• Die Beginners Band unter der Leitung von Janick Zappa nach ihrem verheissungsvollen Auftakt. · Bilder: Anton Lanz

  • Die neuen und alten Spielführer (von links): Caroline Lanz, Yanick Nyffenegger (Vize), Gian Luca Disilvestro (Vize) und Selina Leuenberger.

25.05.2018
Huttwil

Eine Welt ohne Musik wäre keine Welt

Der Ring der Musik ist zerbrochen; die ganze Welt ist ohne Töne. Unvorstellbar, wer am letzten Donnerstag- und Freitagabend das Konzert der Kadettenmusik gehört hat. Dennoch aber war gerade dies das Thema. Nach einer eigens für das Konzert geschriebenen Geschichte gaben die Jugendlichen unter der Leitung von André Gygli und zusammen mit Timelf, Stefan Schärli, dem Publikum im Städtlisaal die Musik «zurück» – und wie ...

Mit einem «Ausgleich» zum Muttertag, «Rock for Daddy», machte die Beginners Band auf der Städtlibühne den Auftakt zum traditionellen Jahreskonzert der Kadettenmusik Huttwil. Erstmals spielten die jüngsten Musikantinnen und Musikanten unter der Leitung von Janick Zappa. Alle Beginners absolvieren Einzelunterricht. In nur fünf Proben konnte ihr tolles Konzert zusammengefügt werden.
Nach weiteren Einlagen gehörte die Bühne der Tambourengruppe mit einem eindrücklichen Konzertblock unter der Leitung von Peter Marending und Sabrina Verreira. Mit dem passenden Stück «Happy Hour» leiteten sie zum Konzert der «Gros­sen».
Die Geschichte «Der Ring der Musik» war von Cornelia Leuenberger aus Hindelbank extra für das Konzert der Kadetten geschrieben worden. Es barg eine unglaubliche Menge an Gestaltungsmöglichkeiten, das Drama um die musiklose Welt aufzuzeigen.

Maximum an Motivation
Im Mittelpunkt des Geschehens stand der rettende Elf, Timelf (Stefan Schärli aus Menzberg), der die Geschichte erzählte und dabei für viele Lacher und auch atemlose Momente sorgte; umrahmt von toller, hingebungsvoller Musik. Dem Musikleiter André Gygli gelang es einmal mehr, das Maximum an Motivation und Spielfreude aus den Jugendlichen herauszuholen. Erstmals half eine Cellistengruppe der Musikschule Huttwil das Konzert mitgestalten und verlieh diesem eine besondere Klangfarbe.
Mit dem Marsch «Menzberg», dirigiert von Vizespielführer Gian Luca Disilvestro, erhielt das Publikum einen rassigen Auftakt. Alles war in schönster Ordnung. Aber eben, weil ein Nachbar den Grossvater so grässlich mit Musik belästigte, zerschlug dieser den Zauberstein mit dem «Ring der Musik». Mit dem Ring zerbrachen alle Töne, Tonleitern, Taktarten, Rhythmen und Harmonien auf dem Erdball. Von einer Sekunde auf die andere verstummten alle musikalischen Töne der Welt. Überall herrschte unheimliche Stille. Man muss wissen: Grossvater Wolfgang war nämlich kein gewöhnlicher Grossvater, sondern ein ganz besonderer, der «Hüter der Musik».
Eine Welt ohne Musik – das hatte er nicht gewollt, und da konnte nur noch Timelf helfen ...
Der Elf seufzte, las zuerst einmal dem Grossvater die Leviten und machte sich dann anhand einer «Checkliste» auf ins Land der Vögel, wohin sich die Töne verzogen hatten. Während sich Tim dort zu orientieren versuchte, nahm die Musik das Publikum mit «Eragon» gefangen. Aber eben, auch in der Vogelwelt waren die Töne durcheinandergeraten. Die Vögel verstanden sich selbst nicht mehr. Nur der grosse alte Vogel zuoberst auf dem Berg konnte helfen. Tim schwitzte, schnaufte, litt, kämpfte sich weiter. Endlich stand er vor dem Vogel. Dieser rief alle Vögel zusammen und hiess sie, die Töne zu bringen, welche nicht in ihre Lieder gehörten. Tim nahm die Töne, die «Störenfriede», und zog mit dem Floss unten am Fluss weiter ins Land des riesigen Schreiners, um auch die Tonleitern zurückzuerobern.

Berauschende Musik
Das Stück «City of the Falcon» berauschte nun das Huttwiler Publikum. Der Fluss lief in einen Wildbach aus – Tim hatte Todesangst. Zum Glück spie ihn eine Welle an Land. Er war im Land des Schreiners, eines mürrischen, «motzigen» Riesen, gelandet. Beidseitig war man nicht gerade erfreut über den Anblick. Nach einer spektakulären Verfolgungsjagd gelang es dem Elf, den Schreiner mit seinen Tönen zu bändigen. Im Lager des Schreiners fand er die Tonleitern, packte sie in Windeseile zusammen. Mit einem wütenden Fussstoss stiess der Schreiner den ungebetenen Gast in die Luft
und zurück auf den Fluss. Nichts wie weg ...
«Gothic 3» untermalte das Abenteuer musikalisch so toll, dass beinahe Hühnerhaut entstand. Klar, dass Tim auch im Land der Mathematik auf Ungemach stiess; immerhin war dies ja nicht gerade sein Lieblingsschulfach gewesen. Er fand aber das mit Zahlen verknüpfte Zauberwort, durchbrach Sperren mit Hexen und schwarzen Raben und erkämpfte sich so die Notenwerte, Taktarten und die freie Fahrt zum Drachen. «Reach for the skies» der 80 Mitwirkenden auf der Städtlibühne untermalte die Turbulenzen im Hexenberg. Wer ging schon gern zu einem Drachen? Aber Tim, nun beseelt mit seinen bisherigen Erfolgen, schaffte auch diese gefährliche Mission. Jetzt fehlte nur noch die Harmonie, weich gespielt im Stück «Princess of the Universe». Ausgerechnet im Land des Hasses musste er sie finden.
«The Poet and the Pendulum» krönte auch diesen letzten Erfolg des Helden Timelf und begleitete diesen zurück zu Grossvater Wolfgang, der die Ringteile der Musik sorgfältig wieder zusammenfügte. Und siehe da ... auf der ganzen Welt setzte wieder Musik ein.
Eine grossartige Meisterleistung aller Mitwirkenden, vor allem natürlich der jugendlichen Musikanten, die soviel Inbrunst in ihr Musizieren steckten.

Neue Spielführer
Durch den Abend führte versiert die Präsidentin des Vereins Kadetten Huttwil, Erika Kleeb. Sie kürte die neuen, traditionsgemäss von den neuen 9.-Klässlern gewählten Spielführer und Vizespielführer Caroline Lanz und Yanick Nyffenegger. Die beiden werden die Kadettenmusik Huttwil im kommenden Schuljahr anführen. Caroline Lanz als Spielführerin wird die Kadetten an der Marschmusikparade der Kadettentage in Huttwil anführen.
Um den hochengagierten Dirigenten und musikalischen Leiter André Gygli zu entlasten, übernahm für die Zugabe «Game of Thrones» die abtretende Spielführerin Selina Leuenberger den Taktstock.

Gut zu wissen
3. Kadetten-Enteli-Rennen am Freitag, 22. Juni, beim Weidenpavillon Huttwil. Start: 18 Uhr. 2000 Enteli werden gleichzeitig in die Langete gekippt. Die 30 schnellsten Enteli gewinnen attraktive Barpreise. Die Preise werden gegen Vorweisung der Rennlizenz abgegeben. Weitere Infos auf www.kadetten-huttwil.ch.

Von Liselotte Jost-Zürcher

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