• Besichtigung der Grossbaustelle in Tschäppel. · Bilder: Barbara Heiniger

  • Viel Freude bei Alt und Jung bereitete im Anschluss an die Besichtigung und an die Referate die traditionelle «Eiertütschete».

03.04.2018
Huttwil

Hochwassersituation an der «Eiertütschete»

Die Burgergemeinde Huttwil organisierte am Ostersamstag die traditionelle 16. «Eiertütschete». Beim traditionellen Anlass stand abgesehen von den schön gefärbten Eiern das Wasser im Zentrum.

Der Wetterbericht tönte nicht gut, aber Petrus hatte ein Einsehen und sorgte dafür, dass bei der «Eiertütschete» nur einige Tropfen vom Himmel fielen. Nach der Besammlung auf dem Parkplatz Oberdorf führte die kleine Wanderung über die Oberdorfstrasse, vorbei an der Möhrenweid und in Richtung Eriswilstrasse, zum Baugelände für das Rückhaltebecken in Tschäppel. Anton Lanz, Präsident der Burgergemeinde Huttwil, begrüsste die Anwesenden. Einen speziellen Gruss richtete er an Hans Mathys, Gemeinderat Huttwil, Ressort Bau, an Roger Flückiger, Gesamtkoordinator Hochwasserprojekte, sowie an Marc Kohler, Geschäftsführer Kibag Huttwil.
Die Hochwassersituation im oberen Langetental ist immer noch aktuell. Ausgelöst wurden die breitflächigen Massnahmen durch das unvergessliche Naturereignis vom 8. Juni 2007. Die drei «Hochwasser-Fachmänner» vermittelten wertvolle Informationen und standen den Interessierten auch für persönliche Fragen zu Verfügung. Marc Kohler erläuterte die bisher gemachten Bauarbeiten für das Rückhaltebecken in Tschäppel. Gemeinderat Hans Mathys vermittelte einen kurzen Rückblick auf das verheerende Hochwasser vom 8. Juni 2007.
«Schnell wurde klar, dass die Hochwassersituation im oberen Langetental gemeinsam mit den Gemeinden Rohrbach, Madiswil und Huttwil gelöst werden sollte», sagte er.
In den folgenden Jahren folgten unzählige Sitzungen unter den Gemeinden, dem Kanton, dem Bund und den verschiedenen Planern. Ebenso wurden Gespräche mit den Grundeigentümern geführt. «Offerten für die zwei Grossprojekte Huttwil und Rohrbach wurden im Jahr 2016 eingeholt, um eine möglichst grosse Kostengenauigkeit zu bekommen», gab Hans Mathys bekannt. 2017 genehmigte der Grosse Rat des Kantons Bern den Kredit. Der Baustart in Tschäppel, Huttwil, erfolgte im Oktober 2017; die Dauer des Baus umfasst rund drei Jahre. Nach Abschluss der Betonarbeiten soll zirka im Juni ein «Tag der offenen Tür» auf der Baustelle in Tschäppel stattfinden. Damit kann sich die interessierte Bevölkerung ein Bild vom riesigen Umfang des Bauwerkes machen.
Roger Flückiger zeigte eindrücklich auf, welche gewaltigen Dimensionen beim Rückhaltebecken vorgesehen sind. Das Rückhaltevolumen ist auf 100 000 Kubikmeter festgelegt. Die Dammkrone ist vier Meter breit mit einem Weg, damit später der Unterhalt gemacht werden kann. Aufgeschüttet werden für den Damm 45 000 Kubikmeter; dies entspricht rund 3750 Lastwagen-Ladungen.
In Madiswil und Rohrbach werden die Bauarbeiten im April und Mai starten. In den nächsten zwei Jahren werden in Huttwil die Arbeiten am Schwemmholzrechen in der Waldmatt, der Ausbau und Ersatz der Brücke bei der Sägerei Ammon sowie diverse Renaturierungsmassnahmen umgesetzt.

Bunte Eier und würziger Käse
Mit Freude wurde nach den Worten der Referenten die «Eiertütschete» zelebriert. Die wunderschön gefärbten Eier, der Käse sowie das knusprige Brot und die Tranksame  wurden von der Burgergemeinde Huttwil gespendet. Trotz etwas feuchtem, kaltem Wetter genossen die Anwesenden die zahlreichen Begegnungen und wertvollen Kontakte. In froher Runde klang der Anlass im «Rückhaltebecken» aus.

Von Barbara Heiniger


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