• Colette Grütter mit dem Prix Tambour in der rechten Hand und dem 5000-Franken-Check, den ihr soeben Ruedi Baumann, Stiftungsratspräsident Trummlehus, überreicht hat. · Bild: Hans Mathys

27.03.2017
Oberaargau

Engagement mit Prix Tambour belohnt

Die Langenthaler Stiftung Trummlehus zeichnet seit 2014 Leute mit dem Prix Tambour aus, die den Takt angeben. Der mit 5000 Franken dotierte Preis ging jetzt – nach Kurt und Elsbeth Dürig, Urs Gerber sowie Rita Soom und Marcel Marti – an Colette Grütter.

Roggwil/Langenthal · Hut ab vor dem, was die 55-jährige Colette Grütter-Gerber aus Roggwil bisher ehrenamtlich geleistet hat. Mit Engagement und Vielfältigkeit erfüllt sie in idealer Weise dem Anforderungsprofil für den Prix Tambour der Stiftung Trummlehus in Langenthal. Diese will mit dem Anerkennungspreis «Personen oder Gruppen – vorwiegend aus dem Oberaargau – honorieren, die im weitesten Sinn irgendwo und irgendwie den Tankt angeben, im öffentlichen Leben für Rhythmus sorgen oder sich musikalisch hervortun.» Die soeben mit dem Prix Tambour 2017 ausgestattete Colette Grütter hatte den Anlass im Roggwiler Café Zulauf selber organisiert und dazu 30 Personen eingeladen sowie zur Unterhaltung einen Zauberer engagieret.  
«Bei uns gibt es nur eine Sitzung pro Jahr. Sonst regeln wir alles bilateral», sagte Ruedi Baumann, Präsident der Stiftung Trummlehus, bei der Begrüs-sung – und stellte den Stiftungsrat vor. Neben ihm gehören diesem René Keusen, Peter Widmer und Ruedi Baumanns Tochter Nadine an. Säckelmeisterin ist Susanna Baumann, die Gattin von Ruedi Baumann. Dieser rief in Erinnerung, wer bisher den Prix Tambour in Empfang nehmen durfte. Der erste Prix Tambour ging 2014 an das Ehepaar Kurt und Elsbeth Dürig aus Bleienbach für deren Engagement zugunsten der Blasmusik und der Renaissance des aus dem Jahr 1946 stammenden Oberaargauerliedes. Mit dem Prix Tambour 2015 wurde postum der am 16. Mai 2014 verstorbene Urs Gerber – ein Jugendfreund Ruedi Baumanns –  geehrt. Der 1943 in Bern geborene Künstler war in der Region Langenthal als Cartoonist, Maler und Illustrator tätig. 2016 wurden Rita Soom und Marcel «Masi» Marti für deren enormes Engagement seit dem Jahr 2000 zugunsten des Sommerkinos Langenthal mit dem Prix Tambour und 5000 Franken belohnt.
Die Laudatio für die Gewinnerin des Prix Tambour 2017, Colette Grütter, hielt Roggwils Gemeindepräsidentin Marianne Burkhard. «Sie hat sich seit vielen Jahren für unser Dorf ausserordentlich stark engagiert, eingesetzt und dabei unzählige Stunden Freiwilligenarbeit geleistet», lobte Marianne Burkhard die neue Preisträgerin und begrüsste die geladenen Gäste – unter ihnen auch Langenthals Stadtpräsident Reto Müller mit Familie. Unter den Gästen war auch Colette Grütters Ehemann Ernst, der aus Stuttgart angereist kam, wo er zurzeit an einer Messe engagiert ist. Auch an der Feier in Roggwil dabei waren die drei Söhne Etienne, Jerôme und Cedric. Eingeladen waren Delegationen von Vereinen, in denen Colette Grütter jeweils aktiv und mehrere Jahre im Vorstand mitgearbeitet hat. Ihre erste Vorstandstätigkeit war jene beim Satus Roggwil, wo sie sich – kaum aus der Schule – gleich als Sekretärin engagierte. Weitere Vorstandstätigkeiten von Colette Grütter: Pfadi Siwa (Roggwil, Wynau, Aarwangen), gemeinnütziger Frauenverein Roggwil (verlieh Colette Grütter 2012 die Ehrenmitgliedschaft), Ludothek Roggwil, Ornithologie und Kleintierzüchterverein Roggwil, Kultur- und Museumsverein Roggwil (Kultur-
spycher), Gartenbauverein Langenthal, Unihockeyverein ULA (Langenthal-Aarwangen). Auch Elisabeth Schwarz war geladener Gast. Colette Grütter hatte mit ihr zusammen leidenschaftlich eine Kaffeerahmdeckelbörse geführt.

«Was Sie in die Hand nimmt, das wird durchgezogen»
Roggwils Gemeindepräsidentin Marianne Burkhard verlas bei ihrer Laudatio auch Statements diverser  Vereinsvertreter, die Colette Grütters inzwischen fast 40-jährige ehrenamtliche Engagements würdigten. «Jene Projekte, die Colette in die Hand nimmt, werden durchgezogen und klappen. Ich bin immer voller Bewunderung, was für einen Elan sie immer für alle Projekte aufbringen kann – nebst Familie, Haushalt und Geschäft», so Colette Grütters «kleine» Schwester Carole, die ihrer «tollen grossen» Schwester zum Prix Tambour 2017 gratulierte: «Ich wünsche Colette von Herzen, dass sie weiterhin gute Ideen für Projekte hat, die ihr Freude bereiten. Dass ihr gute Gesundheit beschieden ist und dass sie auch inskünftig Kraft und Elan für alles aufbringen kann, was sie auf die Beine stellen möchte. Aber natürlich auch, dass sich Colette für sich und ihre Familie die nötigen Zeit gönnt, Auszeiten von diesen Projekten zu nehmen und Schönes auf Reisen zu erleben, Feste zu feiern und einfach das Leben zu geniessen.»

Geschenke für die Geehrte
Fritz Anliker und Jacqueline Andres (beide Wynau) bereicherten den Abend auf dem Schwyzerörgeli, während Zauberer Rondos mit einer Magic-Show und Tricks verblüffte. Zwischenzeitlich sorgte Patrick Meier (Niederönz) mit einem uralten Grammophon für Abwechslung. Höhepunkt der Feier war die Übergabe des 5000-Franken-Checks und des von Rolf Uhlmann (Langenthal) kreierten Preises, eines durchsichtigen Würfels. Dieser war mit Utensilien gefüllt, welche die Vielseitigkeit von Colette Grütter symbolisieren. Die Geehrte durfte sich noch über weitere Geschenke freuen – so über Tickets für die Premiere von Unikat «Das Weihnachtsvariete» in der Mange in Roggwil vom 16. November 2017. Roggwils Gemeindepräsidentin Marianne Burkhard zum Abschluss des Abends und wohl im Namen aller Gäste: «Colette, geh deinen Weg als Power-Frau weiter.»

Von Hans Mathys


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