• Bob-Showtime mit den grossen Figuren des Club 88-Sportpreis-Abends (von links): Olympia-Bobpilot Clemens Bracher, Leichtathletin Géraldine Ruckstuhl, Sportkletterin Michelle Hulliger und Schwinger Matthias Aeschbacher. · Bild: Markus Steinemann

02.02.2018
Huttwil

Ein Hauch Olympia im «Mohren»-Saal

Der diesjährige Club-88-Sportpreis beinhaltete einen Hauch Olympia. Bobfahrer Clemens Bracher aus Wasen gewann mit seinem Team die Mannschaftswertung und nahm die Ehrung kurz vor dem Abflug an die Olympischen Spiele in Südkorea persönlich entgegen. Als bester Einzelsportler 2017 wurde überraschend Schwinger Matthias Aeschbacher (Sumiswald) ausgezeichnet, der die Leichtathletin Géraldine Ruckstuhl (Altbüron) hinter sich liess.

Sportpreis · Eine auf den ersten Blick grosse Überraschung kennzeichnete den Club-88-Sportpreis in Huttwil. Nicht wie erwartet Leichtathletik-Überfliegerin Géraldine Ruckstuhl aus Altbüron gewann die Wertung als beste regionale Einzelsportlerin 2017. Die Auszeichnung ging an den Sumiswalder Schwinger Matthias Aeschbacher, der den Preis nach knappem Jury-Entscheid zugesprochen erhielt. Stefan Leuenberger, der einmal mehr als Moderator souverän, witzig und kompetent durch den Abend führte, zeigte mit seinen Ausführungen dem Publikum auf, dass der Entscheid auf den zweiten Blick keine Überraschung darstellt.
Leuenberger erwähnte, dass «Disu» 2017 als einziger Schwinger zehn Kränze eroberte und damit der erfolgreichste Athlet des Schweizer Nationalsports war. Welch eindrückliche Saison der Sumiswalder absolvierte, zeigen die beeindruckenden Resultate. Leuenberger erwähnte den Sieg beim Freiburger Kantonalschwingfest, wo er alle sechs Gänge gewann. Siege realisierte er auch beim Wislisau- und beim Lueg-Schwinget. Auf dem Brünig resultierte ein zweiter Rang. Dritte Ränge belegte er beim «Nordwestschweizerischen» und auf der Schwäg-alp. Ein vierter Rang beim Unspunnenfest rundete die grossartige Jahresbilanz des Sumiswalders ab.

Bobpilot vor Korbballern
Damit war für Stefan Leuenberger klar: «Was bruche mir Helde wie Herkules, Rambo oder Bud Spencer. Mir hei dr Disu. Üse Sagmähl-Gladiator.» Trotz der überragenden Bilanz war Matthias Aeschbacher der Meinung, dass noch mehr möglich gewesen wäre. «Mit etwas Glück hätte ich sogar noch ein, zwei Siege mehr realisieren können.» Pech hatten bei der diesjährigen Preisverleihung die Korbballer aus Madiswil, die letztes Jahr zum zweiten Mal nach 2014 den Schweizermeistertitel errangen. Doch dieser Grosserfolg reichte nicht, um den Club-88-Sportpreis in der Mannschaftswertung zu erobern, weil mit dem Bob-Team von Clemens Bracher eine Equipe den ersten Platz belegte, deren Leistungen unbestritten den Sieg rechtfertigen. Von 0 auf 100 in vier Wintern, so beschrieb Stefan Leuenberger den Sturm von Clemens Bracher an die Bobspitze, mit dem bisherigen Höhepunkt im letzten Dezember, als Bracher im Zweierbob mit seinem Anschieber Michael Kuonen gleich beim ersten Weltcup-Einsatz reüssierte und einen grandiosen Triumph realisierte. Es folgte ein weiteres Weltcup-Spitzenresultat (3. Rang) sowie als zusätzliche Krönung die EM-Silbermedaille. Die beiden Schweizermeistertitel im Zweier- und Viererbob waren anschlies-send noch eine willkommene Zugabe für den aus Wasen stammenden Bobpiloten. Der eigentliche Ritterschlag folgte jedoch erst noch, als er definitiv für die Olympischen Winterspiele in Südkorea (9. bis 25. Februar) nominiert wurde. Dass der Olympiateilnehmer zwei Tage vor dem Abflug nach Pyeongchang den Sportpreis als Gewinner der Teamwertung persönlich in Empfang nahm, zauberte einen seltenen Hauch von Olympia in den vollbesetzten «Mohren»-Saal (Kleiner Prinz).     
Man habe die letzten vier Jahre enorm hart für dieses Ziel gearbeitet, erklärte Clemens Bracher vor den Gästen der Sportpreis-Gala. «Dass es nun geklappt hat, ist eine grosse Genugtuung für mich», fügte der Emmentaler hinzu. Auf die Frage von Moderator Stefan Leuenberger, welche Ränge er in Py-eongchang anpeile, antwortete Clemens Bracher: «Wir fixieren uns nicht auf irgendwelche Ränge, wir möchten einfach die beiden besten Rennen der ganzen Saison absolvieren. Wenn uns das gelingt, dann werden wir automatisch entsprechende Ränge belegen.»

Von Walter Ryser

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