• Die Anlage auf dem Dach des Kinderheim Schorens hat den Fehlalarm ausgelöst. · Bild: Leroy Ryser

22.05.2017
Langenthal

Doppelter Fehlalarm am Sonntagmorgen

Eine technische Fehlfunktion löste am Sonntagmorgen in Langenthal gleich zwei Fehlalarme aus. Diese wurden von der Anlage auf dem Dach des Kinderheims Schoren gesendet.

Spätestens um 9.23 Uhr war der grösste Teil der Langenthaler Bevölkerung am Sonntagmorgen wach. Eine Fehlfunktion hatte zu dieser Zeit einen ein-minütigen Sirenenalarm ausgelöst. Etwas mehr als eine Stunde später folgte dann bereits der zweite Alarm. Das Radio 32 hatte bereits in der Zwischenzeit aufgeklärt, dass es sich um einen Fehlalarm handle, Zivilschutzleiter Stefan Schäfer bestätigte dies nach dem zweiten Alarm auch gegenüber dem «Unter-Emmentaler». «Es hat uns leider nicht gereicht, genügend früh vor Ort zu sein. Wir besammelten uns zuerst im Feuerwehrmagazin, wussten nicht mit Sicherheit woher der Fehlalarm kam und waren schliesslich zu spät im Kinderheim Schoren, um einen zweiten Alarm zu verhindern.» Nur wenige Zeit nach dem zweiten Alarm wurde der Sirene laut Stefan Schäfer schliesslich die Lautsprecher entfernt, sodass die Bevölkerung von allfällig weiteren Fehlfunktionen nicht gestört wurde.
Eine solche kann unterschiedlichen Ursprung haben. Grundsätzlich wird die Sirene durch ein Signal aus Bern oder Betätigung eines Schlüssels ausgelöst, beides konnte von der an Ort gereisten Pikett-Organisation ausgeschlossen werden, sodass es sich um einen technischen Defekt handeln musste.

Glaubwürdigkeit sinkt nicht
In Langenthal ist es der erste Fehl-alarm seit über 20 Jahren. «Es ist nicht ideal, dass die Sirene durch einen Fehler ausgelöst wird. Wegen einem Fehl-alarm sinkt die Glaubwürdigkeit der Anlage aber nicht», fand Stefan Schäfer. Es gelte, sich ian die Vorschriften zu halten: Fenster vorsichtshalber schliessen und Radio einstellen, um weitere Informationen zu erhalten. Problematisch würden Fehlalarme erst sein, wenn diese mehrmals passieren würden. Ihm sei es sogar lieber, dass die Anlage einmal zu viel angebe, als dass sie im entscheidenden Moment dann nicht funktioniert. Stadtpräsident Reto Müller bestärkte Stefan Schäfer und hängte zudem an: «Ein erstes Indiz ist es meist, dass die Sirene nur aus einer Richtung kommt.» Langenthal besitzt mehrere Anlagen, in einem tatsächlichen Notfall müssten eigentlich alle Sirenen den Alarm auslösen. «Jede Fehlfunktion ist natürlich ärgerlich», sagte derweil Reto Müller und entschuldigte sich sogleich bei der Bevölkerung Langenthals. Die Hersteller würden nun prüfen, wieso die Fehlfunktion entstanden sei. Die Anlage selbst ist erst drei Jahre jung und wird konstant gewartet, der technische Fehler hat daher nichts mit dem Alter der Sirene zu tun.

Von Leroy Ryser

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