Flückiger Cross in Madiswil seinen dritten Sieg. Der gebürtige Saarländer und Wahlschwarzwälder aus Freiburg im Breisgau schaffte das Triple in einem sehr spannenden Rennen vor den beiden Schweizer Spitzenfahrern Marcel Wildhaber und Simon Zahner.

Der Favorit sticht
Bei der siebten Auflage des Flückiger Cross in Madiswil, das bei schönem Herbstwetter stattfand, nachdem in der Nacht und am Morgen noch Rege gefallen war, startete mit Lukas Flückiger (Wynigen) nur einer der beiden Namensgeber, nachdem sein Bruder Mathias Flückiger auf den Start verzichtet hatte. Dies, weil er nach der langen Mountainbike-Saison eine Pause macht. Dabei hätte der jüngere der beiden Flückiger Brothers mit der schmierigen Unterlage sein bevorzugtes Terrain vorgefunden. Der 30-jährige Sascha Weber war nach seinen Siegen 2015 und 2016 klar der Favorit im nur 16-köpfigen Elite-Teilnehmerfeld. In einem spannenden Rennen mit zahlreichen Führungswechseln distanzierte Weber, der schon zahlreiche Quers in der Schweiz gewonnen hatte, schliesslich seinen letzten Begleiter, den Gewinner des allerersten Flückiger Cross im Jahre 2012, den Schwyzer Marcel Wildhaber, um fünf Sekunden, während der Zürcher Oberländer Routinier Simon Zahner mit elf Sekunden Rückstand den dritten Podestplatz belegte. Sascha Weber war bereits im ersten von neun Umgängen zusammen mit Wildhaber und dem jungen Kevin Kuhn (Gibswil) an der Spitze. Nachdem aber Kuhn bereits in der zweiten Runde zurück fiel, schlossen anfangs der vierten Runde die beiden Zürcher Timon Rüegg und Simon Zahner zur Spitze auf. Diese Vierer-Spitzengruppe existierte nicht lange, nachdem Sascha Weber in der Abfahrt in der vierten Runde seine Gegner erstmals testete. Darauf gab es bis am Schluss den Zweikampf zwischen Sascha Weber und Marcel Wildhaber und dahinter einen Dreikampf um den dritten Podestplatz zwischen Simon Zahner, Timon Rüegg und dem Solothurner Severin Sägesser, der nach einem verhaltenen Start plötzlich auch noch Ambitionen anmeldete. 14 Tage nach seinem ersten Saisonsieg beim Radquer in Steinmaur im Zürcher Oberland war der deutsche Spitzenfahrer Sascha Weber im Ziel glücklich. «Ich hatte heute nur in der drittletzten Runde Probleme, als ich in der Abfahrt gestürzt war. Ich konnte aber sofort wieder zu Marcel Wildhaber aufschliessen. Am Schluss hatte ich dann noch Reserven und attackierte auf der coolen aber ziemlich rutschigen Strecke in der zweitletzten Runde», meinte der Tagessieger. Simon Zahner gewann derweilen mit elf Sekunden Rückstand auf den Sieger den Kampf um den dritten Podestplatz.

Zufriedener OK-Präsident
OK-Präsident Andreas Moser aus Madiswil und Lukas Flückiger, der vor seiner Rückkehr ins BMC MTB Racing Team am 1. Januar 2019 wohl sein letztes Rennen im Thömus RN Racing Team Dress bestritt, kamen als Neunte und Zehnte noch just in die Top TenRänge. Andreas Moser: «Ich hatte nach der strengen Woche nicht mega gute Beine. Dazu erwischte ich keinen guten Start. Trotzdem kann ich mit meiner Leistung zufrieden sein.» Und über die Organisation angesprochen meinte Moser: «Die ganze Veranstaltung ging sehr gut über die Bühne, dank dem eingespielten OK und den insgesamt rund 60 Helfern. Schade nur, dass aus Schweizer Sicht der letztjährige Sieger Lars Forster und der Dritte des Vorjahres, Andri Frischknecht, diesmal nicht am Start waren.» Lukas Flückiger hatte sich erst am Sonntagmorgen für den Start des Hauptrennens am Nachmittag entschlossen. Es war sein erster Wettkampf seit dem 2. Platz am 2. September beim Swiss Bike Cup in Muttenz. Ein schwerer Trainingssturz auf der WM-Strecke auf der Lenzerheide hatte Flückiger in der Folge zum Zuschauen verdammt. «Mindestens einer der beiden Namensgeber sollte starten, dies sind wir den Zuschauern schuldig. Deshalb trat ich an. Nach der langen Pause lief es mir nicht schlecht. Aber ganz klar, die Schnelligkeit fehlt mir natürlich noch. Ausserdem ging ich natürlich null Risiko ein. Mein nächstes Rennen plane ich nun erst im Januar bei der Radquer Schweizermeisterschaft in Sion», sagte der Radquer-Schweizermeister von 2010 und 2014.
Die 19-jährige Mailänderin Francesca Baroni wurde in Madiswil ihrer Favoritenrolle gerecht. Nach dem Startverzicht der beiden Erstklassierten im Vorjahr, Eva Lechner und Jasmin Egger-Achermann, gab es durch die letztjährige Dritte im Frauenrennen erneut eine italienische Siegerin. Francesca Baroni verwies nach ihrer langen Solofahrt die beiden jungen Schweizerinnen Zina Barhoumi und Noemi Rüegg auf die Ehrenplätze.


Madiswiler Erfolge im Nachwuchs
Im Nachwuchs glänzte der starke Skifahrer Nils Aebersold einmal mehr auch auf dem Bike. Im U17-Rennen belegte das 15-jährige Mitglied des Skiclubs Ahorn-Eriswil den 2. Rang. Im «Cross für alle», welches für die Hobbyfahrer angeboten wurde, ging bedauerlicherweise kein Fahrer aus der «UE»-Region an den Start. Dafür kam es bei den Jüngsten zu einem Triumph eines Einheimischen. Der erst 5-jährige Madiswiler Henry Jost holte sich mit hauchdünnem Vorsprung den Sieg im 41-köpfigen Teilnehmerfeld. Nicht genug: Auch im Rennen der Jungs mit den Jahrgängen 2011/2012 siegte ein Madiswiler. Und mit Mirco Moser war es niemand Geringerer als der Sohn von OK-Präsident Andreas Moser. Am Schluss der gelungenen Veranstaltung zog mit dem Walterswiler Glückspilz Roland Stalder ein Zuschauer aus der Region das grosse Los. Denn Stalder gewann in der Tombola sowohl den ersten Preis (einen Einkaufsgutschein von Thömus Veloshop) wie auch den zweiten Preis (signiertes Renntrikot von Mathias Flückiger).

Auszug aus der Rangliste: Elite Männer (16 Klassierte): 1. Sascha Weber, Deutschland, 1:02:15; 2. Marcel Wildhaber, Tuggen, 0:04 zurück; 3. Simon Zahner, Dürnten, 0:10; 4. Timon Rüegg, Oberweningen, 0:15; 5. Severin Sägesser, Niedergösgen, 0:17; 9. Andreas Moser, Madiswil, 2:27; 10. Lukas Flückiger, Wynigen, 2:29. – Elite Frauen/Juniorinnen (17): 1. Francesca Baroni, Italien, 41:47; 2. Zina Barhoumi, Bern, 1:00; 3. Noemi Rüegg, Oberweningen, 1:12. – Knaben U17 (13): 1. Gabriel Fede, Italien, 31:02; 2. Nils Aebersold, SC Ahorn-Eriswil, 1:08; 3. Tim Steck, Sugiez, 1:43; 8. Micha Plüss, Langenthal, 5:24. – Knaben U13/U15 (14): 1. Francesco Caruso, Unterlunkhofen, 19:09; 9. Jonas Fuhrimann, Kleindietwil, 3:35. – Kids I Jg. 2013 bis 2016 (41): 1. Henry Jost, Madiswil, 2:30; 2. Linus Meister, Herzogenbuchsee, 0:01; 5. Navin Geiser, Madiswil, 0:15; 6. Leonardo Leuenberger, Madiswil, 0:15; 7. Mara Bergmann, Madiswil, 0:18; 8. Lino Esztergalyos, Kleindietwil, 0:45; 11. Alena Wüthrich, Kleindietwil, 0:51; 12. Finn Hainke, Madiswil, 0:51; 13. Lena Flükiger, Rohrbachgraben, 0:53; 14. Mia Hausheer, Gondiswil, 1:05. – Kids II Jg. 2011/12 (35): 1. Mirco Moser, Madiswil, 3:35; 2. Elija Schlüssel, Brunnen, 0:02; 7. Nina Flükiger, Rohrbachgraben, 0:37; 10. Jimmy Nyffenegger, Madiswil, 0:58; 11. Timo Wüthrich, Ursenbach, 1:04; 14. Sina Kämpfer, Madiswil, 1:11; 15. Janik Hunziker, Madiswil, 1:23; 16. Luis Hausheer, Gondiswil, 1:24. – Kids III Jg. 2008 bis 2010 (35): 1. Nick Flury, Arch, 4:34; 7. Yanis Jäggi, Thörigen, 0:37; 8. Oliver Brand, Rohrbach, 0:37; 9. Livio Krienbühl, Untersteckholz, 0:49; 10. Valentin Leuenberger, 0:51; 11. Linus Zuber, Rohrbach, 0:53; 12. Kevin Kurth, Thörigen, 0:56; 13. Janis Lanz, Madiswil, 1:08; 14. Leon Grütter, Madiswil, 1:12; 15. Cédric Christen, Madiswil, 1:12. – Kids IV Jg. 2002 bis 2007 (10): 1. Levin Zahner, Dürnten, 6:04; 2. Louis Grütter, Madiswil, 0:20; 3. Darius Eichin, Deutschland, 0:22; 4. Rafael Tanase, Madiswil, 0:30; 5. Deacon Bock, Madiswil, 0:30.

Von Manfred Dysli


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