• Der Organisator des Sängertreffens, der Gemischte Chor Sumiswald. · Bilder: ljw

20.06.2017
Emmental

Kein Messen und trotzdem hohe Massstäbe

Bei strahlendem Wetter und mit ebenso strahlender Laune fand am letzten Samstag in Sumiswald das diesjährige Sängertreffen der Chorvereinigung Emme statt. Elf Chöre mit rund 250 Sängerinnen und Sängern gaben in der Kirche, aber auch darum herum, Kostproben aus ihren bunten Liederprogrammen zum Besten. Gastgeber war der Gemischte Chor Sumiswald.

Sumiswald · Das Ensemble PlusMinusAcht, dessen Mitglieder alle aus der Region Sumiswald-Huttwil stammen, machte den Auftakt zu den Liedervorträgen – und legte einen fulminanten Start hin. Die sieben anwesenden Mitglieder – folgedessen MinusAcht – vermochten mit überaus kräftigen Stimmen die Kirche klanglich zu füllen. Mit den beiden Liedern «Irgendwo auf der Welt» aus dem Film «Ein blonder Traum» und dem russischen «Katjuscha» brillierten sie auf der ganzen Linie, sowohl mehrstimmig als auch mit den solistischen Einlagen.
Der Start von PlusMinusAcht wäre eine sehr hohe Messlatte gewesen, wäre es ums Messen gegangen. Aber das tat es nicht. Die elf teilnehmenden Chöre waren hier um zu singen, um Freude zu bereiten, um den gemütlichen Tag zu geniessen. Ihnen war es freigestellt, ob sie ihre Vorträge durch die beiden ausgewiesenen Experten beurteilen lassen wollten oder nicht. Die Expertisen dienten einzig dazu, den Chören aufzuzeigen, wo sie stehen und wo oder wie sie an gesanglicher Qualität noch zulegen könnten.
Die elf Chöre sangen unter der Moderation von Martin Blau je zwei bis drei Lieder. Sie präsentierten ihrem Publikum eine unglaubliche Vielfalt an Musikliteratur, die sich von Volksliedern über Klassik und Schlager bis hin zu Filmmelodien bewegte.

Ein eindrückliches «Heimspiel»
Der Gastgeber selbst, der Gemischte Chor Sumiswald unter der Leitung von Thomas Zürcher, belegte den zweitletzten Auftritt in der meist vollbesetzten Kirche – und bewies, dass er nicht nur ein tolles Treffen auf die Beine stellen, sondern auch mit Liedvorträgen Eindruck schaffen konnte. Die beiden Stücke, «Gabriellas Lied» aus dem Film «Wie im Himmel» und auch «Wir sind Blumen», gingen unter die Haut. Rein und wunderschön gesungen, erhielt der Gemischte Chor Sumiswald bei seinem «Heimspiel» riesigen Applaus, der eigentlich nach Zugabe verlangt hätte. Doch noch war das Programm nicht beendet. Für den mitreissenden, so ganz speziellen Schluss sorgte eine Kleinformation des Burgdorfer Chors Cantabella, der zuvor schon als Gesamtchor brilliert hatte. Zuerst mit dem Lied «Can You Feel The Love Tonight» aus dem Musical «König der Löwen», dann mit zwei quirlig dargestellten Stücken aus «Mary Poppins». Dabei fehlte auch die Show nicht. Mit diesem tollen Schluss wollte sich das Publikum aber nun definitiv nicht mehr zufrieden geben – es klatschte, bis Cantabella einen Teil aus Mary Poppins weltberühmtem Zungenbrecher «Supercalifragilisticexpialigetisch» wiederholte.
Mit so viel frohem Singen, aber auch dank der hervorragenden Organisa-tion wurde das Sängertreffen in Sumiswald zu einem grossen Erfolg. Der letzte durch den Gemischten Chor Sumiswald organisierte Sängertag hatte 2001 stattgefunden. An der jährlichen GV der Chorvereinigung Emme wird jeweils festgesetzt, wer das Sängertreffen durchführt.
Am liebevoll dekorierten Tisch vor dem Kirchgemeindehaus Sumiswald waren die teilnehmenden Chöre zum Apéro willkommen geheissen worden. Anschliessend fand in der Kirche dann die offizielle Begrüssung durch den OK-Vorsitzenden Jürg Kofler, durch Gemeindepräsident Fritz Kohler und Res Baumgartner, Präsident der Chorvereinigung Emme, statt. Fritz Kohler wies auf die Wichtigkeit des Vereinslebens hin; die Vereine würden ein sozial und gesellschaftlich überaus wichtiges und tragendes Elemente in den Gemeinden bilden. Res Baumgartner seinerseits hielt fest, er sei sehr stolz, dass es im Einzugsgebiet der Chorvereinigung Emme fast jedes Jahr möglich sei, einen Gastgeber zu finden und ein Sängertreffen durchzuführen.
Beim delikaten Nachtessen im Restaurant Kreuz, Sumiswald, fand der Tag ein überaus gemütliches Ende.

Von Liselotte Jost-Zürcher


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