• Der Herdrat Huttwil zusammen mit dem Förster, Kassier und der Sekretärin (von links): Kassier Andreas Fankhauser, Walter Hotz, Sekretärin Christine Jordi, Rolf Flückiger, Alexandra Christen, Thomas Nyffeler, Förster Alois Dober und Michael Minder. · Bild: Barbara Heiniger

21.11.2018
Huttwil

Grünes Licht für das Mammutland

Die traktandierten Geschäfte der Herdgemeinde Huttwil wurden genehmigt. Die Abstimmung zur optionalen Landabgabe im Baurecht an die Trägerschaft Mammutland erhielt eine knappe Ja-Mehrheit. Das neue Organisationsreglement und der Verpflichtungskredit Projektierung Entwässerung Kammernmoos fanden ebenfalls Zustimmung. Alexandra Christen konnte für vier Jahre als Herdrätin bestätigt werden. Als neuer Vizepräsident wurde Michael Minder gewählt. Genehmigt wurde im weiteren das Budget 2019 mit einem Ertragsüberschuss.

Insgesamt 107 Herdburgerinnen und -burger fanden sich zur Versammlung im Stadthaussaal ein. Rolf Flückiger, Präsident der Herdgemeinde, begrüsste alle herzlich und bemerkte, dass dies wohl eine Rekordteilnahme sei. «Anscheinend gibt es etwas Wichtiges zu entscheiden.»
Der Antrag des Herdrats an die Versammlung lautete, die optionale Land-
abgabe im Kammernmoos mit einer Fläche von rund 10 000 m2 zu Gunsten der Trägerschaft Mammutland mit Abschluss eines Baurechtsvertrags Industrie ab 1. Januar 2021 zu genehmigen. Dem Antrag für eine geheime Abstimmung wurde zugestimmt.
Mit 52 Ja-Stimmen, 50 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen folgten die Herdburgerinnen und Herdburger knapp dem Antrag des Herdrates. Dieser war über den Entscheid erleichtert.

Chance für die Region nutzen
«Für das Projekt ist jetzt ein erster Schritt gemacht. Was daraus entsteht, wird man sehen», sagte Rolf Flückiger. Die Herdburgerinnen und -burger waren bereits an einer Infoveranstaltung über das Projekt umfassend informiert worden. An der Versammlung gab es im Vorfeld zur Abstimmung aber trotzdem noch eine rege Diskussion.
So kamen Bedenken über die Rendite eines Mammutparks. Bestehende Parks mit diversen Angeboten hätten Besucherschwund. Auch bemängelt wurde, dass Industrie und Freizeitgestaltung am gleichen Ort wären. Der Standort wurde angezweifelt und auch das grössere Verkehrsaufkommen wurde thematisiert.
Es gab aber auch Stimmen, welche die Chance, die Region zusammenzubringen, nutzen wollten. Auch würde Huttwil, nebst dem Weihnachtsmarkt und dem Campus, ein dritter «Leuchtturm» wohl gut vertragen.
«Die Herdgemeinde geht nicht ein grösseres Risiko ein als bei einem Industrieprojekt», hielt Rolf Flückiger dem entgegen. Seit zehn Jahren versuchen die Verantwortlichen der Herdgemeinde, Firmen nach Huttwil ins Kammernmoos zu bringen, was aber bisher nicht gelang.
«Sollte doch ein Interessent plötzlich auftauchen, stehen immer noch 30 000 m2 Industrieland zur Verfügung», hielt der Präsident fest.
Das NRP (Neues Regional Projekt) sieht vor, den Standort des Mammutparks im Kammernmoos zu realisieren. Dazu würde als Trägerschaft eine Aktiengesellschaft gegründet. Die zuständigen Stellen der Kantone Bern und Luzern stehen dem Projekt positiv gegenüber. Mit dem Ja zur Landabgabe setzten nun auch die Herdburgerinnen und Herdburger ein positives Signal für das Projekt «Mammutland». Es soll eine neue Chance für die Re-gion Huttwil sein.

Wiederwahl und Neuwahl
Seit 2007 ist Alexandra Christen Mitglied des Herdrats. Seit 2014 amtete sie zudem als dessen Vize-Präsidentin. Das neue Organisationsreglement ermöglicht nun eine Amtsdauer von maximal sechzehn Jahren. Einstimmig und mit grossem Applaus wurde Alexandra Christen für ihre vierte Amtsperiode von 2019 bis 2022 gewählt. In ihrem Ressort «Baurecht» und in der ganzen Herdgemeinde leistete sie ihre Arbeit engagiert und kompetent. Sie selbst wünschte aber, das Vize-Präsidium abzugeben.
Mit Michael Minder konnte die Versammlung einen neuen, bestens ausgewiesenen Vize-Präsidenten wählen. Das Budget 2019 wurde nach dem neuen Rechnungsmodell HRM 2 erstellt und von Kassier Andreas Fankhauser umfassend erläutert. Dieses weist einen Ertragsüberschuss von 338 200 Franken aus.
Deutlich zeigte sich dabei, dass die Herdgemeinde bei ihren kulturellen und sportlichen Vergabungen nicht «knausrig» ist. Ohne Diskussion wurde das Budget 2019, mit gleichbleibenden Baurechtszinsen (3.15 Franken Industrie und 3.25 Franken Wohnbau) sowie gleichbleibenden Barnutzen von 200 Franken (Doppel), respektive 100 Franken (Einfach) genehmigt.
Das neue Organisationsreglement der Herdgemeinde wurde, mit der Änderung in die «kann» Version in Artikel 2, von der Versammlung gutgeheissen. Auch gaben die Stimmberechtigten  dem Verpflichtungskredit in der Höhe von 60 000 Franken der Projektierung «Entwässerung Kammernmoos» grü-nes Licht. Auf Grund der neuen Hochwasserschutzmassnahmen im Gebiet Kammernmoos ist der Herdrat gezwungen, die Entwässerung in diesem Gebiet grundlegend zu ändern.

«Pro Regio Gutscheine» schenken
Aus der Versammlung wurde angeregt, Geschenke der Herdgemeinde sollten doch zukünftig aus «Pro Regio Gutscheinen» bestehen, damit das Einkaufen in Huttwil angeregt würde. Rolf Flückiger orientierte, dass der Baurechtsvertrag für das «Keramikland» bis 2055 laufen würde. Förster Alois Dober gab bekannt, dass forstlich gesehen 2018 ein schlechtes Jahr gewesen sei. Daran seien der Sturm «Burglind», der Borkenkäfer und die Holzmarktsituation nicht unschuldig.
Alexandra Christen dankte dem Präsidenten Rolf Flückiger für seine grosse Arbeit. Mit bestem Dank an alle, die sich für die Herdgemeinde Huttwil einsetzen, besonders Herdrat, Sekretärin und Kassier, konnte der Präsident die Versammlung schliessen.

Von Barbara Heiniger

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