• Chauffeur Bruno Von Rickenbach sorgte mit seinem gekonnten Schwertransport-Manöver für Spektakel und Aufsehen. · Bilder: Leroy Ryser

15.06.2018
Huttwil

Ein spektakulärer 12-Tonnen-Transport

Für die neuen Gebäude an der Allmendstrasse wurde der Solar-Speicher-Tank angeliefert. Dieses Unterfangen bedurfte guter Planung und haargenauer Arbeit vom Chauffeur und dessen Helfern.

 

Etwa eine halbe Stunde vor zehn Uhr erreicht der Schwertransport Huttwil. Die letzte halbe Stunde, bevor er auf der Baustelle an der Allmendstrasse eintrifft, verbringen die Verantwortlichen der Transport-Firma Senn AG aus Oftringen damit, die Lindenstras-se rückwärts hoch zu fahren, um danach vorwärts in die Berg- und später die Allmendstrasse einzubiegen. Innerhalb von einer weiteren Stunde wird der spektakuläre Event dann vollendet. In einem sportlichen Unterfangen wird der überlange Lastwagen rückwärts auf die Baustelle gefahren – erstaunlicherweise war nur eine Korrektur notwendig – und danach wird in Zusammenarbeit zwischen Lastwagen und Kran dar 12 Tonnen schwere Solarspeicher angehoben und letztlich mit dem Kran in Position gebracht.

Kein gewöhnlicher Arbeitstag
Was im Nachhinein ganz einfach klingt, war wahrlich ein Spektakel für zahlreiche Zuschauer. Nicht wenige Anwohner zückten die Handys, Fotos und Filme wurden gleich mehrere geschossen und gedreht. «Der letzte Teil hier war schon etwas sportlich», schmunzelt der bärtige Chauffeur Bruno Von Rickenbach als die Arbeit getan ist. Jener Punkt, der im Voraus als schwierig erachtet wurde, konnte aber fast mühelos bewältigt werden. «Der Kreisel in Sumiswald verlief ganz gut», sagte der haargenau arbeitende Chauffeur nämlich, auch deshalb sei die Fahrt alles in allem zufriedenstellend verlaufen. «Solche Transporte haben wir oft», erklärt Von Rickenbach, speziell sei die Fracht aber doch gewesen. «Obwohl es den Transport nicht verändert, ist ein reiner Solar-Tank schon etwas Spezielles. Daher ist der heutige Tag kein gewöhnlicher.»

Zwischen Respekt und Vertrauen
Zufrieden ausschnaufen konnte derweil nicht nur der Chauffeur nach der Massarbeit, sondern auch Josef Jenni. Der Geschäftsleiter der Jenni Energietechnik hatte den Auftrag gegeben, den 12-Tonnen-Koloss, der später 110 000 Liter Wasser fassen wird, zu transportieren. «Natürlich hat man Respekt. Denn eigentlich darf nichts schief gehen. Aber ich habe Vertrauen in diese Herren.» Begleitet hat Josef Jenni den Transport dennoch. Am Morgen früh um 7 Uhr wurde der 7,7-Megawattherz-Speicher in Oberburg aufgeladen und daraufhin nach Huttwil gebracht.
«Wichtig ist vor allem die Aussage die wir, verbunden mit diesem Transport machen wollen», erklärte Jenni. Trotz skeptischer Haltung sei es heutzutage zweifellos möglich, Liegenschaften ausschliesslich mit Solar-Energie zu heizen – auch wenn ein gewisser Aufwand, wie beispielsweise dieser Transport, auf sich genommen werden muss. «In den neusten Energiestatistiken von BP wird gezeigt, dass der Verbrauch von Energie aus Kohle, Atom und Gas wiederum gestiegen ist. Dabei wäre es möglich, nachhaltige Energie besser zu nutzen.» Jenni erhofft sich deshalb, dass Nachahmer folgen, seine Produkte sind auch aus diesem Grund nicht etwa patentgeschützt. Immerhin für Aufsehen hat der Pionier gesorgt. Und der Endfertigung der Gebäude steht nun nichts mehr im Weg.

Von Leroy Ryser

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