• Der IBH-Mitarbeiter Adrian Steffen beim Verspleissen der feinen Glasfasern. · Bild: Liselotte Jost-Zürcher

25.01.2017
Huttwil

IBH setzt auf Technologie der Zukunft

Bei sämtlichen Neuinstallationen oder beim Bau von neuen Leitungen hat die Industrielle Betriebe Huttwil AG (IBH AG) in den letzten zwei Jahren die Chance genutzt, im Kommunikationsbereich die herkömmlichen Kupferkabel mit dem Material der Zukunft, Glasfasern, zu ersetzen. Diese vermögen eine grössere Datenmenge in höherer Geschwindigkeit zu transportieren. Jetzt hat die IBH AG einen Zehnjahres-Plan erstellt. Bis 2027 soll ihr ganzes Versorgungsgebiet weitgehend mit dem Glasfasernetz erschlossen sein.

Das Datentransportmittel der Zukunft sind nicht mehr Kupferkabel, sondern Glasfasern. Diesem Umstand trägt die IBH AG seit mehreren Jahren Rechnung. Bei neuen Überbauungen, neuen Arealen wie etwa dem Bahnhof Huttwil oder bei Modernisierungen im Stromnetzbereich werden Glasfaserkabel eingelegt. So sind Teilgebiete im Städtli sowie die Aussenbereiche Nyffel, Nyffenegg und Rätschen, wo die Strommasten durch Bodenleitungen ersetzt wurden, vollständig mit einem Glasfasernetz erschlossen.
«Dies ermöglicht den Kunden, auf modernste Art Fernsehen und Internet zu nutzen. Das hat sich bei der Kundschaft bemerkbar gemacht: Immer mehr Kundinnen und Kunden aus diesen Versorgungsgebieten stellen vom Satellitenfernsehen auf die Quickline-TV-Box um», stellt der technische Leiter der IBH AG, Thomas Kämpfer, im Gespräch mit dem «Unter-Emmentaler» fest. Es sei aber nicht eine Frage des «Luxus», denn: «Es ist nicht bekannt, wie lange die herkömmlichen Kupferkabelleitungen (Koaxialkabel) ohne Umbau generell noch genutzt werden können.»

Herkömmliches Netz in die Jahre gekommen
Das Kommunikationsnetz auf dem Gemeindegebiet sei in die Jahre gekommen, die mögliche Datentransportmenge für TV, Internet und Telefonie reiche im Moment noch knapp aus. «Die IBH AG hat deshalb entschieden, langfristig zu planen und innerhalb der nächsten zehn Jahre alle Gemeindegebiete von Huttwil, die mit unserem Strom versorgt werden, mit einem Glasfasernetz zu erschliessen», so Thomas Kämpfer. Das bestehende (Koaxialkabel)-Netz ist Ende der 1990er-Jahre letztmals modernisiert worden. Damals wurden auch die Verstärker ausgewechselt. Die Verstärker müssen regelmässig gewartet werden. Die Versorgung mit Koaxialkabel ist von der Zentrale bis zum Nutzer stromabhängig, dies im Gegensatz zum Glasfasernetz, wo die Stromabhängigkeit nur in der Zentrale und beim Nutzer besteht.
Im Gegensatz zu anderen Anbietern setzt die IBH AG mit ihrem Vorhaben auf die sicherste Variante. Während etwa Swisscom die Glasfaserkabel bis zu den Häusern führt und von dort aus an die Kupferkabel anschliesst, führen IBH AG/Quickline die Glasfaserverbindung bis zum Kunden.
Für die Kundschaft sei dies schlussendlich der grösstmögliche Komfort und auch derjenige, welcher am wenigsten störungsanfällig sei, sagt Adrian Steffen von der IBH AG. Er ist zuständig für die Pläne und die Verspleis-sungen der Glasfaser-Kabel. Aller-
dings würden für die Kundschaft mehr Umtriebe entstehen, bis alles installiert sei. «Wir müssen mehrmals in die Wohnungen.» Wenn die Kabel fertig verlegt seien, dauere es meist noch mehrere Wochen, bis alle Anschlüsse in die Wohnungen realisiert seien.

Grössere Datenmenge schneller transportiert
Den Kundinnen und Kunden entstehen durch die Neuerungen keine Kosten – ausser natürlich, wenn sie ein anderes Angebot wählen, da dieses sowohl im Internet- als im Fernsehbereich deutlich grösser wird. Mit dem Glasfaser-Anschluss können mehr und schneller Daten transportiert werden – bis zehnmal soviel wie mit dem Kupferkabel. Im TV können interessante Zusatzangebote genutzt werden.
Das Glasfasernetz ist im Hinblick auf den Unterhalt für die Fachleute deutlich einfacher zu handhaben.

Einfachere und günstigere Wartung
Das Hauptschaltwerk, die sogenannte Aktiv-POP, befindet sich im Gebäude neben der Alten Mosterei. Von hier aus führen die Kabel, welche bis zu 288 Glasfasern enthalten, in die sogenannten POP’s, in die Unterstationen, von wo aus sie verteilt werden.
Mittels speziellen Messgeräten können Schäden im ganzen Netz oder schlechte Signale in kürzester Zeit festgestellt werden. Sind Glasfasern gebrochen oder durch Unvorsichtigkeit – beispielsweise bei Baggerarbeiten – unterbrochen, kann die Stelle metergenau bestimmt werden. Glasfasern lassen sich spleissen und funktionieren anschliessend wieder tadellos. «Sehr wichtig ist, dass alles präzise festgehalten und die Pläne sauber abgelegt werden, damit später alles wieder nachvollziehbar ist», so Adrian Steffen.
Die IBH AG geht davon aus, dass, wenn das Glasfasernetz einmal fertig gebaut ist, kaum noch Wartungen notwendig sind. Sie hat für die Erschlies-sung der Gemeinde Huttwil mit dem Glasfasernetz einen Zehnjahresplan ausgearbeitet. «Wir sind allerdings flexibel», so Thomas Kämpfer. Denn würden Strassen oder Stromleitungen saniert, wolle man Synergien nutzen, dort Glasfaserkabel einlegen und somit Kosten sparen.
Gegenwärtig sind die Arbeiten an der Ibachstrasse im Gange. Im Laufe dieses Jahres sollen weitere Gebiete im Städtli sowie die Aussenbereiche Tschäppel, Häbere, Thülboden und Friloweg mit dem Glasfasernetz erschlossen werden.

Von Liselotte Jost-Zürcher

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