15.06.2018
Emmental

Ein Jahr im Zeichen vieler Personalwechsel

An der 5. Verbandsparlamentsversammlung des Sozialdienstes Region Trachselwald SRT wurden der Jahresbericht 2017, erstmals vorgestellt von Roland Arni, sowie die Jahresrechnung 2017 genehmigt. Ebenfalls Zustimmung fanden der Investitionskredit Ersatz Server, Nachkredit und das Personalreglement.

Sumiswald · Die Präsidentin Sandra Lambroia Groux konnte im schönen Saal im Kirchgemeindehaus Sumiswald die Vertreter aller dreizehn Gemeinden begrüssen, die dem Gemeindeverband angehören. Dies sind Affoltern, Auswil, Dürrenroth, Eriswil, Gondiswil, Huttwil, Lützelflüh, Rohrbach, Rüegsau, Sumiswald, Trachselwald, Walterswil und Wyssachen.

Ein Jahr im Zeichen von Wechsel
Der Jahresbericht stand ganz im Zeichen vom Leiterwechsel im SRT. «‹Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen›, hat Aristoteles vor vielen hundert Jahren bereits gesagt. Mit Roland Arni, Sozialarbeiter FH, gelernter Kaufmann und passionierter Freizeit-Segler, haben wir im SRT die Segel richtig gesetzt, um zu erwartende Herausforderungen meistern zu können. Zum Beispiel das neue Finanzierungsmodell des Kantons über Fallpauschalen», sagte die Präsidentin im Editorial des Jahresberichtes.
Roland Arni stellte diesen erstmals in seiner Funktion an der Versammlung vor. Thomas Eggler verliess nach über 21 Jahren den SRT auf Ende Oktober 2017. Im September führte das Regierungsstatthalteramt Emmental, als Aufsichtsbehörde, noch die ordentliche Überprüfung der Verwaltung des Gemeindeverbands Sozialdienst Re-gion Trachselwald durch und bescheinigte, dass dieser im Zeitpunkt der Überprüfung, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen, ordnungsgemäss geführt und verwaltet wird. Am 1. November 2017 übernahm Roland Arni die Leitung des SRT. Der Weggang des langjährigen Leiters und die Übergabe an den Neuen löste aus, dass sich rund ein Drittel der Mitarbeitenden entschieden, sich ebenfalls einer neuen Herausforderung zuzuwenden.
Damit ging jahrelange, wertvolle Berufserfahrung verloren. Die Stellen wieder zu besetzen war mit grossem Aufwand verbunden. Dadurch wurden der Betrieb und die Mitarbeitenden stark gefordert.
Erfreulich bleibt die rückläufige Fallentwicklung, die im Einzugsgebiet zu verzeichnen ist. Der Jahresbericht wurde von den Gemeindevertretern genehmigt.

Erfreuliche Rechnung
Die Jahresrechnung 2017 wurde erläutert von Sabrina Mathys, Leiterin Rechnungswesen SRT. Diese schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 112 475 Franken ab. Dies macht pro Einwohner im Gemeindeverband 4.35 Franken und ist gegenüber dem Voranschlag 2017, mit 29.14 Franken, ein massiver Rückgang. «Die Besserstellung von 640 624 Franken gegenüber dem Voranschlag ist erfreulich und hat mehrere Gründe. Wichtig ist anzumerken, dass die grosse Differenz gegenüber dem Voranschlag grösstenteils durch unvorhergesehene Einnahmen entstanden ist und es sich nicht um eine Fehlbudgetierung handelt», sagte Sabrina Mathys.
Ausserordentliche Erträge gab es aufgrund eines Beschwerdeentscheids im KES-Bereich, wo neu die Vollkosten entschädigt werden. Dies geschah rückwirkend für das Jahr 2016 und für das laufende Jahr 2017. Aufgrund der Systemumstellung von Besoldungskosten zu Fallpauschalen wurden die Entschädigungen der privaten Mandatstragenden einerseits für das Jahr 2016 nach bisherigem Modell nachbezahlt und gleichzeitig bereits für das laufende Jahr 2017 vergütet.
Zudem konnten etliche Rückerstattungen von Sozialhilfe infolge Erbschaften und Liegenschaftsverkäufen erfolgen, was zu einer Erhöhung der inkassoprivilegierten Erträge und somit zu einer grösseren Inkassoprovi-sion führte. Die Revisionsstelle PKO Treuhand GmbH, Kirchberg, empfahl nach der Prüfung die Rechnung zur Genehmigung, was die Gemeindevertreter auch machten.

Kredit zugestimmt
Am 8. November 2017 bewilligte das Verbandsparlament den Verpflichtungskredit für die Neubeschaffung der Serveranlage im Umfang von Fr. 110 000. Nach genauen Berechnungen und Abklärungen stellte sich heraus, dass mit der geplanten Inhouse-Serverlösung beim bewilligten Kredit eine Kostenüberschreitung stattfindet, die vom Verbandsrat und vom Verbandsparlament bewilligt werden muss. Damit die Umsetzung der Inhouse-Lösung erfolgen kann, musste das Verbandsparlament den Antrag für einen Nachkredit in der Höhe von 15 000 Franken bewilligen, was an der Versammlung auch gemacht wurde.
Infolge der neuen Strukturen musste das Personalreglement auf 1. Januar 2016 angepasst werden. Es wurde damals nur punktuell überarbeitet, die neuen Begriffe und die organisatorischen Anpassungen wurden übernommen. Eine grössere Überarbeitung wurde nun in Angriff genommen und dabei auf das revidierte Musterreglement des Kantons abgestützt.
Um einige Artikel entstand eine lebhafte Diskussion. Auf Antrag wurde im Artikel 8 die «kann» Version einstimmig beschlossen. Das Personal-Reglement wurde genehmigt, aber es soll mit der Personalverordnung den Verbandsgemeinden nochmals vorgelegt werden.
Orientiert wurde über das Budget 2019, mit Prognosen für 2019. Dieses wird an der nächsten Verbandsparlamentsversammlung vom 28. November 2018 genehmigt. Roland Arni stellte ebenfalls die Benchmark mit drei anderen Sozialdiensten vor. Die Zahlen und Ergebnisse können dabei verglichen werden und sind für den SRT sehr wertvoll.
Einen Dank richtete die Präsidentin Sandra Lambroia Groux zum Schluss an den Verbandsrat für die engagierte Mitarbeit und an die Mitarbeitenden auf den Beratungsstellen für ihren unermüdlichen, nicht einfachen Einsatz, sowie den professionellen Umgang mit hilfesuchenden Menschen in der Region Trachselwald.

Von Barbara Heiniger

AUF facebook kommentieren