• Huttwils Trainer Daniel Schär weiss, wo beim 3. Liga-Team der Schuh drückt. Er ist aber auch überzeugt, dass die Equipe den Ligaerhalt schafft. · Bild: Leroy Ryser

21.04.2017
Sport

«Hinten zu anfällig und vorne zu ineffizient»

Interview: Stefan Leuenberger im Gespräch mit Daniel Schär, Trainer SC Huttwil – Sieben Runden vor Meisterschaftsende steckt das 3. Liga-Team des SC Huttwil mitten im Abstiegskampf. Trainer Daniel Schär zeigt im Gespräch mit dem «UE» auf, wo der Schuh drückt. Er ist überzeugt, dass die Blumenstädter das Ruder noch rumreissen und auf dem Dornacker weiterhin

3. Liga-Fussball geboten wird.

Fussball · Das Fanionteam des SC Huttwil steckt in einer schwierigen sportlichen Situation? Wie kam es dazu?
Wir haben von den letzten zehn Partien genau eine gewonnen. Dies ist einfach zu wenig. Da spielt es auch keine Rolle, wenn die meisten Partien knapp ausgingen. Am Ende fehlen die Punkte. Die Hauptgründe für die missliche Lage sind klar: Wir sind hinten zu anfällig und vorne zu ineffizient.

Nichts mit den letzten drei Plätzen zu tun haben, so lautete anfangs Saison Ihre Zielsetzung.
Stimmt. Doch die Quintessenz aus den letzten zehn Partien ist, dass wir uns jetzt trotzdem in diesen heiklen Tabellenpositionen befinden.

Sie teilen sich das Traineramt mit Adrian Brenzikofer. Das Duo funktioniert?
Ja, sehr gut. Wir haben die Aufgaben klar verteilt. Und wenn es zwischen uns nicht stimmen würde, hätten wir längst die Notbremse gezogen. Der Mannschaft zuliebe.

Wie schwierig die Lage der ersten Huttwiler Equipe ist, zeigte die Handlung im letzten Meisterschaftsspiel gegen Aarwangen. Es wurden mit dem langjährigen Captain Jens Käser und insbesondere dem Goalgetter Martin Krähenbühl zwei SCH-Grös-sen aus dem Ruhestand aktiviert. Wer hatte diese Idee?

Es war eine gemeinsame Idee des Trainer-Duos und des Vorstandes. Schliesslich führte der Sportchef die Gespräche mit den beiden Fussballern und konnte sie von einem Mitmachen überzeugen.

Das Duo hatte grossen Anteil am wichtigen 4:3-Erfolg gegen den Tabellennachbarn Aarwangen. Werden die Rückkehrer weiterhin eingesetzt?    

Das Duell gegen Aarwangen hatte den Charakter eines Spieles der letzten Chance. So gesehen musste in dieser Partie einfach etwas passieren. Das Mitmachen von Käser/Krähenbühl war aber eine einmalige Sache. Im nächsten Spiel gegen Herzogenbuchsee werden sie nicht mehr auflaufen.

Wie reagierten die Teamspieler, welche gegen Aarwangen zuschauen mussten, auf die beiden Helfer in der Not?
Unsere Kadersituation ist akut. Es gibt viele verletzte Spieler. Ausserdem fehlten einige Spieler wegen Ferienabwesenheit. Kein verfügbarer Spieler wurde gegen Aarwangen daheim gelassen. Es hat überhaupt kein böses Blut gegeben. Im Gegenteil, alle Spieler sind daran interessiert, dass es vorwärts geht. Und das Wirken von Käser und Krähenbühl hatte eine gute Wirkung. Der eine putzte hinten einfach alles weg und stieg auf 3. Liga-Niveau in die Zweikämpfe, während der andere vorne die Bälle eiskalt im Tor unter brachte. Es war Anschauungsunterrricht zum richtigen Zeitpunkt.  
 
Werden in den nächsten kapitalen Partien andere ehemalige SCH-Stützen reaktiviert?
Nein, davon ist nicht auszugehen. Sollten – wider Erwarten – wieder Verstärkungen notwendig sein, würden sicher wieder Käser und Krähenbühl angefragt.

Derzeit liegt Huttwil noch auf einem Abstiegsplatz – mit einem Punkt Rückstand auf einen Platz über dem Strich. Was erwarten Sie?
Es müssen ganz einfach Punkte her. Alle Spieler haben gegen Aarwangen gesehen, was es braucht, um zu gewinnen. Dort müssen wir fortfahren.

Sieben Partien stehen noch aus. Fünf davon gegen die Teams der Ränge 1 bis 5. Siege gegen Shqiponja (8. Rang) und Rilindja (Tabellenletzter) dürften deshalb absolute Pflicht sein.
Natürlich. Wir schauen aber nicht auf die Tabellenränge. Wir nehmen Spiel für Spiel und geben unser Bestes. Gleichwohl muss ich sagen, dass wir gegen jedes Team bestehen können. Gegen Oberburg beispielsweise spielten wir in der Vorrunde 1:1-Unentschieden. Oder gegen den nächsten Gegner Herzogenbuchsee siegten wir in der Vorrunde 2:1.

Der SC Huttwil steckte schon letzte Saison tief im Abstiegssumpf. Kurz vor Saisonende wurde deshalb Trainer Roman Bucher entlassen. Haben Sie Angst, dass Ihnen gleiches widerfährt?

Nicht, nein. Der Vorstand hat uns mitgeteilt, dass er hinter uns steht, dass er mit uns weiterarbeiten möchte.

Es steht brutal viel auf dem Spiel. Der SC Huttwil spielt seit der Saison 1995/96 ununterbrochen in der 3. Liga. Ein Abstieg wäre gerade in der jetzigen Situation, wo ein zweiter Huttwiler Fussballclub entsteht, eine Katastrophe. Verspüren Sie Druck?

In der Tat, Druck ist vorhanden. Sowohl den Trainern wie auch den Spielern ist bewusst, dass das Team auf eine lange 3. Liga-Geschichte zurückblicken kann. Wir probieren alles, damit es weiterhin 3. Liga-Fussball auf dem Dornacker gibt.

Dann sind Sie vom Ligaerhalt überzeugt?
Ja, das bin ich.

Huttwils Restprogramm: Herzogenbuchsee, Zollbrück, Rilindja, Roggwil, Shqiponja, Langenthal und Oberburg.
 

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