• Matthias Aeschbacher vom Schwingklub Sumiswald möchte am Heimfest grosse Siege feiern. So, wie am Emmentalischen Schwingfest in Sumiswald 2016, wo er den Schwingerkönig Matthias Sempach auf den Rücken legte. · Bild: Leroy Ryser

05.07.2017
Sport

«Ich probiere, das Fest zu gewinnen»

Interview: Stefan Leuenberger im Gespräch mit Matthias Aeschbacher, Schwingklub Sumiswald – Am Sonntag findet das Bernisch-Kantonale Schwingfest in Affoltern mit 140 Schwingern und über 10 000 Zuschauern statt. Mit Matthias Aeschbacher aus Rüegsauschachen gehört ein «Böser» des mitorganisierenden Schwingklubs Sumiswald zu den Mitfavoriten auf den Tagessieg. Der «UE» befragte den 25-Jährigen wenige Tage vor dem Heimfest.

Schwingen

Nervös?
Dies ist unterschiedlich. Während der Arbeit bin ich abgelenkt, dort geht es. Aber am Abend verspüre ich schon ein Kribbeln. Aber dies ist normal und gut so.

Was geschieht in den letzten Tagen vor dem grossen Heimfest bei Matthias Aeschbacher?
Alles läuft, wie gehabt. Es gibt keine Experimente. So werde ich ganz normal der Arbeit nachgehen. Und auch die Trainings laufen wie gewohnt, wenn auch mit reduzierter Intensität. Speziell ist vielleicht ein Ritual, welches ich seit dieser Saison vor jedem Kranzfest pflege. Und zwar gehe ich immer am Samstag vor dem Fest noch mit meinem Klubkameraden Philipp Gehrig in den Sumiswalder Schwingkeller, um ein paar Schwünge zu tätigen.  

Um welche Zeit gibt es am Samstagabend Lichterlöschen?
Ach, sobald ich müde bin. Es ist gut möglich, dass dies bereits um 21 Uhr der Fall ist. Es kann aber auch sein, dass ich nicht einschlafen kann und mich deshalb noch einige Stunden im Bett herumwälze. Dann rede ich mir aber immer zu, dass ich mich ja erhole – weil ich liege (lacht).

Und wann ist am Sonntag Tagwache?
Immer etwa zwei Stunden vor dem Anschwingen, je nach Anreise. Am Sonntag also etwa um 6 Uhr. Dies ist fast Luxus. Zum Vergleich: Beim «Kantonalen» im Vorjahr in Grindelwald musste ich um 4.30 Uhr aus den Federn. Aber als Schwinger bist du dich das frühe Aufstehen am Wettkampftag gewohnt.  

Was gibt es zum Frühstück?
Nichts besonderes. Kaffee, Brot und etwas Fleisch.
Fünf Kranzfeste und fünf Kranzgewinne, darunter mit dem Erfolg am Freiburger Kantonalfest der zweite Kranzfestsieg der Karriere: Die bisherige Saison verläuft optimal.
Ich bin zufrieden. Was mich etwas stört, sind die vielen gestellten Gänge gegen «Eidgenossen».

Was streben Sie am Sonntag an?
Ich probiere, das Fest zu gewinnen.  

Am letzten «Kantonalen» 2016 belegten Sie hinter Festsieger Matthias Glarner den 2. Rang. Sie gehören zu den Mitfavoriten.
Mitfavoriten ist okay. Ich zähle mich aber nicht zu den Spitzenfavoriten. Diese Rollen haben meiner Meinung nach vor allem Christian Stucki, aber auch Matthias Sempach inne. Der Festsieg führt über einen Routinier.

Wem würden Sie am Sonntag im Sägemehl gerne aus dem Weg gehen?
Christian Stucki. Aber schlussendlich spielt es keine Rolle, wer dir gegenüber steht. Wenn du gewinnen willst, musst du auch gegen die harten Brocken bestehen können.

Haben Sie Angst davor, noch einmal so ungerecht behandelt zu werden wie am «Eidgenössischen» in Estavayer-le-Lac?
Solche Sachen passieren – so bedauerlich es ist – immer wieder. Was mir am ESAF widerfahren ist, wird auch am nächsten ESAF drei, vier Schwingern passieren. Leider.

Sie konnten sich in der Heimarena bereits sportlich einleben. Wie sind Sie mit Ihrem Ausflug ins Nationalturnen am letzten Samstag zufrieden?
Diesen Wettkampf bestritt ich aus purem Spass. Und ich hatte wirklich viel Freude daran. Dass es mir am Ende sogar zum 5. Rang reichte, war eine schöne Überraschung. Ich freue mich über den Kranzgewinn.

Was war schwierig?
Die technischen Disziplinen Hochweitsprung und Steinstossen gelangen mir nicht so gut. Es wäre aber auch vermessen, zu glauben, dass nach bloss einem Training zwei Tage vor dem Wettkampf alles rund laufen würde (lacht).  
Die vier Schwingduelle am Wettmessen im Nationalturnen haben Sie souverän für sich entschieden …
Zu viermal der Note 10,00 würde ich am Sonntag nicht nein sagen.  

Fühlen Sie sich in der grossen Schwing- arena unterhalb Affoltern wohl?
Ich konnte die Arena und das Festgelände kennenlernen und begutachten. Dies ist wirklich eine super Sache.  Es ist ein schöner Festort.

Wird Sie Ihre Ehefrau Madlen, welcher Sie im März das Ja-Wort gegeben haben, am Sonntag vor Ort unterstützen?

Selbstverständlich. Dies ist praktisch an jedem Schwingfest so. Und dies schätze ich auch enorm. Madlen findet immer die richtigen Worte, wenn es nötig ist. Natürlich hoffe ich, dass mir am nahegelegenen Heimfest ganz viele Fans vor Ort die Daumen drücken. 

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