• Mit einem vielseitigen Adventsprogramm erfreute der Madiswiler Gospelchor die vielen begeisterten Konzertbesucher. · Bild: Rolf Bleisch

09.12.2016
Region

Gospel Singers zwischen Himmel und Erde

Wo Himmel und Erde sich begegnen, wird gesungen. Dies war auch beim Adventskonzert der Madiswiler Gospel Singers unter der Leitung von Andreas Menzi in der Dorfkirche der Fall.

Madiswil · Schon seit jeher steht die Advents- und Weihnachtszeit unter einem besonderen Stern. Diese Zeit ist von der Begegnung zwischen Himmel und Erde über die Geburt Jesu geprägt. Dabei spielt die Musik und speziell der Gesang in seinen unterschiedlichsten, zeitabhängigen Formen eine grosse Rolle, denn sie beschreibt die Menschwerdung Gottes in einer für den Menschen ansprechenden und eingehenden Form.
Dass geisterfüllte Musik grenzenlosen Charakter hat und sie die Weihnachtsgeschichte über unterschiedliche Musikstile erlebbar macht, zeigte sich im Konzert, das Dirigent Andreas Menzi mit seinen gut 30 Sängerinnen und Sängern mit neuen Liedern erarbeitet hatte. Gleichzeitig war dies sein drittes und letztes Gospel-Jahreskonzert mit dem Chor aus Madiswil. Zum Publikumserfolg trugen auch der Perkussionist Marcel Habegger, der E-Bassspieler Stefan Iseli und Katja Lüthi mit einzelnen Klaviereinsätzen bei.
Für den Einmarsch des Chores in die volle Madiswiler Kirche griff Dirigent Andreas Menzi in die Klaviertasten und begleitete die Lobpreisung Jesu mit dem Titel «Jesus is my salvation» mit ouverturehaften Klängen. Die Feierlichkeit des Abends baute sich dann weiter über ein «Ave verum» in lateinischer Sprache auf. Damit bewies der Chor auch in faszinierendem a-capella-Gesang seine musikalische Vielseitigkeit. Mit «by an’ by», unterstützt vom Dirigenten am Klavier, präsentierten sich die Stimmen in gekonntem Wechselspiel.

Publikum singt mit
Choralbestimmt und gesungen mit dynamischen Elementen folgte «when we walk with the lord», das mit einem klangvollen «Amen» endete. Als weitere Gesangsfarbe in Gospelliedern prägte die «Bethlehem-Prozession» den Abend mit den führenden Männerstimmen und den dazu schön ergänzenden Frauenstimmen. Die Bedeutung von Maria wurde mit dem «Taizée-Magnifikat» hervorgehoben, bei welchem Menzi die Konzertbesucherinnen und -besucher einlud, mitzusingen. So wurde das Publikum zu Mitsingenden und füllte den Kirchenraum mit belebenden Klängen. Des Dirigenten Absicht, das weihnachtliche Geschehen in diesem Konzert in den Vordergrund zu stellen, fand auch beste Unterstützung im freudig-tanzenden Charakter des Liedes «Oh Mary don’t you weep».

Weihnachtliche Botschaft
Dass die Heilige Nacht Höhepunkt des Adventsgeschehens ist, interessierte einen gut zweijährigen Knaben wenig. Er wollte einfach den Chor aus der Nähe betrachten und hören. Dass seine Präsenz auch gut zum Titel «The first noel» passte, konnte er natürlich nicht ahnen. Katja Lüthi übernahm dabei die Begleitung des Liedes am Klavier und setzte musikalische Akzente weihnächtlicher Stimmung, die von den Frauen- und Männerstimmen weitergetragen wurden. Den Auftrag an die Kinder, dorthin zu gehen, wohin sie Gott sendet, eröffnete Menzi mit einem kurzen Solo. Die Frauenstimmen übernahmen das Thema und wurden schlussendlich durch die Männerstimmen bestens unterstützt. Die Verkündung der weihnachtlichen Botschaft führte der Dirigent mit dem Chor und den Instrumentalisten im bekannten Gospel «go tell it on the montain» eindringlich weiter.
Einen schönen Kontrast dazu erarbeitete Menzi mit dem Lied «Baby, what jou goin’ to be» mit der Klavierbegleitung von Katja Lüthi, in dem der Chor die Sanftheit des Kindes in der Krippe mit entsprechendem Klang hör- und fühlbar machte. Der Chor und die Zuhörer beendeten den klangerfüllten Abend mit dem gemeinsamen Singen des Klassikers der Weihnachtsliteratur «Stille Nacht, heilige Nacht». 

Von Rolf Bleisch

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