• Wechsel an der Spitze der onyx Energie Mittelland AG: Rolf Büttiker übergibt das Präsidium des Verwaltungsrates an Roland Trächsel. · Bilder: Walter Ryser

05.05.2017
Oberaargau

Gutes Ergebnis, neuer Verwaltungsrat

Die onyx-Gruppe hat sich auch im letzten Jahr in einem schwierigen Marktumfeld gut behauptet, das durften die Aktionäre an der 18. Generalversammlung in Wynau zur Kenntnis nehmen. Das schlägt sich auch im Jahresergebnis nieder, das für das Jahr 2016 einen Gewinn von 9,4 Millionen Franken aufweist. An der GV wurde zudem der Verwaltungsrat neu konstituiert. Rolf Büttiker (Wolfwil) übergab nach fünf Jahren als Präsident das Amt an den Solothurner Rolf Trächsel.

Wynau · Die onyx Energie Mittelland AG hat letztes Jahr einen wichtigen Schritt in eine neue Energiezukunft unternommen. An der 18. Generalversammlung im Kraftwerk in Wynau wurde noch einmal auf den strategischen Entscheid vom 2. November 2016 zurückgeblickt. An diesem Tag haben die onyx Energie Mittelland AG und die AEK Energie AG die Betriebsgesellschaft «AEK onyx AG» gegründet. Die operative Führung der onyx und der AEK wurde auf diesen Zeitpunkt hin an die Betriebsgesellschaft übertragen. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde an der GV der Verwaltungsrat neu zusammengestellt. Der bisherige VR-Präsident Rolf Büttiker gab nach 15 Jahren im Verwaltungsrat, davon fünf Jahre als Präsident, sein Amt ab. Sein Nachfolger wird der Solothurner Rolf Trächsel. Neben Trächsel nehmen neu auch Jan-Piet Beekmann und Mathias Prüssing neu Einsitz im Verwaltungsrat, den dagegen Philipp Baumann, Marianne Nyffenegger und Charlotte Ruf verlassen. Sie werden zusammen mit Rolf Büttiker im neu geschaffenen Beirat der AEK onyx AG mitwirken.

Sinkende Strompreise senken Gewinn
Der neue VR-Präsident Rolf Trächsel ist überzeugt, dass mit diesem Schritt viele wertvolle Synergien genutzt werden können. Man befinde sich auf einem guten Weg, die Projektteams hätten bereits 2016 gute Arbeit geleistet und wichtige Grundsteine gelegt, liess Trächsel wissen. Aber es gebe noch viel zu tun, betonte er. «2017 geht es darum, die Abläufe, Systeme und Verträge zu harmonisieren. Die Teams legen selbst fest, wie sie ihre Prozesse gestalten und optimieren. Es geht darum, eine gemeinsame Kultur zu leben und die Rolle innerhalb der BKW-Familie zu finden.» Trächsel nahm auch Stellung zur Frage, weshalb die beiden Unternehmen nicht direkt in die BKW integriert wurden. Man habe sich für die gemeinsame Betriebsgesellschaft entschieden, weil die beiden Unternehmen erfolgreich am Markt unterwegs seien, über kompetente Mitarbeiter verfügen würden und eine ausgeprägte Kundenorientierung hätten, nicht zuletzt durch ihre starke lokale Verankerung und den KMU-Geist. «Zusammen mit der BKW im Rücken ist dies eine hervorragende Ausgangslage. Mit dem Beirat, der sich aus je vier Vertretern der Regionen Solothurn und Oberaargau/Thal Gäu zusammensetzt, stellen wir sicher, dass ihre Interessen im Verwaltungsrat vertreten werden», erläuterte der neue VR-Präsident Roland Trächsel.
Die onyx-Gruppe konnte an der GV aber auch auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurückblicken. Die konsolidierte Gesamtleistung fällt mit 99,4 Millionen Franken zwar um 8,5 Millionen Franken tiefer aus als im Vorjahr, verantwortlich dafür sind die erneut gesunkenen Strompreise für Industrie- und Gewerbekunden für das Jahr 2016. Dank konsequentem Kostenmanagement erwirtschaftete das Unternehmen trotzdem ein erfreuliches Ergebnis, wie Andreas Iseli, Leiter Dienste AEK onyx AG, ausführte. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 12,3 Millionen Franken und liegt damit 1,6 Millionen Franken unter dem Vorjahresergebnis. Der Jahresgewinn beträgt 9,4 Millionen Franken, 1,4 Millionen Franken weniger als 2015.
Der Stromabsatz der onyx ist insgesamt gesunken. Gründe dafür sind vor allem auslaufende Verträge mit Vertriebspartnern, die nicht verlängert, beziehungsweise der BKW übertragen wurden. Die onyx entwickelt sich stattdessen vom einstigen Stromversorgungsunternehmen weiter zur integrierten Energiedienstleisterin. So wird onyx künftig für die Energieversorger Port, Lengnau und Eggiwil den Regulierungsprozess ausführen. In St. Stephan wie auch in Madiswil unterstützen Spezialisten die Geschäftsführung der lokalen Energieversorgung in unterschiedlichen Themengebieten und für Roggwil konnte die onyx weiterhin die Geschäftsführung der Gemeindebetriebe übernehmen.
In seinem letzten Jahresbericht blickte Rolf Büttiker auf seine Zeit im Verwaltungsrat der onyx Energie Mittelland AG zurück, nahm aber auch Stellung zum aktuellen Energiemarkt. Es sei unschwer zu erkennen, dass das Thema Energie in Bewegung sei und viele bewege. «Das Umfeld ändert sich stetig und alle Beteiligten sind permanent gefordert», betonte Büttiker, der gleichzeitig darauf hinwies, dass er die Entwicklungen und Veränderungen keinesfalls negativ verstanden haben möchte. «Absolut nicht, denn mit der sich laufend ändernden Ausganslage erhalten wir auch neue Chancen und manchmal auch den nötigen Druck, unsere Geschäftsmodelle, Produkte und Leistungen immer wieder zu überdenken und nach zusätzlichen Wegen und Möglichkeiten für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft zu suchen. Dazu braucht es Mut, Innovationskraft, zukunftsorientiertes Denken, Flexibilität und Offenheit für Neues», beendete Büttiker sein letztes Präsidial-Jahr.

Von Walter Ryser

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