• Bernhard Bühler zeigt sich begeistert vom Klima im Oberstufenzentrum Kleindietwil. Das erleichtere auch die Arbeit. · Bild: Leroy Ryser

21.11.2018
Oberaargau

In Kleindietwil gehört das Grüssen dazu

Im Oberstufenzentrum von Kleindietwil herrscht für Schulleiter Bernhard Bühler eine heile Arbeitswelt. Das liegt aber auch daran, dass er für den Job des Schulleiters offensichtlich wie gemacht ist. Er sagt: «Probleme haben wir wenige. Und diese lösen wir.»

Kleindietwil · Übersichtlich, homogen, ruhig und vielseitig – in etwa so würde Bernhard Bühler «seine» Schule beschreiben. Der 49-jährige Langenthaler ist seit mittlerweile drei Jahren Schulleiter im Oberstufenzentrum von Kleindietwil und zeigt sich im Interview mit dem «Unter-Emmentaler» begeistert von seinem Job. «Vor fünf Jahren hätte ich noch gesagt: Ich und Schulleiter? Lieber nicht. Da ist man nur die Klagewand für Schüler, Lehrer und Eltern. Heute bin ich froh, habe ich die Herausforderung angenommen.» Das Lösen von Problemen gehört in seinem Job zwar dazu. Aber: «Es gibt aber nichts, das nicht lösbar wäre. Für mich ist das Glas immer halb voll und nicht halb leer.» Ganz allgemein herrsche im Kleindietwiler Oberstufenzentrum eine angenehme Stimmung – egal ob im Lehrer- oder in den Schulzimmern. Das erleichtert auch die Arbeit des Schulleiters.
Das hat auch damit zu tun, dass es im ländlichen Kleindietwil vergleichsweise ruhig ist. Das ist Bernhard Bühler bewusst. «Von Lehrern mit kurzfristigen Anstellungen, beispielsweise für Praktikas oder Stellvertretungen, erhalten wir meist die gleiche Rückmeldung: Hier wird man gegrüsst, hier sind die Kinder freundlich und angenehm. Ich kann deshalb sagen, dass wir anständige Jugendliche und ein ruhiges Schulumfeld haben», sagt der ehemalige Schweizer Spitzenschwimmer. Diese Kultur wolle man unbedingt beibehalten und pflegen. Wahrlich ist man dabei auch auf die Eltern angewiesen, die, wie Bernhard Bühler weiss, am selben Strick ziehen. «Sie unterstützten uns bei disziplinarischen Massnahmen oder beim Auslegen allgemeiner Regeln wie beispielsweise unserem grundsätzlichen Handyverbot im Schulalltag.»

Homogenität als grosser Vorteil
Zum guten Klima trage aber nicht nur die Erziehung der Kinder, sondern auch die örtlich vorhandene Homogenität bei. «Dort, wo Lehrpersonen oder Schüler von unterschiedlichen Stufen – Primar-, Mittelstufe oder Oberstufe – aufeinandertreffen, sind die Herausforderungen oder auch der Alltag vielfältiger», erklärt Bernhard Bühler.
Dass im Oberstufenzentrum von Kleindietwil zudem in einem niveaugerechten Modell unterrichtet wird, erhöht die Durchlässigkeit von Lehrern und Schülern – ein weiterer Vorteil für das Klima. «Unsere Lehrer unterrichten vermehrt auf beiden Niveaus, viele Schüler besuchen unterschiedliche Fächer in unterschiedlichen Niveaus. Das erhöht das Verständnis füreinander.» Zwischen Sek- und Realstufe werden damit Berührungspunkte gefördert. Homogen sei nicht langweilig, sondern ein grosser Pluspunkt fürs Arbeitsumfeld. Umso mehr Freude macht dann auch die Arbeit als Lehrer – Bühler selbst gibt neben seinem 50-Prozent-Pensum als Schulleiter noch Mathe-, Geo- und Naturkundeunterricht – oder Schulleiter. Entsprechend gerne engagiert sich das Lehrpersonal. «Uns ist wichtig, auch neben dem Schulzimmer etwas anzubieten und vielseitig zu sein», erklärt Bernhard Bühler weiter. Auch deshalb werden jährlich Schulsportmeisterschaften besucht, Schülerbands- und -Chöre gestellt oder aber spezielle Sporttage wie der «Ice Hockey Day» durchgeführt oder Werkausstellungen präsentiert.
Mit dazu passender Begeisterung kann Bernhard Bühler sagen: «Ich fühle mich hier sehr wohl.» Wahrlich hat dies aber nicht zuletzt auch mit seiner eigenen Einstellung zu tun. Mit einem Lachen hängt er an: «Ich will nicht sagen, dass ich einen «Schoggi-Job» habe. Auch in Kleindietwil haben wir Herausforderungen, auch hier pubertieren unsere Schüler. Aber Probleme haben wir wenige. Und diese lösen wir.»

Langenthal · Zweitaufgabe als Hauptleiter des Schulsports
In seiner Freizeit amtet Bernhard Bühler zudem als Hauptleiter des freiwilligen Schulsports von Langenthal. Dieser sei ein Erfolgsmodell, andere Gemeinden versuchen unlängst das Angebot zu kopieren. «Weil es freiwillig und niederschwellig ist, bringt es überall Freude. Die Stadt ist stolz auf dieses Angebot, die Kinder machen gerne Sport und die Eltern sind froh, dass es eine Möglichkeit gibt, Sportarten auszuprobieren.» In diesem Jahr haben sich 1400 Schüler in 60 verschiedenen Kursen angemeldet.

Von Leroy Ryser