• Die Veteranen, die am Sonntag von Romana Rothen (zweite von rechts) geehrt wurden.

  • Die Musikgesellschaft Wyssachen bei der Marschmusikparade. · Bilder: Barbara Heiniger

06.09.2017
Emmental

Ein Fest von und für Musizierende

Während zwei Tagen stand das ganze Dorf Dürrenroth im Zeichen der Musik. Am Emmentalischen Musiktag traten 15 Verbandsvereine sowie drei Gastvereine auf. Über 700 Musikantinnen und Musikanten zeigten in diversen Darbietungen das hohe, anspruchsvolle Niveau der Blasmusik. Das Publikum bekam ebenso beste Unterhaltungsmusik zu hören. Zahlreiche Höhepunkte und spezielle Klangerlebnisse gab es am letzten Samstag und Sonntag.

Dürrenroth · Die rund zweieinhalbjährige Vorbereitungszeit hatte sich bestens gelohnt. Das aktive OK mit Präsident Richard Sommer, Vizepräsident Ruedi Schwarz, Ruedi Wüthrich (Sicherheit und Verkehr), Ruedi Müller (Musik), Ernst Kiener (Kassier), Thomas Leuenberger (Festwirtschaft), Elisabeth Heiniger-Blau (Sekretariat), Hansjörg Leuenberger (Bau und Dekoration) sowie Tanja Naef (Sponsoring und PR) leistete sehr gute Arbeit. Die Abläufe von A bis Z klappten bestens und das ganze Fest war ein Erfolg. Nur am Samstag schickte Petrus leider bei der Parademusik zu früh seine Regentropfen, der Gesamtchor wurde darum ins Festzelt verlegt. Am Sonntag konnte das ganze Programm nach Wunsch und bei herrlichem Sonnenschein durchgeführt werden.

Anspruchsvolle Konzertmusik
Glänzende Instrumente, fröhliche und motivierte Musizierende, korrekte Fähnriche, schöne Ehrendamen und dankbare, glückliche Zuhörer gab es über das vergangene Wochenende in Dürrenroth sehr viele. Am Samstag zeigten die Musikgesellschaften Sumiswald, Grünenmatt-Waldhaus, Rinderbach, Heimiswil-Kaltacker, Zollbrück, Wasen, Biembach, Hasle-Rüegsau, sowie die Musik Frohsinn Oberburg ihr Können beim Konzertvortrag, der Parademusik und in der Unterhaltungsmusik.
Am Sonntag hatten die Musikgesellschaften Wyssachen, Wynigen, Rüederswil, Röthenbach, Eriswil sowie die Stadtmusik Huttwil ihre Auftritte. Am Samstag erfreute der Posaunenchor Lützelflüh-Grünenmatt die Zuhörenden beim Bankett mit Unterhaltungsmusik. Am Sonntag zeigten die Spielsektion des UOV Zürich (Leitung Roger Trottmann, bisher Dirigent der MG Dürrenroth) und die Blasmusik Zuchwil (Leitung Bruno Eggimann, Ehrendirigent der MG Dürrenroth) ihr Können.
Bei der Konzertmusik konnten die drei Experten Pascal Schafer, Daniel Bichsel und Beat Blättler anspruchsvolle Titel bewerten. Diese reichten von «Songs from the Catkills» (Johan de Meij), über «Schmelzende Riesen» (Armin Kofler), «Imagasy» (Thimo Krass), «Kingdom of Dragons» (Philip Harper), «The Baron of Dedem» (Carl Wittrock), «Jubilate» (Jacob de Haan), «Windows of the World» (Peter Graham) bis zu «Leichte Kavallerie» von Franz von Suppé.

Ein besonderes Klangerlebnis
Die Parademusik fand auf der Dorfstrasse statt. Während am Samstag der Gesamtchor buchstäblich ins Wasser fiel und durch drei Musikgesellschaften auf der Bühne im Festzelt vorgetragen wurde, konnte am Sonntag das grandiose Klangerlebnis genossen werden. Auf dem Platz vor dem Feuerwehrmagazin stellten sich die Musikantinnen und Musikanten auf. Unter der Stabführung von Roger Trottmann ertönten «Bärner Musikante» (Walter Joseph), «Dürrenroth» (Kurt Weber, editiert von Roger Trottmann) und «Der Ämmitaler» (Hans Honegger).   

Die Geschichte der Musik erspüren
«Die Tradition steht im Vordergrund, es soll ein Fest von und für die Musikantinnen und Muskanten sein» zitierte Richard Sommer bereits im Festführer. Der OK Präsident dankte aber auch den zahlreichen Helfern, Sponsoren, Landbesitzern, der Einwohnergemeinde und Kirchgemeinde, Hauswarts Familie Lanz, Luise Wechsler und Gärtnerei Widmer für den prächtigen Blumenschmuck, der ganzen Bevölkerung von Dürrenroth und allen Freiwilligen, die sich für den Musiktag in Dürrenroth eingesetzt haben. Richard Sommer durfte am Sonntagabend mit seinem OK und der Musikgesellschaft Dürrenroth auf ein sehr gelungenes Fest zurückblicken.
Daniela Hutmacher, Präsidentin des Emmentalischen Musikverbands, würdigte in ihrer Ansprache den Einsatz der Musizierenden. Mit dem Spruch von Antoine de Saint Exupery «Wenn du ein Schiff bauen willst, lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten Meer» erinnerte sie an das gemeinsame Musizieren im Verein. Nicht das Zählen der Takte und Lesen der einzelnen Töne sei wichtig, sondern das erspüren der Geschichte, welche die Musik erzählen wolle.

Musik erhält jung
Romana Rothen, Vizepräsidentin des BKMV und Landesteilvertreterin Emmental, ehrte die Kantonalen Veteranen, welche 30 Jahre in ihren Vereinen treu ihr Instrument spielen. In Dürrenroth waren anwesend:  Peter Marending (MG Eriswil), Jörg Gfeller (MG Röthenbach), Stefan Grossenbacher (MG Rüderswil), Marianne Jorns (MG Wynigen), Norbert Wymann (MG Wyssachen), Jürg Lehmann (MG Zollbrück), Irene Jordi (MG Sumiswald), Jürg Stalder und Martin Burkhalter (beide MG Rinderbach), Hanspeter Widmer (MG Heimiswil-Kaltacker) und Martin Held (MG Biembach).
Als Kantonaler Ehrenveteran wurde Ernst Nyffenegger (MG Eriswil) für 50 Jahre aktives Musizieren durch Daniela Hutmacher geehrt. Sie durfte auch den beiden CISM Veteranen (60 Jahre) Hans Beck (MG Grünenmatt-Waldhaus) und Georges Mundwiler (MG Sumiswald) eine Flasche Wein überreichen. Dabei wurde deutlich, dass Musik jung erhält und die Mitglieder in den Vereinen einen schönen, festen Zusammenhalt pflegen.

Von Barbara Heiniger


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