• Die Energiekommission von Affoltern und Gemeindepräsident Marius Zollet (l.) brauen mit Sackgrabenwasser ein Jubiläumsbier. · Bild: ryl

29.08.2018
Emmental

Jubiläum und Abschluss feiern in einem

In diesen Tagen wird in Affoltern im Gasthaus zum Löwen ein spezielles Bier gebraut. Das Wasser dazu kommt von der Sackgrabenquelle. Diese feiert im nächsten Jahr ein Versorgungsjubiläum.

 

Affoltern · Im nächsten Jahr ist es bereits 70 Jahre her, dass das Wasser der Sackgrabenquelle erschlossen wurde und seither werden die Einwohner von Affoltern und Heimiswil, teilweise auch von Wynigen, Sumiswald und Dürrenroth damit bedient. Das ist ein Grund zum Feiern. Vor allem aber auch zum Sensibilisieren, findet Beat Flückiger. «Gerade nach dem Hitzesommer möchten wir darauf hinweisen, dass Wasser nicht endlos verfügbar ist. Auch für uns nicht», erklärt der Affolter Gemeinderat, der den Vorsitz der Energiequelle innehat. Die Bevölkerung solle mit dem Wasser sorgsam umgehen, damit beispielsweise die Sackgrabenquelle noch lange Freude bereitet. Gerade deshalb habe man beschlossen, das Jubiläumsfest im nächsten Jahr zu nutzen, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Sackgrabenquelle zwar nicht knapp befüllt ist, aber auch keine endlosen Wasserreserven bietet. Gefeiert wird passenderweise am Weltwassertag, dem 22. März.

Eine Bieridee
Als die Jubiläumsfeier beschlossene Sache war, fehlte es nur noch an einer Attraktion. Es entstand eine klassische Bieridee, wie Beat Flückiger heute schmunzelnd sagt. «Ich habe mir gedacht, dass wir mit dem Sackgrabenwasser ein Bier brauen könnten.» Dieses sollte dann an den Festivitäten rund ums Jubiläum ausgeschenkt werden. Ausserdem passte dieses Vorhaben auch gleich zu seiner Demission als Gemeinderat. Weil er Ende Jahr sein Amt abgeben wird, wollte er mit seinen Mitstreitern aus der Energie-
kommission zum Abschluss seiner Amtszeit noch etwas spezielles machen. «Wieso dann nicht gemeinsam ein Bier brauen?» In dieser Woche wurden deshalb Behördenmitglieder sowie die Mitglieder der Energiekommission zur aktiven Mithilfe gebeten. Zuerst wurde am Morgen gemeinsam mit der Feuerwehr 600 Liter Wasser aus der Sackgrabenquelle gepumpt und zum Gasthof Löwen in Grünenmatt gefahren, ehe damit am Nachmittag Bier gebraut wurde. «Daraus wird ein normales, helles Bier. Weil das Sackgrabenwasser aber härter ist, wird daraus dennoch ein Bier mit einer speziellen Duftmarke werden», erklärt Beat Flückiger. Er selbst freue sich natürlich jetzt schon auf dieses einmalig und eigenhändig hergestellte Bier. Gebraut werden rund 30 Fässer, wer für private Zwecke eines reservieren will, kann dies auf der Gemeindeverwaltung zum Preis von 100 Franken tun.
Ausgeschenkt und degustiert wird das Sackgrabenbier erstmals an der Einwohnergemeindeversammlung in Affoltern. Diese wird damit einiges zu bieten haben. Neben dem Bierausschank und den Neuwahlen für den Gemeinderat wird auch über das Thema «ZALA» erstmals in der Region abgestimmt. Affoltern entscheidet sich am 16. November als erste Gemeinde für oder gegen einen Beitritt. Für angeregte, ja feurige Diskussionen ist damit durchaus eine Grundlage geboten, ebenso steht aber ein (Durst-)Löschmittel bereit.

Von Leroy Ryser

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