• Champions-League (v. l.): Damian Gehrig (Vertreter des siegreichen Schwingklubs Sumiswald, Einzelsieger Mathias Flückiger und Nachwuchsgewinner Luca Ulrich.· Bilder: Leroy Ryser

03.02.2017
Huttwil

Emotionaler Schlusspunkt als Highlight

Mountainbiker Mathias Flückiger (Einzelsportler), Volleyballer Luca Ulrich (Nachwuchs) und der Schwingklub Sumiswald (Mannschaften) sind vom Club 88 mit dem Sportpreis 2016 ausgezeichnet worden. Sportpreis-Moderator und «UE»-Sportredaktor Stefan, «Stifu» Leuenberger erhielt für sein langjähriges Engagement als Sportjournalist und im Turnverein Huttwil den Sportförderpreis.

Der emotionalste Moment des Abends folgte ganz zum Schluss, als Moderator Stefan Leuenberger auf der Bühne im Hotel Kleiner Prinz in Huttwil auf die Schultern zweier Schwinger des Schwingklubs Sumiswald gehievt und kurzerhand in die Rolle des Geehrten befördert wurde. Der 43-jährige Sport-redaktor bei der Lokalzeitung «Unter-Emmentaler» wurde mit dem Sportförderpreis für sein langjähriges Wirken als Sportjournalist und im Turnverein Huttwil geehrt.

Überraschung beim Nachwuchs
Stefan Sägesser, Präsident des Club 88 (Freunde des Sportes Huttwil), rief den Anwesenden in Erinnerung, welche Verdienste «Stifu» Leuenberger für den Regionalsport hat. So schreibe er nicht bloss seit 1999 als Redaktor bei der örtlichen Lokalzeitung «UE» über den Regionalsport, auch sei er seit vielen Jahren selber ein angefressener Sportler und Sportförderer. Thomas Schenk, TK-Chef beim Turnverein Huttwil, erwähnte zudem, dass der Geehrte in seiner bisherigen Sportlerkarriere über 1300 Wettkämpfe bestritten habe, im TV Huttwil viele junge Sportler betreut und gefördert habe, während 16 Jahren als Chef der Aktiven und 17 Jahre als Hauptleiter der Geräteriege, als Vorstandsmitglied und Medienverantwortlicher tausende von Stunden ehrenamtlicher Arbeit für den Verein geleistet und diesen dadurch auch geprägt habe. Stefan Sägesser vertrat deshalb die Meinung: «Keiner hat den Sportförderpreis mehr verdient als Stefan Leuenberger.» Dieser Meinung waren auch eine grosse Anzahl regionaler Sportgrössen – Töffprofi Domi Aegerter inklusive –, die anschliessend auf die Bühne traten und als Gratulanten von «Stifu» auftraten. Dieser nahm die vielen lobenden Worte und Geschenke sichtlich gerührt entgegen.
Mit diversen Bildern regionaler Sportler auf einer Grossleinwand wurde dreieinhalb Stunden zuvor die Sportpreis-Verleihung des Club 88 eingeleitet. Moderator Stefan Leuenberger, der einmal mehr gekonnt durch den Abend führte, startete den Reigen der Ehrungen gleich mit einer Überraschung: «Leichtathletik-Jahrhunderttalent» (Zitat Leuenberger ) Géraldine Ruckstuhl aus Altbüron, die zuletzt dreimal in Folge den Sportpreis in der Kategorie Nachwuchs gewann, wurde dieses Jahr von der Spitze verdrängt. Und dies, obwohl die 19-jährige Mehrkämpferin auch 2016, nach überstandener Verletzungspause, mit überragenden Leistungen aufwartete. «Im Juli gewann sie an den Schweizermeisterschaften der Aktiven Silber im Speerwerfen», erwähnte Stefan Leuenberger. An der U20 WM in Polen eroberte sie in der gleichen Disziplin mit dem siebten Rang ein WM-Diplom. Mittlerweile ist die Medaillensammlung der Altbürerin auf eine WM- und 37 SM-Medaillen angewachsen. Wer diese Ausnahme-Athletin vom Spitzenplatz zu verdrängen vermag, müsse etwas «uf em Chaschte» haben, betonte Stefan Leuenberger.

Olympiamedaille im Visier
Hat er zweifellos, der Sportpreisgewinner in der Kategorie Nachwuchs 2016. Die Auszeichnung ging an den Zeller Volleyballer Luca Ulrich. Mit 18 Jahren war er bei Top Volley Luzern der jüngste NLA-Stammspieler und als jüngster Spieler wurde er für die Schweizer A-Nationalmannschaft aufgeboten, für die er bereits zehn Länderspiele absolviert hat. Gerade diese Einsätze hätten ihm viel gebracht, gab der 20-Jährige im Interview zu verstehen. «Hier kann ich von den anderen Spielern sehr viel profitieren. Zudem kehre ich jeweils von den Länderspielen mit wertvollen Erfahrungen zurück» (siehe auch Porträt über Luca Ulrich im Sportteil).
Urchig ging es in der Kategorie Mannschaften/Vereine zu und her. Auf den ersten beiden Rängen waren die beiden Schweizer Nationalsportarten Hornussen und Schwingen vertreten. Auf dem zweiten Rang klassierten sich die Hornusser von Wasen-Lugenbach A, die letztes Jahr das Emmentalische Verbandsfest und anschliessend auch das Interkantonale Hornusserfest auf dem «Huttu-Bärg» gewannen. Übertrumpft wurden sie vom Schwingklub Sumiswald, der im letzten Jahr wohl sein erfolgreichstes Vereinsjahr erlebte. Nicht weniger als acht seiner Athleten qualifizierten sich für das Eidgenössische Schwingfest, von dem die beiden Mitglieder Patrick Schenk und Damian Gehrig mit dem begehrten Eichenlaub heimkehrten.
Einen logischen Sieger gab es in der Kategorie Einzelsportler mit dem Leimiswiler Mountainbike-Profi Mathias Flückiger, der letzten Sommer bei den Olympischen Spielen in Rio mit dem sechsten Rang im Cross-Country-Rennen ein olympisches Diplom herausfuhr. Obwohl er das Gefühl gehabt habe, dass noch mehr möglich gewesen wäre, sei er stolz auf seine Leistung, gab Flückiger zu verstehen. Rio sei für ihn eine gute Erfahrung und ein wichtiger Lernprozess im Hinblick auf Tokio 2020 gewesen, erläuterte er weiter. Denn der Traum von einer Olympia-Medaille lebe in ihm weiter und dafür wolle er in den nächsten vier Jahren alles unternehmen, liess Mathias Flückiger abschliessend die Anwesenden wissen.

Von Walter Ryser

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