• Der Seniorenrat mit der Referentin Sonja Hasler (dritte von links). · Bild: Barbara Heiniger

24.03.2017
Huttwil

«E chli drhinger luege» mit Sonja Hasler

Rund hundertvierzig Personen kamen zum traditionellen Frühlingsanlass vom Seniorenrat der Gemeinden Auswil, Dürrenroth, Eriswil, Huttwil, Rohrbach, Rohrbachgraben, Walterswil und Wyssachen. Einen Blick hinter die Kulissen in der Medienwelt ermöglichte die bekannte Moderatorin und Redakteurin Sonja Hasler. Mit viel Fachwissen, aber auch einer Prise Humor, fand das Referat im Oberstufenzentrum Hofmatt, Huttwil, grosses Interesse.

Es war ein gelungenes «Heimspiel» für Sonja Hasler, und bereits bei der Begrüssung sprach Toni Bänninger, Präsident vom Seniorenrat, «vo üsem Sonja». Die bekannte Moderatorin wusste aber auch, dass nebst «Götti Toni» auch ihre «Gotte» sowie die Eltern Maria und Werner Hasler im Publikum sassen.
«Es ist heute für mich ein historischer Tag; wir erleben hier alle eine Welt-premiere. Bisher habe ich noch nie eine Power Point Präsentation genutzt und werde dies heute zum ersten Mal tun», stellte Sonja Hasler mit einem Lachen fest.
Um es gleich vorweg zu nehmen, die Präsentation funktionierte einwandfrei und Sonja Hasler wusste ihr Publikum mit den Ausführungen über ihre Tätigkeit in den Medien zu begeistern. Mit Bildern und Kurzfilmen durften alle «E chli drhinger luege» und bekamen so viele kleine Episoden und Anekdoten aus dem Leben und Arbeitsalltag der Radio- und Fernsehfrau zu hören oder zu sehen.
Nach der Zeit bei Radio extraBern und Schweizer Radio DRS (heute SRF) bekam Sonja Hasler 2006 eine Anfrage vom Schweizer Fernsehen. Sieben Jahre lang moderierte sie danach die «Rundschau» und von 2009 bis 2014 ebenfalls die politische Diskussionssendung «Arena».
In ihrer Arbeit kam das ganze Talent und Engagement der profilierten Medienfachfrau zum Ausdruck. Sonja Hasler erzählte unter vielem anderen von Flecken auf der Bluse, dem Rollkragen-Pullover von Bundesrätin Michelle Calmy Rey sowie der Frau mit Brille im Fernsehen. Sie berichtete aber auch von Zuschauerreaktionen mit teilweisen unzimperlichen «Ratschlägen».

An grosse Schlagzeilen gewöhnen
Sonja Hasler musste sich auch an viele Kommentare, darunter sogar Hasskommentare, gewöhnen. Die grossen Schlagzeilen kamen mit der Präsenz am Fernsehen. «Ich hatte zum Glück meistens nette Schlagzeilen und musste lernen, nicht alle Kommentare zu lesen», stellte die Medienfrau fest. Mit Susi Schär, Colette Gradwohl, Belinda Sallin, Marianne Gilgen und Heidi Ungerer stellte Sonja Hasler ebenfalls diejenigen Frauen vor, welche sie gefördert haben.
«Die Arena Dompteurin geht von Bord» war in der grössten Schweizer Tageszeitung fettgedruckt zu lesen, als die Fernsehfrau dem Bildschirm 2014 «Adieu» sagte. In einer beruflichen Auszeit entdeckte Sonja Hasler ihre Liebe zu den Bergen neu und merkte, wie schön es ist, Zeit zu haben. Seit 2015 ist sie nun Gesprächsleiterin in der Sendung «Persönlich». Sie folgte auf Katharina Kilchenmann und moderiert die Gesprächssendung im Wechsel mit Anita Richner, Dani Fohrler und Christian Zeugin.

Vollblut-Journalistin
«Ich freue mich sehr, in dieser Sendung zu moderieren. Während meiner Auszeit habe ich gemerkt, dass ich immer noch grosse Lust habe, mit inte-ressanten Menschen Gespräche zu führen, am liebsten Livegespräche mit Überraschungen, das ist meine Leidenschaft», sagte Sonja Hasler. Die Vollblut-Journalistin kann sich in «Persönlich» als Gesprächsleiterin wunderbar profilieren. In der Radio-Talkshow wählt Sonja Hasler zu achtzig Prozent ihre Gäste selber aus, was ihr sehr gut gefällt. «Ich bin überzeugt, dass Berichterstattung zu einem gesunden Leben gehört. Nicht jede ist sicher gut, aber man kann immer darüber diskutieren. Sicher ist aber, wenn es keine Gebühren mehr gibt, gibt es auch keine SRG mehr. Beim SRF arbeiten alle nach bestem Wissen und Gewissen. Sendungen zu produzieren verursacht trotz allen Sparbemühungen einfach Kosten», hielt Sonja Hasler zum Abschluss fest.

Das Sterben üben
Mit ihren schön klingenden Örgeli haben Joël Lanz und Marianne Kämpfer den Anlass gekonnt musikalisch umrahmt. Nach der vielseitigen Fragerunde wurde durch den Seniorenrat allen Besuchern ein Apéro offeriert. Dabei bestand die Möglichkeit, mit Sonja Hasler «persönlich» ins Gespräch zu kommen. Zahlreiche Bekannte und Freunde aus der Region nutzten gerne die Gelegenheit, sich wieder einmal mit der bekannten «Fernseh- und Radiofrau» zu unterhalten.
Der Herbstanlass vom Seniorenrat ist bereits geplant und findet am Mittwoch, 1. November, 19.30 Uhr, im Kirchgemeindehaus Wyssachen statt. Als Referent wird Prof. Dr. Steffen Eychmüller, Leiter des Universitären Zentrums für Palliative Care am Inselspital Bern (PZI) zum Thema «Es tut gut, das Sterben immer wieder ein wenig zu üben» sprechen. Der Eintritt ist frei und es sind Interessierte aller Altersstufen (nicht nur Senioren) ganz herzlich eingeladen.

Infos: www.seniorenrat-huttwil.ch

Von Barbara Heiniger

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