• Freuen sich auf den Fasnachtsmärit am 8. März: Helen Wegmüller und Alexander Grädel sind die neuen Zuständigen; sie als Marktchefin, er als Gemeinderat und Verantwortlicher für das Ressort öffentliche Sicherheit. · Bild: Liselotte Jost-Zürcher

23.02.2017
Huttwil

«Gas gäh» für das neue Konzept der Jahrmärkte

Die grosse Erfahrung, welche Pro Regio Huttwil während mehr als zwei Jahrzehnten bei den Themenmärkten geholt hat, das Wissen, welches der Verein in dieser Zeit aufgebaut hat, soll nun auch den Jahrmärkten zugute kommen. Pro Regio übernimmt von der Gemeindeverwaltung Huttwil die Organisation der Jahrmärkte. Ziel ist es, diese für Besucher, Kundschaft und Aussteller attraktiver zu machen. Bereits der Fasnachts-Märit am Mittwoch, 8. März, wird vom frischen Wind aufgemischt.

Seit Jahren flaut auch in Huttwil das Interesse für die Jahrmärkte ab. Dabei ist unklar, ob weniger Besucher unattraktiver für Aussteller sind und diese deshalb dem Städtli fernbleiben, oder ob es in den letzten Jahren immer weniger Aussteller werden, weil die Besucherscharen ausbleiben.
Dass etwas gehen muss, um den Jahrmärkten Aufwind zu verschaffen, ist seit langem klar. Zuerst wurden diese von acht auf sechs pro Jahr reduziert, nun von sechs auf vier. Ebenso klar aber war den Verantwortlichen der Gemeinde, dass diese Massnahmen nicht reichen würden, um die Märkte zu attraktivieren. Sie entschieden sich für ein neues Konzept und für eine Testphase von ein bis zwei Jahren.

Motivation und viele Ideen
Seit mehreren Monaten steht fest, die Jahrmärkte ab 2017 nur noch in der Marktgasse, in der Stadthausstrasse und auf dem Brunnenplatz durchzuführen – analog dem Wiehnachtsmärit und dem Käsemarkt. «Weil sich die Stände nun auf kleinerem Raum befinden, das ganze Marktbild kompakter erscheint, werden die einzelnen Aussteller besser frequentiert», sagen Gemeinderat Alexander Grädel, Ressortverantwortlicher für die öffentliche Sicherheit, und Helen Wegmüller, Mitarbeiterin von Pro Regio Huttwil und neue Marktchefin, im Gespräch mit dem «Unter-Emmentaler».
Beide sind in der Funktion als Marktverantwortliche neu. Aber beide sind voller Ideen und Motivation, den Jahrmärkten im Städtli zu neuem Schwung zu verhelfen.
Die Erfahrung von Pro Regio Huttwil, das Wissen, welches der Verkehrsverein in über 20 erfolgreichen Jahren mit den Themenmärkten gesammelt hat, soll nun auch in die Jahrmärkte flies-sen. Dazu dürfte die Beziehung von Pro Regio zu Ausstellern und zur Kundschaft ein Vorteil sein. So soll künftig vor jedem Jahrmarkt ein Newsletter versandt und auch auf der Homepage www.regio-huttwil.ch aufgeschaltet werden, der Kundschaft, Besucher und Ausstellende wissen lässt, was als Rahmenprogramm oder -angebote vorgesehen ist.
«Selbstverständlich wollen wir unsere Stamm-Aussteller pflegen», hält Helen Wegmüller zudem fest. Für den kommenden Fasnachts-Märit seien Rotationen der Stammplätze allerdings unumgänglich, da ja die Bahnhof-strasse nicht mehr benützt werde. «Aber die Betroffenen werden einen neuen und bestimmt besseren Stammplatz erhalten.» Insbesondere für diejenigen, welche bisher weit unten in der Bahnhofstrasse platziert gewesen seien, werde diese Änderung vorteilhaft sein. Dabei soll der Brunnenplatz als Herz des Jahrmarkts nicht überstellt werden; rund um den Brunnen herum sollen nur gemeindeeigene Stände stehen.

Kinder im Vordergrund
Das A und O aller Neuerungen wird jedoch das Programm sein. «Natürlich wechselt dieses für jeden Jahrmarkt», beschreibt die neue Marktchefin. Eine gewisse Kontinuität werde man jedoch beibehalten. Konkret heisst dies: Angebote für Kinder und Familien, Einbeziehen des einheimischen Gewerbes und der Vereine, gratis Unterhaltung und vergnügte Stimmung auf dem Märit und ein zur Jahreszeit passendes oder ein themenspezifisches kulinarisches Angebot auf dem Platz. «Wir möchten Jung und Alt ansprechen», so Helen Wegmüller.

Auftakt mit dem Fasnachtsmärit
Für den nächsten Jahrmarkt, den Fasnachtsmärit, heisst dies konkret: Marktbetrieb mit vielen Ausstellern von 9 bis 17 Uhr auf dem neuen Marktgelände im Städtlizentrum, das (gratis) Karussell im Pärkli für Kinder, Schafe zum Streicheln und Beobachten, Erzählen von spannenden Geschichten in der Bibliothek (14, 15 und 16 Uhr), ab 14 Uhr Spiel und Spass bei der Ludothek für Kinder und Erwachsene und ab 14 Uhr Kinderschminken auf dem Brunnenplatz. Ausserdem wird ab 15 Uhr die Guggenmusik Gaugesumpfer vor der Kirche konzertieren, und auch «Zither-Ueli» wird für Marktstimmung sorgen. Wer Lust hat, darf dem Maskenmaler über die Schulter blicken, und auf dem Brunnenplatz backen die Landfrauen frische Schlüferli.

Schon über 80 Ausstellende
Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Fasnachtsmärit sind gut: 81 Marktfahrerinnen und Marktfahrer haben sich bereits angemeldet. «Eine schöne Zahl; wir sind damit schon fast vollbesetzt», so die Marktchefin.
«Mir wei Gas gäh», versprechen Alexander Grädel und Helen Wegmüller. «Wir möchten, dass sich die Leute auf den Huttu-Märit freuen. Es ist unser grosses Ziel, wieder mehr Leute auf den Platz zu bringen. «Beide wissen, wovon sie sprechen, haben eine enge Beziehung zu Märkten. Helen Wegmüller erzählt voller Begeisterung von den Vorhaben. Seit September 2016 arbeitet die Mutter von drei Kindern für Pro Regio Huttwil. Als dort die Zuständigkeiten definiert wurden, übernahm sie gerne die Jahrmärkte: «Ich habe schon früher Märkte organisieren geholfen oder selbst organisiert und machte dies immer sehr gerne. Deshalb habe ich diese neue Aufgabe mit Freude angenommen.» Und Alexander Grädel ist mit dem Marktgeschehen aufgewachsen; sein elterlicher Betrieb, das «Spycher-Handwerk», gehört seit Jahrzehnten zu den Stamm-Ausstellern an den Huttwiler Jahrmärkten und auch anderswo in der ganzen Deutschschweiz.

Von Liselotte Jost-Zürcher

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