• Flavia Stutz aus Ufhusen (Nr. 381) möchte auch in Gettnau den Konkurrentinnen davonlaufen. · Bild: Daniel Werthmüller

15.02.2017
Sport

«Ich hoffe auf einen morastigen Boden»

Interview: Stefan Leuenberger im Gespräch mit Flavia Stutz, Laufsportlerin der Läuferriege Gettnau: Die 20-jährige Flavia Stutz aus Ufhusen gehört zu den grössten regionalen Laufsporttalenten. Am Sonntag startet das Mitglied der Läuferriege Gettnau am Heimrennen. Im Eliterennen des Gettnauer Crosslaufs liebäugelt sie – wenn der Boden morastig ist – mit einem Podestplatz.

Laupfsport · Bei Ihrem Sieg am Lausanner Cross vor wenigen Wochen überzeugten Sie mit einer taktischen Meisterleistung.
Vielen Dank. Ich hätte niemals damit gerechnet, lag ich doch das ganze Rennen über deutlich hinter dem führenden Duo zurück. Erst auf der letzten Runde konnte ich die Lücke schliessen und mich sogar an die Spitze setzen. Ich habe mich über diesen Sieg sehr gefreut.

Am Sonntag treten Sie zum Heimrennen an. Nervös?
Noch nicht. Dies dürfte sich aber noch ändern.

Werden Sie am Sonntag von Familie und Freunden am Streckenrand lautstark unterstützt?
Es werden bestimmt Leute aus meinem Umkreis anwesend sein. Dies motiviert mich zusätzlich.

Haben Sie am Heimrennen als langjähriges Mitglied der Läuferriege Gettnau neben dem sportlichen Einsatz auch ein «Jöbli» gefasst?
Ja, das habe ich. Ich werde am Vormittag bei der Startnummernausgabe mithelfen.

Vor zwei Jahren konnten Sie bei Ihrem vierten Start am Gettnauer Cross den ersten Sieg feiern. Hochüberlegen gewannen Sie damals das Juniorinnen-Rennen. Am Sonntag treten Sie nun um 14.20 Uhr im Eliterennen über 6000 Meter an. Wie lautet Ihre Zielsetzung?

Wenn mir ein absolut optimales Rennen gelingt, darf ich mir Chancen auf einen Podestplatz ausrechnen. Meine starke Läuferriegen-Kollegin Yvonne Kägi geht ebenfalls an den Start. Ich werde versuchen, mich an ihre Fersen zu heften. Geht sie das Rennen aber schnell an, werde ich diese Taktik unterlassen.

Die an den Start gehenden Spitzenläuferinnen Fabienne Schlumpf und Martina Tresch dürften ausser Reichweite liegen.
Ja, diese beiden Läuferinnen sind klar stärker als ich. Sie haben mich in den Cross-EM-Qualifikationsrennen vor einigen Monaten deutlich stehen gelassen.

Gefällt Ihnen die Gettnauer Crossstrecke?  
Sie wird mir gefallen, wenn sie morastig ist. Ich mag einen tiefen Boden. Dies kommt meinen Qualitäten entgegen. So hoffe ich auf viel Sonne, damit der Boden weich wird. Ist die Unterlage gefroren, gibt es am Sonntag ein schnelles Rennen, was mir weniger liegen würde.

Wie sind Sie mit Ihrem aktuellen Formstand zufrieden?
Der stimmt. In Lausanne hat es gepasst. Die nächste Standortbestimmung erhalte ich am Sonntag in Gettnau.

Wie sieht der aktuelle Trainingsumfang aus?
In der Woche sind dies fünf bis sieben Lauftrainings, die durchschnittlich 60 Minuten dauern. Hinzu kommt das wöchentliche Hallentraining mit der Läuferriege Gettnau und meine alltägliche Bewegung.

Bringen Sie die Trainingseinheiten und Ihre Arbeitstätigkeit problemlos unter einen Hut?
Es geht, doch. Manchmal ist es halt einfach recht streng. Ich komme erst um 19 Uhr von der Arbeit nach Hause, bin den ganzen Tag gestanden und dementsprechend müde.

Die lange Trainingspause im Sommer 2016 wegen einer Kieferoperation ist überwunden?
Zum Glück. Ich musste einen grossen Trainingsrückstand wettmachen.
In Benken SG wurden Sie im vergangenen März U23-Cross-Schweizermeisterin. Mit welchem Ziel treten Sie am 5. März zu den Schweizer Crossmeisterschaften in Spiegel bei Bern an?
Ich möchte meinen U23-Titel verteidigen. Da wir zeitgleich mit der Frauen-Elite laufen werden, ist mein zweites Ziel, mich im Elitefeld möglichst weit vorne einzureihen.

Und wie sehen Ihre weiteren Ziele in diesem Jahr aus?
Der Luzerner Stadtlauf ist immer ein Höhepunkt. Mein grosses Ziel ist aber die Qualifikation für die U23-EM in Polen im Juli über die 5000 m. Über diese Distanz möchte ich auch an den Schweizermeisterschaften glänzen. Gegen Jahresende werde ich mich dann wieder auf die Crossläufe konzentrieren.

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