• Tobias Dimmler nahm die BNI-Gästeschar mit auf ein spannendes und aussergewöhnliches Gleitschirmabenteuer. · Bild: Walter Ryser

20.09.2017
Langenthal

Höhenflug am Jubiläumsabend

Die Netzwerkorganisation BNI Chapter Oberaargau besteht seit über zehn Jahren. Am Jubiläumsanlass absolvierten die rund 70 Besucher einen ganz speziellen Höhenflug, wurden sie doch von Referent Tobias Dimmler auf ein spannendes Gleitschirmabenteuer mitgenommen.

Im Jahr 1985 wurde die Netzwerkorganisation BNI (Business Network International) in Amerika ins Leben gerufen. Mittlerweile ist die Organisation die mit Abstand grösste und erfolgreichste Organisation für Empfehlungsmarketing weltweit. In 65 Ländern sind inzwischen über 211 000 Geschäftsleute in über 7800 Chaptern organisiert, die alleine im Jahr 2016 rund 8,8 Millionen qualifizierte Geschäftsempfehlungen ausgetauscht haben. Dadurch konnte für die Mitglieder ein Gesamtumsatz von 11,2 Milliarden Franken erreicht werden.
BNI ist eine professionelle Netzwerk-Organisation, die nur eine Person pro Fachgebiet und Chapter zulässt. In der Schweiz gibt es 60 BNI-Chapter mit über 1600 Mitgliedern, die im letzten Jahr über 44 000 Empfehlungen ausgetauscht haben, was einem Auftragsvolumen von über 154 Millionen Franken entspricht. Im Jahr 2005 wurde auch im Oberaargau ein Chapter ins Leben gerufen. Aktuell gehören dem Chapter 20 Unternehmer an. Diese treffen sich wöchentlich zu einem Business-Frühstück (jeden Donnerstag ab 6.30 Uhr) und tauschen hier Geschäftsempfehlungen aus. Das Chapter Oberaargau hat auf diese Weise im letzten Jahr einen Umsatz von 1,2 Millionen Franken generiert.

Networking bei Sonnenaufgang
«Was wir hier machen, ist nichts anderes als untereinander Geschäftsbeziehungen aufzubauen, diese zu pflegen und sich gegenseitig konkrete Aufträge zu erteilen», erläuterte Walter Halter (Basler Versicherungen, Langenthal) bei der Zehn-Jahr-Jubiläumsfeier im Restaurant Gastro Elemänt in Langenthal gegenüber der erschienenen Gästeschar. Netzwerken bei Sonnenaufgang sei dies, betonte Halter. Man sei politisch und konfessionell komplett neutral, womit das Chapter Oberaargau allen interessierten Unternehmen zur Verfügung stehe, fügte er weiter hinzu. Anschliessend begaben sich die Gäste auf einen ganz speziellen Höhenflug, zu dem sie Referent Tobias Dimmler einluden. Der 33-jährige Fotograf und Gleitschirmpilot gewährte unter dem Titel «Entscheiden in Extremsituationen» Einblicke in eines der spannendsten Sportabenteuer, das «Red Bull X-Alps», bei dem die Teilnehmer zu Fuss und per Gleitschirm von Salzburg bis Monaco eine herausfordernde Alpenquerung zu absolvieren haben. Dimmler gehörte bei der Austragung 2017 als Supporter dem Team des 35-jährigen Schweizer Ausnahmepiloten Chrigel Maurer an, der den fünften X-Alps-Sieg anstrebte.
Mit eindrücklichen Bildern und Videos, ergänzt mit humorvoll und sympathisch vorgetragenen Ausführungen, schilderte Tobias Dimmler das elf Tage dauernde Gleitschirmabenteuer. Red Bull X-Alps ist das härteste Adventure-Rennen der Welt. Die Athleten müssen nonstop mehr als 1000 km über die Alpen entweder zu Fuss oder mit dem Paragleiter überwinden. Das Rennen verlangt von den Athleten einen extrem hohen Grad körperlicher Fitness. Vor allem an Schlechtwettertagen, an denen nicht geflogen werden kann, müssen die Athleten oftmals bis zu 100 km am Tag zu Fuss zurücklegen.
Tobias Dimmler schilderte die minutiöse Vorbereitung, erläuterte seinen Part als Supporter, der darin bestand, Strategien für die zu bewältigenden Etappen zu entwerfen, Wetterdaten zu sammeln und auszuwerten, mögliche Flugrouten vorab per Gleitschirm zu erkunden, Social-Media-Kanäle zu bedienen und Maurer mental zu unterstützen. So habe er ihn mehrfach auf Fussmärschen über 80 und mehr Kilometer begleitet und ihn dabei laufend in Gespräche verwickelt, um ihn während solch monotoner Rennphasen vor einem mentalen Einbruch zu bewahren.

Das Glück lässt sich finden
Obwohl Maurer unbestritten einer der weltbesten Gleitschirmpiloten sei, benötige man an einem solch aussergewöhnlichen Wettkampf auch Glück, erwähnte Tobias Dimmler, der jedoch der Überzeugung ist, dass man dieses Glück finden kann, wenn man alle notwendigen Vorkehrungen trifft. So habe man immer wieder gute Flugfenster erwischt, Glück bei der Routenwahl gehabt und ideale Bedingungen optimal ausnutzen können. Am Ende habe dies zur Differenz zwischen Chrigel Maurer und der Konkurrenz geführt und dem Adelbodner den fünften Sieg beim X-Alps eingetragen. Wie strapaziös die Angelegenheit war, lässt ein Blick auf den täglichen Kalorienbedarf der Athleten erahnen: Dieser lag nämlich laut Tobias Dimmler bei rund 10 000 Kalorien, was ungefähr 78 Bananen, 24 Snickers oder 14 Big Macs pro Tag entspricht. Dazu kommen rund sechs Liter Flüssigkeit. Oder anders ausgedrückt: Im Abstand von rund 30 Minuten musste Maurer Nahrung zu sich nehmen.Der Vortrag begeisterte und beeindruckte die anwesenden Besucher der BNI-Jubiläumsfeier gleichermassen und führte manch einem Unternehmer Parallelen zum Geschäftsalltag vor Augen, wo es ebenfalls darum geht, sich auf Projekte vorzubereiten, Strategien zu entwickeln, eine hohe Leistungsbereitschaft an den Tag zu legen und Entscheide unter Druck zu fällen.
Beim abschliessenden Apéro war auf jeden Fall reichlich Gesprächsstoff vorhanden. 

Von Walter Ryser

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