• Der Huttwiler Adrian Lanz führt als Präsident die ASTAG Sektion Bern. · Bilder: Walter Ryser

  • Kreisoberingenieur Roger Schibler machte bei den ASTAG-Mitgliedern Werbung für die Verkehrssanierung Aarwangen.

07.04.2017
Langenthal

Eine Entlastung ist dringend nötig

«Das Herz von Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer schlägt für den öffentlichen Verkehr, dennoch ist sie eine klare Befürworterin der Verkehrssanierung Aarwangen mit der geplanten Umfahrungsstrasse», wies Roger Schibler vom Oberingenieurkreis IV Oberaargau/Emmental an der GV des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes ASTAG Sektion Bern bei der Calag AG in Langenthal auf die Abstimmung vom 21. Mai hin.

Die Generalversammlung der ASTAG Sektion Bern bei der Calag AG in Langenthal stand ganz im Zeichen der bevorstehenden kantonalen Abstimmung vom 21. Mai zur Verkehrssanierung Aarwangen. Wenn er auf den Schweizer Strassen unterwegs sei, staune er immer wieder, wie dicht der Verkehr geworden und wie viele Lastwagen unterwegs seien, erwähnte Niklaus Lundsgaard-Hansen, Amtsvorsteher beim kantonalen Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt. Für ihn sei deshalb ganz klar, dass das Strassennetz wenn möglich entlastet werden müsse.
Diese Meinung teilten die über 100 anwesenden Berner ASTAG-Mitglieder und mit ihnen auch Roger Schibler vom Oberingenieurkreis IV Oberaargau/Emmental, der die Abstimmungsvorlage vom 21. Mai zur Verkehrssanierung Aarwangen vorstellte. Eigentlich war dafür Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer (SP) vorgesehen, die jedoch kurzfristig passen musste und damit Roger Schibler beauftragte. Der Kreisoberingenieur sagte vor den ASTAG-Mitgliedern, dass es kein Geheimnis sei, dass Barbara Egger-Jenzers Herz für den öffentlichen Verkehr schlage, «aber bei der bevorstehenden Abstimmung setzt sie sich klar für die Verkehrssanierung Aarwangen ein. Sie will diese Umfahrungsstrasse unbedingt», betonte Schibler.

Problem lässt sich lösen
Als er vor fünf Jahren seine Stelle beim Oberingenieurkreis IV Oberaargau/Emmental angetreten habe, sei es sein Ziel gewesen, für die fast 50-jährige Verkehrsproblematik in der Region Aarwangen einen Entscheid herbeizuführen. «Das ist uns gelungen», zeigte sich Schibler erfreut darüber, dass nun ein Projektierungskredit in der Höhe von 6,6 Millionen Franken zur Abstimmung gelangt. Roger Schibler ist von der Notwendigkeit des vorliegenden Projektes überzeugt und sagte, dass die Bilder von der aktuellen Verkehrssituation in Aarwangen für sich sprechen würden. «Doch das Problem lässt sich lösen», wies er auf die Abstimmung hin. «Mit der Umfahrung schaffen wir Raum, den andere Verkehrsteilnehmer nutzen können», so Schibler, der überzeugt ist, dass dank der Umfahrungsstrasse die Anzahl Fahrzeuge, die täglich durch Aarwangen fahren, halbiert werden kann. Momentan sind es rund 16 000 pro Tag.Der Kreisoberingenieur wies explizit darauf hin, dass keine weitere Autobahn gebaut werde, sondern lediglich eine 3,6 km lange Kantonsstrasse. Schibler ist aber noch aus einem andern Grund für die Verkehrssanierung Aarwangen. Er wies auf die im Vergleich zu andern Regionen überdurchschnittlich hohe Anzahl an Arbeitsplätzen in der Agglomeration Langenthal hin, die man unbedingt erhalten müsse. Schibler versuchte auch das Argument der Gegner, die den Eingriff in die Natur als unverhältnismässig empfinden, zu entkräften. «Sollen wir tatsächlich Biber, Unken und Libellen höher gewichten als Schulkinder und Dorfbewohner», fragte er die Anwesenden und fügte hinzu: «Die Aarwanger gehören ebenfalls zu unserer Natur.» Die Auswirkungen bei einem Nein sind gemäss Roger Schibler gravierend. Die Belastung in Aarwangen bleibe weiterbestehen. Gleichzeitig habe dies negative Auswirkungen auf die künftige Siedlungsentwicklung, aber auch die Erreichbarkeit und die Standortgunst liesse sich dadurch nicht mehr steigern. «Deshalb gibt es nur die Möglichkeit, Ja zur Verkehrssanierung Aarwangen zu sagen», schloss Roger Schibler seinen Vortrag.

Engpässe rasch beseitigen
Die anschliessende GV der ASTAG Sektion Bern war eine kurze Angelegenheit ohne grosse Diskussionspunkte. Präsident Adrian Lanz (Huttwil) konnte mitteilen, dass sich der Mitgliederbestand im abgelaufenen Jahr um 19 Unternehmen auf 551 reduziert hat, demgegenüber wurde zugleich eine Zunahme von 152 Fahrzeugen auf 4161 registriert. Lanz erwähnte weiter, dass die Sektion finanziell auf gesunden Füssen stehe. Reto Jaussi, Direktor ASTAG Schweiz, zeigte sich gegenüber den Berner Mitgliedern erfreut, dass das Schweizer Volk am 12. Februar der Vorlage zum Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds zugestimmt hat. Damit wird der Bund künftig jährlich rund fünf statt wie bisher nur vier Milliarden Franken in die Strassen investieren. «Wir brauchen die Strassen, um effizient arbeiten zu können», betonte Jaussi, der hofft, dass mit dem zusätzlichen Geld nun rasch dringende Projekte realisiert werden. «Es geht darum, die Strasseninfrastruktur zu verbessern und Engpässe zu beseitigen.»
Zum Abschluss der Versammlung wurde Vorstandsmitglied Marc-Alain Christen (Bern) verabschiedet. Der Jurist war als Sekretär und Kassier stolze 37 Jahre im Mandatsverhältnis für die ASTAG Sektion Bern tätig. In einer interessanten Abschiedsrede blickte er auf seine lange Tätigkeit zurück, auf zahlreiche Anlässe, die er half organisieren (Weiterbildungskurse, Geschicklichkeitsfahren), auf die jährlichen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern der ehemaligen VHTL (Gewerkschaft Verkauf Handel Transport Lebensmittel) sowie die Zusammenarbeit mit insgesamt vier Präsidenten. Christen warf aber auch einen Blick auf die technische Entwicklung im Nutzfahrzeug-Sektor, von der Strassenkarte 1979 über das GPS im Jahre 2016 bis hin zu selbstfahrenden LKWS im Jahr 2045 und zeigte sich abschliessend überzeugt: «Ein starker und gut organisierter Verband wird auch in Zukunft unbedingt notwendig sein, um im rauen wirtschaftlichen und politischen Umfeld bestehen zu können.»

Von Walter Ryser

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